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(00207) 19.07.2001 14:08

MedRUBIN: Den Arzt in die Tasche stecken


Bochum, 19.07.2001
Nr. 208

Den Arzt in die Tasche stecken
Mit Sensoren und Sendern diagnostizieren
MedRUBIN erschienen

Wenn der Patient nicht zum Arzt kommen will, muss eben der
Arzt zum Patienten kommen – und zwar im übertragenen Sinne:
Patienten, die einer ständigen medizinischen Überwachung
bedürfen, können sich auf neue technische Möglichkeiten
freuen. Sensoren und Sender, die in den Körper implantiert
werden, können z. B. Blut-, Hirn- und Augeninnendruck
ständig ermitteln und die Werte dem entfernten Arzt
übermitteln. Für diese Technik hat sich der an der
Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinik Bergmannsheil
gegründete Arbeitskreis Klinische Mikrosystemtechnik AKM
(zehn Partner aus Industrie und Wissenschaft) Erfindungen z.
B. aus der Automobilindustrie zu nutze gemacht.

Beitrag und Bilder im Netz

Beitrag und Bilder zum Herunterladen im Internet:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/medrubin/artikel-fotos/chirugie.htm

Vom Airbag ins Endoskop

Was in Autos und Computern schon längst Standard ist, soll
nun den Patienten das Leben erleichtern: Physikalische
Sensoren, die Druck, Beschleunigung oder Temperatur messen
können, werden immer kleiner. In Autos dienen sie z. B. der
Steuerung eines Airbags. Die Medizin interessierte sich
schon früh für diese Miniaturisierung, beschränkte sich
jedoch hauptsächlich auf die Entwicklung neuer Instrumente
wie Katheter und Endoskope. Deren Funktionsmöglichkeiten
ließen sich so erheblich erweitern.

Lückenlose Überwachung in großer Freiheit

Neue Entwicklungen gehen aber noch viel weiter. In den
Körper implantiert und per Telemetrie (Entfernungsmessung)
mit der Außenwelt verbunden sollen Sensoren zukünftig die
stete medizinische Überwachung verschiedenster Vorgänge im
Körper ermöglichen. So entwickelten die Partner des
Arbeitskreises Klinische Mikrosystemtechik an der
Chirurgischen Universitätsklinik Bergmannsheil z. B. ein
System zur kontinuierlichen Blutdruckmessung. Ein winziger
Drucksensor und eine Telemetrieeinheit werden dabei in
biokompatible Materialien verpackt und in den Körper
implantiert. Die Daten des Sensors im Blutgefäß sendet die
Telemetrieeinheit an den Arzt, so dass der den Blutdruck des
Patienten lückenlos aus der Ferne überwachen kann. Diese Art
der Druckmessung bietet sich auch für andere Bereiche an, z.
B. für die linke Herzkammer, eine minimalinvase
Hirndruckmessung nach Schädelhirntrauma oder Hirnblutung
oder die Augeninnendruckmessung beim Glaukom.

Energiesparend, genau und preisgünstig

Auch die drahtlose Übertragung von Beschleunigungswerten
eröffnet neue Perspektiven. Sensoren messen dann z. B.
Mikrobewegungen in Spalten von Knochenbrüchen, durch die
sich der Heilungsprozess wesentlich verkürzen kann. Mit
Hilfe von implantierten Beschleunigungssensoren können
Mediziner etwa auch frühzeitig erkennen, ob sich eine
Hüftprothese lockert. Die Vorteile der neuen Technik liegen
auf der Hand: Neben der kontinuierlichen Datenerfassung
ermöglichen sie auch die Vermeidung von Infektionen und
wiederholten Kalibrierungen, sowie fehlerhafte
Blutdruckmessung durch Luftblasen in System. Außerdem
brauchen sie wenig Energie, die sie über Batterien oder
telemetrisch erhalten können, sind wenig störanfällig,
messen sehr genau und lassen sich in hohen Stückzahlen
preisgünstig herstellen. Auch könnten sie zukünftig z.B.
Intensivpatienten die unangenehme „Verkabelung“ im
Klinikbett ersparen.

MedRUBIN 2001 erschienen

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in MedRUBIN 2001, neben
anderen Themen: Abwehr aus dem Gleichgewicht: Allergie durch
Grippeviren (Allergologie); Ohne Schnitt unter die Haut
(Dermatologie); Ein (Kunst-)Herz für Kinder (Herzchirurgie);
Mit Blutstammzellen gegen Krebs (Innere Medizin);
Parkinsongenetik: Schutz und Vorsorge im Blick (Neurologie);
Endlich hinein in die Lehrpläne (Ethik und Schmerz); Weniger
Stress, weniger Rückenschmerzen (Medizinische Psychologie);
„Hauptsache gesund“ (Humangenetik); Dicht am Herzschlag
(Biomedizinische Technik); Reparaturstrategien des Gehirns:
Schaden macht jung (Neurophysiologie); In der Bäckerhefe
Erbkrankheiten auf der Spur (Zellbiochemie). MedRUBIN ist
für 9 DM im Dekanat der Medizinischen Fakultät erhältlich
(Tel. 0234/32-24960).

Weitere Informationen

Dr. Bernhard Clasbrummel, Prof. Dr. Gert Muhr, Chirurgische
Universitätsklinik, Berufsgenossenschaftliche Kliniken
Bergmannsheil, Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, 44789 Bochum, Tel.
0234/302-0, Fax: 0234/330734, Email:
bernhard.clasbrummel@ruhr-uni-bochum.de,
muhr@bergmannsheil.de



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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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