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(00058) 05.03.2001 14:20

Der Psychiater als Person, Arzt, Patient


Bochum, 05.03.2001
Nr. 59

Forscher im Labyrinth der Seele
Der Psychiater als Person, Arzt, Patient
RUB-Wissenschaftler schrieb Buch zu einer besonderen
Berufsgruppe


Über ihr Wissensgebiet gibt es eine unüberschaubare Menge
von Literatur – ihnen selbst jedoch ist im Vergleich dazu
bisher nur sehr wenig Aufmerksamkeit zuteil geworden: Den
Psychiatern, Psychotherapeuten und anderen Beteiligten der
professionellen Psychoszene widmet Prof. Dr. Theo R. Payk
(Westfälisches Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie -
Klinikum der Ruhr-Universität Bochum) sein umfangreiches
Buch „Psychiater. Forscher im Labyrinth der Seele“, das nun
im Kohlhammer Verlag erschienen ist.

Der Psychiater: Ein verwundbarer Arzt

Die Gruppe der Psychiater nimmt unter den Ärzten eine
Sonderstellung ein: Ihre eigene Person ist zugleich
diagnostisches Instrument und therapeutisches Hauptmedium.
Eigene Probleme müssen hinter denen des Patienten
zurückstehen. Der Psychiater ist daher weit verwundbarer als
der Medikus hinter den Instrumenten. Der Patient nimmt ihn
sowohl als Profi, als auch als Person und Mitmensch wahr,
aber es fällt vielen immer noch schwer, sich zu ihm zu
„bekennen“. Zu viele negative und grausame Geschehnisse der
Vergangenheit, an denen Psychiater beteiligt waren,
beeinflussen auch heute noch das Image dieser Gruppe der
Mediziner.

Dunkle Kapitel der Psychiatrie

Auch auf diese dunklen Kapitel der Geschichte der
Seelenheilkunde geht Payk in seinem Buch ausführlich ein. Er
zeichnet anhand von Biografien wegweisender Forscher die
Entwicklung dieser Wissenschaft nach, lässt die noch
düsteren Szenerien der Irrenhäuser vergangener Zeiten
aufleben und beleuchtet die Rolle der Psychiater bei der so
genannten Euthanasie der Nationalsozialisten und in
totalitären politischen Systemen wie dem Sowjetkommunismus.
Auch die Antipsychiatrische Bewegung, die auf die Missstände
der 1950er und 60er Jahre reagierte, bleibt nicht außer
Acht.

Persönlichkeit und berufliche Prägung

Payk geht neben der Psychiatrie und Psychotherapie auch auf
verwandte Wissenschaften wie die Neurologie und Berufe wie
die Pflegetätigkeit und ihre Geschichte ein. Besonders
intensiv widmet er sich der Person des Psychiaters selbst:
Wer wird Psychiater? Wie wird er zu einem guten Psychiater?
Welche Probleme haben diese Ärzte selbst und was können sie
dagegen unternehmen? Wie sieht der Patient seinen
Psychiater, wie sehen ihn die Medien? Und auch die
Psychiatrie umgebenden Grauzonen, z. B. die Szene der
Paratherapeuten, wie sexueller und narzisstischer
Missbrauch, finden Beachtung.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Theo R. Payk, Westfälisches Zentrum für
Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum der
Ruhr-Universität Bochum, Alexandrinenstr. 1, 44791 Bochum,
Tel. 0234/5077-202/-201, Fax: 0234/5077- 235, Email:
WZfPP-Bochum@wkp-lwl.org, Internet:
www.psychiatrie-bochum.de

Titelaufnahme

Payk, Theo R.: Psychiater. Forscher im Labyrinth der Seele.
Stuttgart, Berlin, Köln 2000, ISBN 3-17-016684-0



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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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