[ vorherige ] [ nächste ] [ Übersicht nach Zeit ][ alphabetische Übersicht ]

(00012) 17.01.2001 14:26

Menschenrechte überwachen – Streit schlichten


Bochum, 17.01.2001
Nr. 13

Menschenrechte überwachen – Streit schlichten
Neue Methoden zur Ausbildung der Ausbilder
IFHV-Wissenschaftler im EU-Trainingsprogramm


Wie sollten Menschen qualifiziert werden, damit in sie in
jenen Konfliktgebieten schlichtend eingreifen können, in
denen das Menschenrecht kein Pfifferling wert ist? Um aktive
Trainingsmethoden, Rollenspiele und Diskussionsmethoden ging
es auf einem internationalen Expertentreffen in Pisa
(Italien), an dem auch drei Wissenschaftler des Instituts
für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der
Ruhr-Universität Bochum (IFHV) beteiligt waren.

Bochumer bilden aus

Menschenrechtsförderung und –beobachtung sind in den letzten
zehn Jahren zu einer zentralen Aufgabe der EU-Außenpolitik
geworden. Allein auf dem Balkan sind Tausende europäischer
Helfer tätig, um zum Aufbau von Rechtsstaatlichkeit und
Demokratie beizutragen. Viele davon sind durch
Wissenschaftler des IFHV in den beiden europäischen
Master-Studiengänge „Human Rights and Democratization“ und
„Humanitarian Assistence“ ausgebildet worden. An diesen
Studiengängen ist das IFHV seit vier bzw. acht Jahren mit
mehreren anderen europäischen Universitäten beteiligt.

Herausforderungen: Unterschiede in Kulturkreisen und
Vorwissen

Diese europäischen Masterprogramme stellen nicht nur
inhaltlich hohe Anforderungen an die Wissenschaftler,
sondern auch methodologisch und pädagogisch: In kurzer Zeit
muss ein umfangsreiches Wissen an eine international und
interdisziplinär zusammengesetzte Studentenschaft vermittelt
werden, deren Teilnehmer unterschiedliche Vorbildungen
mitbringen und aus verschiedenen Kulturkreisen stammen.
Traditionelle Lehrmethoden sind folglich durch moderne
Verfahren zu ergänzen. Diesem Zweck diente das von der EU
finanzierte viertägige Intensivprogramm „Training the
Trainers“, das in der letzten Woche an der Scoula Superiore
Sant’ Anna in Pisa. Der Untertitel der Veranstaltung „The
Class Environment: Avanced Principles and Methods in the
Training Process“ bringt die Zielsetzung zum Ausdruck: Mit
welchen modernen Mitteln sollen Ausbilder die späteren
Einsatzhelfer einerseits exakte Kenntnisse auf dem Gebiet
der Menschenrechte beibringen und sie gleichzeitig in
Techniken ausbilden, wie sie in Konfliktlagen
streitschlichtend wirken können. Solche Qualifikationen
wurden in Pisa durch interaktive Trainingsmethoden, in
Rollenspielen und Diskussionsrunden nach der
Fishbowl-Methode unter der Anleitung internationaler
Experten geübt.

Erfahrungen für RUB-Masterprogramme

Insgesamt nahmen an der Veranstaltung 15
Menschenrechtsexperten von der UNO, OSZE, dem Europarat und
den Universitäten Pisa und Bochum teil. Nun muss die
Evaluation der Veranstaltung zeigen, ob dieses „Training the
Trainers“-Programm demnächst an der Ruhr-Universität Bochum
fortgesetzt wird. Für die Bochumer Wissenschaftler kann
jedenfalls eingeschätzt werden, dass die vielen neuen
Anregungen direkt in die beiden europäischen Masterprogramme
und die Lehrveranstaltungen, die IFHV-Wissenschaftler beim
Auswärtigen Amt durchführen, einfließen.

Weitere Informationen

Dr. iur. habil. Hans-Joachim Heintze, Ruhr-Universität
Bochum, Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres
Völkerrecht, 44780 Bochum, Tel.: 0234/32-27933, Fax:
0234/32-14208



--
RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB

Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB



zurück zur Übersicht nach Zeit | alphabetisch