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(00284) 17.10.2000 12:47

Esser-Preis für junge RUB-Wissenschaftler/innen


Bochum, 17.10.2000
Nr. 282

Umfunktionierter Rembrandt, fiese Fettspalten und mehr ...
Preise für fünf junge RUB-Wissenschaftler/innen
Esser-Stiftung fördert Abschluss von Dissertationen


Fünf junge Wissenschaftler/innen der Ruhr-Uni Bochum sind am
11. Oktober im Haus der Gesellschaft der Freunde der RUB
(GdF) mit den Preisen der Wilhelm und Günter Esser Stiftung
für das Jahr 2000/2001 ausgezeichnet worden. Überreicht
wurden die Urkunden vom Vorsitzenden der GdF, Fritz Bahlo,
im Beisein von Mitgliedern des Rektorats der RUB. Die Preise
- Stipendien von DM 1.200 pro Monat für einen Zeitraum von
vier bis elf Monaten - sollen den Abschluss der Dissertation
frei von finanziellen Sorgen ermöglichen.

Natur- und Ingenieurwissenschaften

Da sage noch einer, in Doktorarbeiten werde hauptsächlich
für die Schreibtischschublade geforscht. Das Gegenteil ist
der Fall, wie die Themen der fünf Preisträger/innen
demonstrieren. Der Biologe Thorsten Eggert beschäftigt sich
mit Lipasen, also den Fettspalten, die letztlich dafür
verantwortlich sind, dass man (zu) dick wird. Eggert möchte
herausfinden, wie das verhindert werden kann. Seine
Erkenntnisse sollen der Biotechnologie helfen, entsprechende
Maßnahmen einzuleiten und Medikamente zu entwickeln. Ebenso
konkret kommt das Projekt der Bauphysikerin Maja Karutz
daher. Es geht um Wärmedämmung an Gebäuden, speziell um den
Baustoff Putz. Seine Eigenschaften werden bislang in
aufwändigen Experimenten (künstliche Bewitterung mit Wind,
Wetter, Regen etc.) untersucht. Um diese Versuche, die auch
der Zulassung des Baustoffes dienen, zum Teil ersetzen zu
können, entwickelt Karutz mathematische Modelle zur
rechnergestützten Simulation. Der Clou an
Formgedächtnis-Legierungen ist, dass sie sich nach der
Bearbeitung (z. B. mit Wärme, Druck, Spannung) anschließend
von selbst in den Originalzustand zurückbegeben. Deshalb
sind die Einsatzmöglichkeiten dieser Stoffe schier
unerschöpflich. Gleichwohl sind die Forschungen darüber
längst nicht abgeschlossen. Eine der Lücken schließt der
Physiker Michael Kaack. Er testet elastische Legierungen aus
Nickel und Titan, die u. a. bei Brillengestellen Verwendung
finden.

Geisteswissenschaften

Auch die mitunter belächelte Forschung in den
Geisteswissenschaften kann ungemein spannend sein, wie der
fesselnde Vortrag der Germanistin Regine Anacker zeigte. Sie
befasst sich mit dem Werk des Dichters und Arztes Gottfried
Benn und spürt darin anthropologische Aspekte auf. Der
Kunsthistoriker Martin Hellmold schließlich beschäftigt sich
mit dem Maler Rembrandt. Allerdings nicht mit dessen Leben
und Werk, sondern mit dem, was daraus insbesondere zwischen
1850 und 1950 gemacht wurde. So funktionierten die Nazis den
Niederländer kurzerhand zum Deutschen um. Mehr noch:
Rembrandt wurde als Künstler zum unerreichbaren Genie und
als Mensch zum Ideal deutscher Bürgerlichkeit stilisiert.

Foto

Dieser Presseinformation ist ein Foto der Preisträger
beigefügt. 
Die diesjährigen Esser-Preisträger, v. l.: Michael Kaack,
Regine Anacker, Maja Karutz, Thorsten Eggert und Martin
Hellmold


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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