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(00281) 26.09.2001 12:12

Studie: Knieknorpel zur Regeneration anregen


Bochum, 26.09.2001
Nr. 279

Knieknorpel zur Regeneration anregen
Gegen Sportverletzungen und Verschleiß
RUB-Studie zur Knorpelzellentransplantation

Als erfolgversprechendes Verfahren zur Behandlung von
Knorpeldefekten am Kniegelenk stellte sich die so genannte
autologe Chondrozytentransplantation in den Untersuchungen
heraus, die Dr. Andreas Gossen für seine Dissertation am St.
Josef-Hospital (Orthopädische Universitätsklinik der RUB,
Direktor: Prof. Dr. Jürgen Krämer) durchführte. Die
Mediziner entnahmen dem Patienten gesunde Knorpelzellen und
vermehrten sie außerhalb des Körpers, um sie dann an der
Stelle des Defekts wieder einzusetzen. In 91 Prozent der
Fälle gelang es so, die Gelenkfunktion wiederherzustellen
und sie über Jahre zu erhalten.

Defekter Knorpel heilt nicht

Allein in Deutschland leiden 20 Millionen Menschen an
arthrotischen Gelenkbeschwerden. Durch die stetig steigende
Lebenserwartung und immer häufigere Sportverletzungen werden
es sogar mehr. Ein einmal verletzter Gelenkknorpel galt
lange Zeit als nicht regenerationsfähig: Der wesentliche
Baustein des Knorpels sind die Knorpelzellen, die
Chondrozyten. Sie fangen Stöße ab und sorgen für eine gute
Beweglichkeit des Gelenks. Außerdem sind sie für die
extrazelluläre Matrix, die Gelenkflüssigkeit,
verantwortlich. Ihre große Schwäche ist jedoch ihre
eingeschränkte Heilungsfähigkeit.

Prothese muss ausgetauscht werden

Ist der Knorpel an einer Stelle verletzt, bilden sich um den
Defekt herum immer mehr Ein- und Abrisse, so dass der
Zerstörungsprozess stetig fortschreitet. Um wieder beweglich
und schmerzfrei zu sein, brauchen Patienten dann einen
künstlichen Gelenkersatz. Gerade für junge Patienten ist das
ein Problem, weil eine Prothese nach etwa 15 Jahren
ausgetauscht werden muss. Die Ärzte versuchten bislang mit
verschiedenen Methoden – etwa durch Glättung, Bohrung oder
Abschmirgeln des Knorpels - dessen Regeneration anzuregen
und so die Beweglichkeit wiederherzustellen. Allerdings
bildet sich dabei nur Faserknorpel, der minderwertig ist und
die weitere Schädigung des Knorpels nicht dauerhaft
aufhalten kann.

Körpereigene Zellen helfen

Die Mediziner der chirurgischen Abteilung des
Marienhospitals Gelsenkirchen-Buer (Chefarzt: Dr. J.
Löhnert) testeten nun eine andere Methode: Sie entnahmen den
Patienten gesunde Knorpelzellen aus dem Kniegelenk und
vermehrten sie außerhalb des Körpers innerhalb von zwei bis
drei Wochen auf das 15- bis 20-fache. In einer etwa
90-minütigen Operation setzten sie die Zellen dann an der
defekten Stelle im Knorpel ein. Einen Tag nach dem Eingriff
kann eine Bewegungstherapie beginnen. Die Erfolgsquote des
Verfahrens lag nach einem Jahr bei 91 Prozent – ein
ermutigendes Ergebnis.

Weitere Informationen

Dr. Andreas Gossen, Chrirurgische Abteilung des
Marienhospitals Gelsenkirchen-Buer, Mühlenstraße 59, 45894
Gelsenkirchen, Tel. 0209/3643310

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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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