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(00365) 13.12.2000 15:30

Neue RUB-CD: Robert Schumanns „Missa sacra“


Bochum, 13.12.2000
Nr. 362


Ein seltenes Hörvergnügen: Robert Schumanns „Missa sacra“
RUB präsentiert neue CD-Produktion aus dem Audi max ...
... und Schumanns lateinische Messe als Weihnachtskonzert


Ein äußerst selten zu hörendes Werk von Robert Schumann
präsentiert die RUB mit ihrer neuen CD-Produktion: „Missa
sacra“, die Messe c-Moll, op. 147, in der Fassung für Orgel,
die der Düsseldorfer Organist Stefan Schmidt zusammen mit
dem Collegium vocale Bochum unter Leitung von
Universitätsmusikdirektor Dr. Hans Jaskulsky auf der großen
Konzertsaalorgel im Audi max gespielt hat. Außerdem auf der
neuen CD: die Fugen über B-A-C-H op. 60 – denen Schumann
übrigens selbst die größte Dauer unter seinen Kompositionen
voraussagte – sowie die „Studien für den Pedalflügel“ op.
56, beide im Jahre 1845 komponiert.

CD beim MZ oder im Fachhandel

Die neue CD ist im Fachhandel erhältlich und kann auch
direkt beim Musischen Zentrum (MZ) der RUB zum Preis von DM
30,- (zzgl. Porto und Verpackung) bestellt werden.
Kontaktadresse s. unten, zudem befindet sich im Internet ein
Bestellformular unter
http://www.ruhr-uni-bochum.de/mz-musik/kw_cd.htm

Live erleben beim RUB-Weihnachtskonzert

Robert Schumanns „Missa sacra“ wird auch gespielt auf dem
Weihnachtskonzert der Ruhr-Universität am Donnerstag, 21.
Dezember 2000, 20.00 Uhr im Audi max. Neben der lateinischen
Messe führen  das Collegium vocale Bochum und Stefan Schmidt
(Orgel) unter Leitung von Hans Jaskulsky auch Chor- und
Orgelmusik von J. S. Bach, B. Britten u. a. auf.
Karten für das Konzert sind seit 01.12.2000 an den
Vorverkaufsstellen in Bochum erhältlich
(Verkehrsverein am Bahnhof, Musik Gläsel am Westring, "Die
Note" in der Herner Str., Uni-Buchladen im Mensa-Foyer) und
am 21.12. ab 19.00 Uhr an der Abendkasse.

Große Vorbilder

Die CD enthält die einzige lateinische Messe Schumanns, die
er im Februar und März 1852 komponiert und instrumentiert
hat. Zu Lebzeiten des großen Komponisten erfuhr das Werk
lediglich eine Teilaufführung der Sätze „Kyrie“ und „Gloria“
(am 3. März 1853 im Geislerschen Saal zu Düsseldorf). Wer
immer es in der Mitte des 19. Jahrhunderts unternahm, eine
lateinische Messe zu komponieren, hatte sich an großen
Vorbildern und tradierten Kompositionsverfahren zu messen.
Bachs h-Moll-Messe und Beethovens Missa solemnis, aber auch
seine früher entstandene (und von Schumann aufgeführte)
Messe in c-Dur, gehören zu den Schlüsselwerken einer großen
Messentradition in der Rezeption der Hochromantik. Nicht
anders als vorher Schubert und später Bruckner ist auch
Schumanns c-Moll-Messe Überkommenem verpflichtet, findet
aber auch zu einer sehr eigenen Formulierung des „Ordinarium
Missae“, deren Eigenheiten auf den Spätstil des Komponisten
verweisen. Spätestens nach Bachs großem Vorbild war es auch
nichts Außergewöhnliches, dass ein Protestant sich die
Vertonung der katholischen Messe zu eigen machte.

Fugen über B-A-C-H

Die „Studien für den Pedalflügel“ op. 56, „Vier Skizzen“ op.
58 und „Sechs Fugen über B-A-C-H“ op. 60 entstanden nach
einer vier Jahre dauernden Schaffenskrise Schumanns im Jahr
1845. In dieser Zeit betrieb er intensive kontrapunktische
Studien, insbesondere am Werk Johann Sebastian Bachs, dessen
Kunst Schumann sehr beeindruckte. Gerade die Fugen zeigen
den Einfluß Bachs, bei dessen Werken (besonders dem
„Wohltemperierten Klavier“) Schumann nicht zuletzt die
Gleichzeitigkeit von poetischem Ausdruck und komplexen
kontrapunktischen Strukturen bewunderte. Schumanns Werke für
Pedalflügel bzw. Orgel leiten den späten Kompositionsstil
Schumanns ein: „Erst vom Jahre 1845 an, wo ich anfing, alles
im Kopf zu erfinden und auszuarbeiten, hat sich eine ganz
neue Art zu komponieren zu entwickeln begonnen.“ Schumann
selbst sagte den Fugen über B-A-C-H die größte Dauer unter
seinen Kompositionen voraus.

Größte Konzertorgel im Ruhrgebiet

Das Audi max der RUB beherbergt seit 1998 die größte
Konzertorgel im Ruhrgebiet, eingebaut von der Fa. Orgelbau
Klais (Bonn), die bereits vergleichbare Orgeln in der Kölner
Philharmonie, in Bad Säckingen und in Kyoto (Japan)
errichtet hat: eine viermanualige Orgel mit 82 Registern,
ca. 6400 Pfeifen und zwei voneinander unabhängigen
Spieltischen. Damit entstand in Bochum ein vielseitig
verwendbares Instrument, das Orgelmusik in ihrer
stilistischen Vielfalt - mit Schwerpunkt im Bereich der
symphonischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts -
angemessen wiedergeben kann. Seit dem Herbst '98 finden
regelmäßig Orgelkonzerte in der RUB statt.

Weitere Informationen

Sabine Hoeper, Musisches Zentrum der Ruhr-Universität
Bochum, MZ 0/013, 44780 Bochum, Tel.: 0234/32-22800, Fax
0234/32-14621, eMail: musisxy9@ruhr-uni-bochum.de; Internet:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/mz-musik/kw_cd.htm



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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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