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(00316) 09.11.2000 15:39

Ringvorlesung zur Richtung der Wissenschaft


Bochum, 09.11.2000
Nr. 314

Die Rechnung nicht ohne die Menschen machen
Nur gemeinsam stark: „Sciences“ und „Humanities“
Interdisziplinäre Ringvorlesung zur Richtung der
Wissenschaft


„Wissenschaft“, das heißt heute in erster Linie
„Naturwissenschaft“; ihre Erkenntnisse werden immer
spezieller, und auch die Technik verwissenschaftlicht mehr
und mehr – und blendet dabei den Menschen, Patienten und
Nutzer weitgehend aus. „Wohin nach dem 20. Jahrhundert?“
fragen sich daher Experten verschiedener Fachrichtungen in
einer Ringvorlesung, die die Fakultät für
Geschichtswissenschaft der RUB (Prof. Wolfhard Weber,
Lehrstuhl für Wirtschaft- und Technikgeschichte) und der
Rektor der RUB, Prof. Dr. Dietmar Petzina gemeinsam
organisieren. Die Richtung des Wissenszuwachses in den
Bereichen „Wissen“, „Technik“ und „Umwelt“ steht dabei im
Mittelpunkt: Das Verhältnis zwischen „Sciences“ und
„Humanities“ wird sich ändern müssen.

Technische und soziale Lösungen inteliigent kombinieren

In fast jeder Stellenanzeige finden sich die neuen
Anforderungen an die Technik und technische Experten wieder:
Nicht nur fachlich kompetent sollen Techniker sein, sie
sollen auch über Teamfähigkeit und Kreativität verfügen,
effizient kommunizieren und ein Problem ganzheitlich in
seinem Umfeld betrachten können. Da Technik immer in
Zusammenhang steht mit Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und
Ökologie, braucht es fächerübergreifende Ausbildungsinhalte
für Studierende technischer Fächer. Nicht nur Zusatzangebote
wie etwa Rhetoriktrainings sind gefragt, sondern neue Lehr-
und Lernformen, die die Systemzusammenhänge aufzeigen.

Den Patienten nicht vergessen

Ähnliches gilt für die Medizin: Die Gleichsetzung von
„Wissenschaft“ mit „Naturwissenschaft“ ist im 20.
Jahrhundert bezeichnend für das Selbstverständnis der Ärzte.
Jedoch darf darüber der Patient nicht aus dem Blick geraten.
Psychologie, Soziologie, Psychosomatik und ökologische und
ethische Problemstellungen müssen als obligatorische Fächer
Eingang ins Medizinstudium finden, damit sich die Schere
zwischen Wissenschaft und Lebenswelt schließt.

Abschied vom idealtypischen Nutzer

Nicht nur Ärzte, auch Ingenieure sollten über den Tellerrand
ihres Fachgebiets  schauen und
gesellschaftswissenschaftliche Erkenntnisse in ihre Arbeit
miteinbeziehen. Schließlich entwickeln sie ihre Produkte für
Menschen, die nicht dem idealtypischen Nutzer entsprechen.
Sogenannte „soft facts of engineering“ kommen noch viel zu
kurz. In sechs Vorträgen mit anschließender Diskussion
wollen die Referenten besonders die Beziehung zwischen den
technik- und naturwissenschaftlichen und den geistes- und
gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen neu bestimmen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Wolfhard Weber, Fakultät für
Geschichtswissenschaft, Lehrstuhl für Wirtschaft- und
Technikgeschichte der Ruhr-Universität, 44780 Bochum., Tel.
0234/32-22548, Fax: 0234/32-14-128, Internet:
http://www.ruhr-uni-bochum.
de/Studium-Generale oder
http://www.ruhr-uni-bochum.de/technikhist/Studium-Generale

Programm
Donnerstag, 16. November 2000

18 Uhr c.t., HZO 40
Prof. Dr. Monika Greif, Wiesbaden: Ausbildung der Experten
für die Zukunft. Fachwissen, BWL, Teamtraining und Rhetorik:
reicht das ?
Prof. Dr. Irmgard Müller, Bochum: „Medizin wird
Naturwissenschaft sein oder sie wird nicht sein.“ Zur
historischen Dimension des Humanen in der Humanmedizin.

Freitag, 15. Dezember 2000

14 Uhr c.t., HZO 40
Prof. Dr. Ulrich Wengenroth, TU München: Die Konstruktion
des Nutzers in der verwissenschaftlichten Technik des 20.
Jahrhunderts.
Prof. Dr. Jens Blauert, Bochum: Hörscheinwelten – und was
nun?

Donnerstag, 25. Januar 2001

18 Uhr c.t., HZO 40
Prof. Dr. Egon Becker, Frankfurt/M.: Die Zukunft der
Umweltforschung in einer ökologischen Wissensgesellschaft
Prof. Dr. Roland Augustinus Fischer, Bochum: „Absolut
künstlich sind lediglich Wunder, da sie nicht möglich sind“
- Oder :Über die Schwierigkeiten eines Chemikers mit der
Natur.


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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