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(00160) 15.06.2001 12:46

RUBIN 1/01: „NADiS“ nimmt U-Bahnunfällen den Schrecken


Bochum, 15.06.2001
Nr. 161

„NADiS“ nimmt U-Bahnunfällen den Schrecken
RUBIN 1/01: Winde im Tunnel werden berechenbar
Notfallanalyse- und Diagnosesystem rettet Menschenleben

Dass eine U-Bahn mal im Tunnel stecken bleibt, ist zwar
lästig, aber zumeist ungefährlich. Kommt jedoch Rauch oder
Gas ins Spiel, können die Tunnel schnell zur tödlichen Falle
für die Fahrgäste werden. Katastrophen wie die 1995 in Baku
oder der Giftgasanschlag in Tokio haben das überdeutlich
gemacht. Mit „NADiS“ (Notfall-Analyse- und Diagnosesystem)
planen die Bochumer Klimageologen um Dr. Andreas Pflitsch
(Arbeitsgruppe Klimaforschung von Prof. Dr. Heribert E.
Fleer) nun ein System, das schnell die sicheren Wege für
Rettung und Evakuierung berechnet und stets die aktuellen
Entwicklungen im Tunnel in seine Berechnungen mit
einbezieht.

Bilder im Netz

Zu dieser Presseinformation finden Sie unten Bilder zum
Herunterladen.
Abb. 1: Rauch dringt in den Fahrgastraum ein und strömt in
Schwaden aus den geöffneten Türen - das Szenario hier im
Test.
Abb. 2: Temperaturverhältnisse in der komplexen Station 59th
Street/Lexington Avenue der Metro von New York City am
7.9.2000 um 7:00 EST. Die Lufttemperaturen wurden an den
gekennzeichneten Messpunkten erhoben. Die
Temperaturverteilung zeigt die extremen Temperaturgradienten
zwischen den verschiedenen Ebenen der Station und der
Außenluft, die wiederum zu starken Ausgleichsströmungen
führen.

Die Wege des Rauchs sind unberechenbar

Bei Rauchentwicklung im U-Bahntunnel ist die Panik groß:
Welche Richtung soll man einschlagen? Wohin fliehen? Auch
die Rettungskräfte müssen schnelle wichtige Entscheidungen
treffen. Welche Station ist für die Evakuierung der
Fahrgäste am sichersten? Wohin wird der Rauch ziehen?
Zurzeit existiert keine Möglichkeit, seinen Weg
vorherzuberechnen. Das verzweigte Tunnelsystem mit seinen
komplexen Luftströmen eröffnet Rauch und Gas etliche
verschiedene Wege. Gehen Rettungsmannschaften nach
Standardplänen vor, geht unter Umständen durch
Fehlentscheidungen viel Zeit verloren. Das kann
Menschenleben kosten.

NADiS misst Temperatur und Wind

Die Bochumer Klimatologen erforschen daher seit 1998 die
Tunnelsysteme der Dortmunder Stadtbahn und des New Yorker
Subways. Mittels fest installierter Messstationen und Tests
mit ungiftigem Rauch ermitteln sie die Luftströmung im
System. Dabei machten sie folgenreiche Entdeckungen, z. B.
werden die Strömungen nicht nur von den Zügen beeinflusst,
sondern auch von der Außenwitterung. Große
Temperaturunterschiede zwischen Innen und Außen bewirken
etwa eine vielfach schnellere Strömungsgeschwindigkeit. In
den Sommermonaten, wenn die Temperaturen innen und außen
ähnlich sind, gibt es häufige Richtungswechsel der Strömung.
Die Windverhältnisse außen beeinflussen die im Innern der
Tunnel jedoch nur geringfügig. All diese Erkenntnisse soll
„NADiS“ nutzen und Messwerte zu schnellen und präzisen
Voraussagen über die Rauchverteilung im Notfall verarbeiten.
Das System soll außerdem flexibel auf Änderungen in der
Strömung reagieren und seine Notfallplanung daran anpassen.
Schon zur Fußballweltmeisterschaft 2006 könnte es Einsatz
finden.

RUBIN 1/01 erschienen

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RUBIN 1/01. Dort
finden Sie außerdem folgende Themen: Alarm in der U-Bahn:
Mit „NADiS“ sicher aus dem Tunnel; Krebsgen gegen
Nervenleiden; Chemische Tricks mit molekularen Klümpchen;
Checkpoint im Gehirn: Jetzt in der Kulturschale; Stoßfrei
durch die Nanostruktur; Simulation Intelligenter Netze; Der
Islam und die europäische Kultur; Münzen machen Geschichte.
RUBIN ist in der Pressestelle der RUB für 5 DM erhältlich.

Weitere Informationen

Dr. Andreas Pflitsch, Arbeitsgruppe Klimaforschung,
Geographisches Institut, Fakultät für Geowissenschaften der
Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-26707,
Fax: 0234/32-14535

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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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