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(00026) 29.01.2001 14:18

GEO-Tag der Artenvielfalt am 9. Juni im Ruhrgebiet


Bochum, 29.01.2001
Nr. 27


Das Revier kommt unter die Lupe
GEO-Tag der Artenvielfalt am 9. Juni im Ruhrgebiet
Experten ziehen Naturbilanz zwischen Halden und Hochöfen

Was sprießt auf alten Halden, blüht zwischen stillgelegten
Gleisen, was hat sich klammheimlich unter morschen
Bodenschwellen eingenistet oder rostige Türme erobert? Kurz:
Wie hat sich die Natur verloren geglaubte Lebensräume zurück
erkämpft? Zu seinem dritten "Tag der Artenvielfalt" lädt das
Magazin GEO in diesem Jahr mit Unterstützung der Projekt
Ruhr GmbH am 9. Juni 2001 Wissenschaftler, Experten und
fachkundige Laien ins Ruhrgebiet ein. Federführend bei den
Zoologen, die sich von der Ameise bis zum Zeisig um alle
Tierarten kümmern, wird PD Dr. Heike Wägele (Lehrstuhl für
Spezielle Zoologie, Fakultät für Biologie der RUB) sein. Wie
ihr Kollege aus dem Fachbereich Botanik, Prof. Dr. Henning
Häupler (Lehrstuhl für Geobotanik, RUB), forscht sie seit
längerem auf diesem Feld.

2.000 Tier- und Pflanzenarten

Mithilfe des Ministeriums für Schule, Wissenschaft und
Forschung (MSWF) Nordrhein-Westfalen, der Ruhr-Universität
Bochum und Universität Essen werden zahlreiche Experten 24
Stunden lang auf einem noch geheim gehaltenen, 500 Hektar
großen Terrain untersuchen, wie mannigfältig das Naturleben
auf einer Industriebrache ist. Etwa 2.000 verschiedene Tier-
und Pflanzenarten werden die Experten binnen eines Tages
identifizieren, eine vergleichbare Vielfalt haben die
GEO-Aktionen in den Vorjahren zutage gebracht. "Dies ist
eine sehr seltene Gelegenheit, auf einem doch relativ
kleinen Areal in so kurzer Zeit so viele Arten nachzuweisen.
Noch seltener dürfte die konzentrierte Ansammlung von so
vielen Spezialisten im Feld sein, stellt doch die Systematik
in unserer Wissenschaftslandschaft eine eher aussterbende
Spezies dar", kommentiert Heike Wägele das Vorhaben.

Biologen schwärmen aus

Die rund hundert Fachleute für das Aufspüren und
Identifizieren von Tier- und Pflanzenarten haben am 9. Juni
viel vor, wenn sie tief im Westen in Flora und Fauna
eintauchen. Einige der Spezialisten wollen bereits in der
Nacht vor dem 9. Juni ausschwärmen, um nachtaktive Tiere wie
Fledermäuse, Falter, Motten, aber auch Säugetiere zu
beobachten. Alle Ergebnisse werden in einer großen Liste
zusammengetragen und gegebenenfalls auch später noch
analysiert.

Größte Feldforschungsaktion in Mitteleuropa

Mit der Hauptaktion zum "GEO-Tag der Artenvielfalt" einher
gehen zahlreiche Privatinitiativen, die das Naturbewusstsein
im Ruhrgebiet schärfen werden. Schon im vergangenen Jahr
haben über 25.000 Teilnehmer aus acht Ländern den "GEO-Tag
der Artenvielfalt" an 250 Orten zur größten
Feldforschungs-Aktion in Mitteleuropa gemacht. Zudem haben
GEO und die Projekt Ruhr GmbH mit dem MSWF einen
Schülerwettbewerb zur Artenvielfalt ausgeschrieben. Derzeit
wird begleitendes Lehrmaterial für Schulen erarbeitet, damit
das Thema "heimische Biodiversität" einen festen Platz im
Lehrplan des Biologie- und Ökologie-Unterrichts bekommt.

Überraschungen warten auf die Experten

Nach der Wakenitz-Niederung bei Lübeck 1999 und einem
Schweizer Berg 2000 ist das Ruhrgebiet die dritte Station
für das GEO-Biodiversitäts-Team, um hier eine Naturbilanz zu
ziehen. Neue Lebensräume haben sich zwischen alten
Industriekathedralen entwickelt, selbst Wald- und
Teichlandschaften fehlen nicht im größten Ballungsraum
Europas. "Schon jetzt ist eines sicher: Es warten
Überraschungen auf die Experten, denn welche Arten über Wind
und Wasser auf Halden und Industriebrachen einwandern, lässt
sich selten vorausahnen", stellt GEO-Chefredakteur
Peter-Matthias Gaede in Aussicht. Unter mehreren Bewerbern -
darunter Venedig, das Wattenmeer oder das Dreiländereck
Österreich-Tschechien-Deutschland - wählte GEO für die
Aktion 2001 das Land zwischen Rhein und Ruhr aus, weil
stadtnahe Natur als Regelfall in Mitteleuropa besonders
relevant ist. Alle Ergebnisse der Haldeninspektion werden in
der September-Ausgabe 2001 von GEO veröffentlicht.

Anmeldung und weitere Informationen

Schulen, Institute, Naturschutz- und Umweltverbände, aber
auch Gruppen von naturinteressierten Laien, die einen
eigenen "Tag der Artenvielfalt" organisieren wollen, können
sich für die Naturinspektion am 9. Juni 2001 bei GEO
anmelden: GEO-Redaktion, Stichwort Artenvielfalt, 20444
Hamburg; Internet: http://www.geo.de/projekte/artenvielfalt

Weitere Informationen

PD Dr. Heike Wägele, Lehrstuhl für Spezielle Zoologie,
Fakultät für Biologie der RUB, ND 05/785, Tel.:
0234/32-24585, Fax: 0234/32-14114, eMail:
heike.waegele@ruhr-uni-bochum.de


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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