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(00034) 05.02.2001 14:22

Milet: Den alten Griechen in die Töpfe geschaut


Bochum, 05.02.2001
Nr. 35


Den alten Griechen in die Töpfe geschaut
Die Zubereitung von Essen und Trinken im Altertum
Stipendiat erforscht antikes Küchenwesen


Einen Blick in die Küche, das Herz des Hauses der antiken
Milesier, wirft der RUB-Historiker Ahmet Aydemir. Für seine
Dissertation „Das Küchenwesen im alten Milet“ (Betreuer:
Prof. Dr. Volkmar von Graeve) sammelt er historische Funde
aus der Gegend von Milet, vergleicht sie mit Stücken aus
anderen Gegenden und fügt aus seinen Beobachtungen und den
Beschreibungen antiker Texte und Darstellungen ein
umfassendes Bild der Kochkultur des Altertums zusammen. Zur
Vollendung seiner Studien wird er seit kurzem von der
National-Bank AG Essen mit einem Jahresstipendium
unterstützt.

Funde, Texte und Bilder geben Aufschluss

Welches Küchengeschirr haben die Milesier bei der
Zubereitung ihrer Mahlzeiten benutzt? Welche Gerätschaften
standen ihnen zur Verfügung und welche Räume ihrer Häuser
haben sie als Küche genutzt? Das sind die Fragen, die Ahmet
Aydemir umtreiben. Grundlage seiner Forschung sind vor allem
Funde aus Kalabaktepe, einem Stadtquartier der antiken Stadt
Milet. Dort haben Archäologen Wohnschichten aus archaischen
Zeiten ausgegraben und dabei auch Küchenware aus Ton und
Steinen gefunden. Bei der Freilegung der Grundrisse von
archaischen Wohnhäusern fanden sich auch Aschengruben und
feste sowie tragbare Herde. Pflanzliche und tierische Reste
dienen ebenfalls als Ausgangspunkte der Untersuchungen. Weil
die Funde aus Kalabaktepe allein nicht ausreichen, um
gesicherte Erkenntnisse zu erlangen, will Ahmet Aydemir
außerdem Funde von anderen Ausgrabungsorten in seine
Forschung mit einbeziehen. Auch antike schriftliche Quellen,
die Hinweise auf das Küchenwesen enthalten, und bildliche
Darstellungen, etwa Bilder von Mahlzeiten auf Vasen, sollen
bei der Erforschung des Küchenwesens behilflich sein.

Antike Scherben unter der Lupe

Die bisherigen Funde, die zwischen 1984 und 1995 in
Kalabaktepe ausgegraben wurden, sind mittlerweile
fotografiert und gezeichnet, sowie typologisch geordnet und
in ihrer Gebrauchsform bestimmt. Dazu haben die
Wissenschaftler z. B. Scherben zusammengefügt, um die
Benutzungsmöglichkeiten verschiedener Geräte besser erkennen
zu können. Töpfe, Grills, Herde, Öfen, Mühlen, Mörser und
Gefäße und kleine Tische aus Ton haben sie so schon
identifiziert. Mit Hilfe einer Lupe haben Forscher die
makroskopische Beschaffenheit der Gegenstände untersucht und
mit einem Farbkatalog die Tonfarben der Keramik bestimmt.
Geologen und Mineralogen versuchen außerdem herauszufinden,
woher die verwendeten Materialien stammen. Ahmet Aydemir
plant außerdem eine Verbreitungsstatistik der gefundenen
Güter. Mit ihrer Hilfe will er die Funktion bestimmter Räume
herausfinden.

Weitere Informationen

Ahmet Aydemir, Flözstraße 16, 44799 Bochum, Tel.
0234/9731840, Email: aaydemir@web.de
Prof. Dr. Volkmar von Graeve, Fakultät für Geschichte der
Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22528, Fax:
0234/32-14-234


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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