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(00326) 16.11.2000 14:18

Lust und Last der Wochenendbeziehungen


Bochum, 16.11.2000
Nr. 323

Lust und Last der Wochenendbeziehungen
Getrennt-zusammen-leben boomt
Buchveröffentlichung: „In der Ferne so nah“


Sie wissen, wovon sie reden: Karin Freymeyer, Leiterin der
Studiobühne im Musischen Zentrum der RUB und ihr Freund
Manfred Otzelberger, Journalist im 600 Kilometer entfernten
Bayreuth proben seit anderthalb Jahren das, was immer mehr
Menschen allwöchentlich in die Fernzüge und auf die
Autobahnen treibt: eine Wochenendbeziehung. In ihrem neuen
Buch „In der Ferne so nah. Lust und Last der
Wochenendbeziehungen“ beleuchten sie das Phänomen von allen
Seiten – woher kommt der Boom? Haben sich Fernpaare mehr zu
sagen als Nahpaare? Wie geht es am Wochenende von Null auf
Hundert (und dann wieder zurück)?

Liebe im Zeitalter der Strohwitwenschaft

Mindestens jede achte Liebe in Deutschland ist eine
Fernliebe, und es werden immer mehr. Waren es früher meist
nur Piloten, Fernfahrer, Seeleute und Soldaten, die auf
Distanz lebten und liebten, führen heute auch Studierende,
Beamte, Banker, Manager, Monteure – kurz: Vertreter aller
möglichen Berufsgruppen ein Nomadenleben zwischen Job in der
einen und Partner in der anderen Stadt. Die Wirtschaft
fordert immer mehr Mobilität von ihren Mitarbeitern, und nur
selten bietet ein und dieselbe Stadt den idealen Job für
beide Hälften einer Partnerschaft. Zwischen 1985 und 95 hat
sich die Anzahl der Wochenendlieben verdoppelt, in neuester
Zeit hat der Regierungsumzug nach Berlin etliche Strohwitwen
und –witwer hervorgebracht.

Am Wendepunkt heißt es: ganz oder gar nicht

Fernlieben mögen ihre Vorteile haben: Es gibt keine Chance
für die Beziehung, sich im Alltag Plattfüße zu laufen, die
Partner fixieren sich nicht ausschließlich aufeinander, man
lernt sich immer wieder neu kennen und genießt die
gemeinsame Zeit. Aber ebenso viele Nachteile überschatten
das getrennte Zusammenleben: Es entsteht keine Nähe,
Eifersucht quält, jeder Abschied ist ein kleiner Tod. Und so
können sich nur etwa ein Drittel der Fernliebenden auf Dauer
eine solche Partnerschaft vorstellen, alle anderen sehen den
Zustand als vorübergehend an. Fest steht: Nach
durchschnittlich zwei bis drei Jahren ist die Fernliebe am
Ende. Entweder man trennt sich oder man baut doch gemeinsam
ein Nest.

Fernliebe ist hochriskant, Nahliebe aber erst recht

Etwa 100 Wochenend-Partner haben Karin Freymeyer und Manfred
Otzelberger zu ihren Beziehungen befragt, dazu Experten
interviewt und eigene Erfahrungen verarbeitet. Dennoch
müssen sie schließlich feststellen: Ein Patentrezept gibt es
nicht. Fernliebe ist eine hochriskante Lebensform – aber sie
kann sich auch lohnen.

Titelaufnahme

Freymeyer, Karin; Otzelberger, Manfred: In der Ferne so nah.
Lust und Last der Wochenendbeziehungen. Ch. Links Verlag,
Berlin 2000, ISBN3-86153-222-0

Weitere Informationen

Karin Freymeyer, Leiterin der Studiobühne des Musischen
Zentrums der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel.
0234/32-22836, Fax: 0234/32-14-708, Email:
studigbo@ruhr-uni-bochum.de



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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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