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(00039) 08.02.2001 14:14

Workshop „Ethik in Klinik und Forschung“


Bochum, 08.02.2001
Nr. 40


Eine Alternative zur Sterbehilfe?
Workshop „Ethik in Klinik und Forschung“
Breites Themenspektrum mit internationalen Experten


Die Niederlande haben die Sterbehilfe legalisiert, prompt
ist auch in Deutschland die Diskussion darüber neu entfacht.
Passend dazu sind Sterbehilfe und eine mögliche Alternative,
die so genannte Palliativmedizin, eines der Themen, mit
denen sich der erste gemeinsame Workshop der Ethikkommission
der Medizinischen Fakultät und des Zentrums für Medizinische
Ethik der RUB beschäftigt (24. Februar, 9.30 bis 17.00 Uhr,
BG Kliniken Bergmannsheil, Hörsaal I). Namhafte Kliniker und
Wissenschaftler referieren hier aus ihren Arbeitsbereichen
und setzen sich so aus verschiedenen Perspektiven mit der
„Ethik in Klinik und Forschung“ auseinander.

Von Ethikgeschichte und europäischer Zentralisierung ...

Die Veranstalter – Prof. Dr. Burkhard May, Vorsitzender der
Ethikkommission, und Prof. Dr. Michael Zenz, Vorsitzender
des Zentrums für Medizinische Ethik – haben gezielt Themen
ausgewählt, die für jeden klinisch tätigen Arzt wie auch das
Pflegepersonal von zentraler Bedeutung in ihrer Arbeit sind.
Das Spektrum reicht von Problemen der klinischen Forschung
bis hin zu Fragen einer angemessenen Behandlung am
Lebensende der Patienten. Dabei geht es auch um Ethik und
Ethikdebatten in der Medizin aus historischer Sicht,
vorgestellt von Prof. Dr. D. von Engelhardt (Präsident der
Akademie für Ethik in der Medizin), und um das Für und
Wider, verschiedene nationale Ethikkommissionen in Europa zu
zentralisieren, das Prof. Dr. E. Doppelfeld (Vorsitzender
des Arbeitskreises Medizinischer Ethik-Kommissionen der BRD)
in seinem Vortrag abwägt.

... über Behandlungsabbruch bis zur Wertanamnese

„Behandlungsabbruch oder –begrenzung in der Intensivmedizin“
(Prof. Dr. H. Buchardi, Göttingen) steht beim Bochumer
Workshop genauso im Mittelpunkt wie der „Umgang mit
Nicht-Einwillingungsfähigen in Klinik und Forschung“ (Prof.
Dr. H. Helmchen, Berlin). Prof. Dr. Rita Kielstein stellt
die Wertanamnese vor: Ein Verfahren, das sie zusammen mit
Prof. Dr. Hans Martin Sass (Institut für Philosophie der
RUB) entwickelt hat und das ermittelt, welche Werte für
einen Patienten besonders wichtig sind, und das so eine
Vorstufe bildet zur Patientenverfügung für den Fall einer
möglichen künftigen Unfähigkeit, eigene Entscheidungen zu
treffen. Die Wertanamnese kann handlungsleitend sein und
Bevollmächtigten wie Ärzten stellvertretende Entscheidungen
erleichtern. Kielstein und Sass haben für die Schlüssigkeit
des Verfahrens viel öffentliche Anerkennung gefunden.

Palliativmedizin vs. Sterbehilfe

Im letzten Lebensabschnitt des Menschen kann die heilende
Medizin (Kurativmedizin) oft nichts mehr ausrichten, andere
Behandlungsmethoden sind dann erforderlich. Der Bochumder
Workshop will das Thema Sterbehilfe nicht in
Streitgesprächen erörtern, sondern die gedanklichen
Grundlagen zweier unterschiedlicher Konzepte verdeutlichen:
Prof. Dr. H. Jochemsen (Ede, NL) stellt das niederländische
Modell legalisierter Sterbehilfe vor. Dem gegenüber stehen
die Methoden der Palliativmedizin, die insbesondere in
England eine lange Tradition aufweist. Dr. K. Dunphy
(Hertfordshire, UK) erläutert, wie Mediziner mit
Psychologen, Seelsorgern und Spezialisten anderer
Fachrichtungen interdisziplinär zusammenarbeiten, um „das
Sterben“ so erträglich wie möglich zu machen. Eine
Alternative zur Sterbehilfe?

Weitere Informationen

Prof. Dr. Burkard May, Vorsitzender der Ethikkommission der
Medizinischen Fakultät der RUB, Leiter der Abteilung für
Gastroenterologie und Hepatologie, BG Kliniken
Bergmannsheil, Klinikum der RUB, Bürkle de la Camp-Platz  1,
44789 Bochum, Tel.: 0234/302-6770, Fax:0234/302-6707
Prof. Dr. Michael Zenz, Vorsitzender des Zentrums für
Medizinische Ethik der RUB, Direktor der Klinik für
Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie, BG Kliniken
Bergmannsheil, Klinikum der RUB, Tel.: 0234/302-68 25, 68
26, Fax: 0234/302-6834 eMail:
michael.zenz@ruhr-uni-bochum.de; Internet:
http://www.anaesthesia.de/


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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