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(00016) 18.01.2002 12:49

Mit Geldsegen ins neue Jahr: Gastphysiker gründet Arbeitsgruppe


Bochum, 18.01.2002
Nr. 17

Mit Geldsegen ins neue Jahr
Gastphysiker der RUB ausgezeichnet
Sofja Kovalevskaja Preis ermöglicht eigene Arbeitsgruppe

Mit einem Geldsegen beginnt das neue Jahr für Dr. Maxim Polyakov,
Gastwissenschaftler der RUB (Institut für theoretische Physik II, Prof.
Dr. Klaus Goeke). Am 31. Januar erhält er als einer von 13 Forschern der
internationalen Spitzenklasse in Berlin den Sofja-Kovalevskaja-Preis der
Alexander von Humboldt-Stiftung. Sein Preisgeld von 1.1 Mio. DM soll es
dem 35-jährigen Physiker ermöglichen, für mehrere Jahre mit einer
eigenen Arbeitsgruppe ein selbstgewähltes Forschungsthema zu bearbeiten
– unbelastet von administrativen Zwängen.

Forschung internationalisieren

„Die Auszeichnung würdigt die wissenschaftliche Hochleistung der jungen
Forscher. Indem wir den besten Köpfen aus dem Ausland ermöglichen, ihre
Vorstellungen zusammen mit deutschen Fachkollegen umzusetzen, tragen wir
entscheidend zur Internationalisierung der Forschung in Deutschland
bei“, so Prof. Wolfgang Frühwald, Präsident der Humboldt-Stiftung bei
der Bekanntgabe der Preisträger. Bedeutsam sei, dass das Preisgeld den
Nachwuchswissenschaftlern eine Perspektive für eine langfristige
wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Kollegen in Deutschland gibt.

Von Quarks und Gluonen

Dr. Polyakov studierte in St.Petersburg Physik, arbeitete am „Petersburg
Nuclear Physics Institute“ und ist seit zwei Jahren an der RUB. Er
erforscht die mikroskopische Struktur der Nukleonen, der
Atomkernbausteine. Das Hauptproblem ist, dass die Quarks – die
Bestandteile dieser Nukleonen – nahezu masselos sind. Nur durch ihre
Wechselwirkung entstehen schwere massive Teilchen wie Proton und
Neutron. Diese Wechselwirkung wird durch elementare Quanten (Gluonen)
vermittelt. Der Austausch von Gluonen führt noch zu weiteren bizarren
Phänomenen wie dem „Confinement“, wodurch immer genau drei Quarks bzw.
ein Quark und ein Anti-Quark stabile gebundene Zustände eingehen können.
Dr. Polyakov untersucht eine neue Sorte von Reaktionen, die sog. harten
exklusiven Reaktionen. Internationale Wissenschaftler in Deutschland und
den USA sammeln dazu zurzeit intensiv Daten und planen Experimente. Die
Forscher können so die Nukleonenstruktur genauer untersuchen. Außerdem
können sie feststellen, inwieweit sie sie mit der Theorie der starken
Wechselwirkung theoretisch beschreiben können.

Eigene Arbeitsgruppe aufbauen

Dr. Polyakov will mit dem Preisgeld international erfahrene junge
Wissenschaftler einstellen und mit ihnen und den Bochumer Theoretikern
die exklusiven Reaktionen untersuchen. Dabei stehen ihm in Prof.
Diakonov, Prof. Strikman und Prof. Radyushkin drei
Humboldt-Forschungspreisträger als Gäste am Institut zur Seite, die sich
für die gleichen Fragen interessieren.

Erste Frau auf einem Lehrstuhl

Den Preis stiftet das Bundesministerium für Bildung und Forschung im
Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms der Bundesregierung.
Ursprünglich als „Kosmos-Preis“ ausgeschrieben, wurde das Programm zu
Ehren der Mathematikerin Sofja Kovalevskaja (1850-1891) umbenannt. Sie
kam 19-jährig zum Studium nach Heidelberg und Berlin. Nach ihrer
Promotion erhielt sie 1889 als erste Frau in Europa einen Lehrstuhl in
Stockholm. Das Programm richtet sich an herausragende
Nachwuchswissenschaftler aller Disziplinen aus dem Ausland bis zu 35
Jahren.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Klaus Goeke, Institut für theoretische Physik II der
Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-23707 oder –28707,
Fax: 0234/32-14248, Email: klaus.goeke@ruhr-uni-bochum.de, Internet:
http://www.tp2.ruhr-uni-bochum.de


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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