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(00207) 02.08.2000 15:02

Euro als Jobmaschine: RUB-Wissenschaftler weist Nutzen der neuen Währung nach


Bochum, 02.08.2000
Nr. 205

Euro als Jobmaschine 
Währungsunion sichert Arbeitsplätze
Wissenschaftler weist Nutzen des gemeinsamen Geldes nach


Der Euro ist in aller Munde, ebenso wie der vielbeschworene
wirtschaftliche Aufschwung, den er bringen soll. Eine
Währung für ganz Europa - kann das wirklich Arbeitsplätze
sichern oder gar neue schaffen? Dieser Frage widmet sich Dr.
Ansgar Belke  (Theoretische Volkswirtschaftslehre I,
Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der RUB) in seiner
Habilitation "Wechselkursbewegungen, Außenhandel und
Arbeitsmärkte: Neue theoretische und empirische Analysen im
Lichte der Europäischen Währungsunion". 

"Euro-Marketing" statt Analyse

Die Auswirkungen der Europäischen Währungsunion auf den
Arbeitsmarkt - dieses Thema wurde bislang noch nie
theoretisch fundiert und empirisch gesichert analysiert.
Doch nicht nur wissenschaftlich betrachtet ist die
Untersuchung relevant, handelt es sich doch um ein Thema mit
politischer Bedeutung. Die fehlende wissenschaftliche
Absicherung führte in der Vergangenheit häufig dazu, dass
Politiker ein regelrechtes "Euro-Marketing" betrieben.
Mögliche Risiken für die Stabilität der Währung zogen sie
dabei nicht immer in Betracht. Schließlich fehlten die
Beweise für oder gegen den Nutzen der neuen Währung.

Werden die Jobs sicherer,...

Dr. Ansgar Belke nähert sich dem Thema anhand der
Fragestellungen, ob die Währungsunion
beschäftigungspolitischen Nutzen bringt und der europäische
Wettbewerb Anreize zu Arbeitsmarktreformen schafft. Da die
theoretisch gewonnenen Ergebnisse in ihrer Vielfalt oftmals
nicht eindeutig waren, hat er sie empirisch überprüft, um
gesicherte Antworten auf die brisante Frage nach der Wirkung
der Währungsunion zu erhalten.

... wenn die Wechselkurse nicht mehr schwanken?

Mit Hilfe eines an die Realität "Eurolands" angenäherten
Modells und statistischer Methoden untersucht Belke seine
Hypothese über mögliche Auswirkungen der Währungsunion. Als
Gradmesser fungiert dabei, wie die aktuelle
Beschäftigungssituation auf arbeitsmarktrelevante Variablen
reagiert - z.B. auf die Lohnnebenkosten und die
Wechselkursschwankungen. Werden etwa die
Wechselkursschwankungen zwischen den Partnern in der EWU
ausgeschaltet, ergibt sich ein positiver Wohlfahrtseffekt:
der Arbeitsmarkt profitiert tatsächlich!

Arbeitsmarkt bestätigt Wissenschaft

Die gegenwärtige positive Beschäftigungsentwicklung in
Europa bestätigt die empirischen Ergebnisse. Auch andere
Wissenschaftler haben sie bereits diskutiert und angenommen.
Von einer geplanten Übertragung der Analyse auf das
Verhältnis vom US-Dollar zum Euro versprechen sich die
Forscher weiterführende Ergebnisse. Die Diskussion darüber,
wie die transatlantischen Währungsbeziehungen in Zukunft
aussehen, könnte hierdurch neue Nahrung erhalten.

Unterstützung durch die DFG

Bereits im April diesen Jahres sagte die Deutsche
Forschungsgemeinschaft zu, die Arbeit mit einer
Druckbeihilfe zu unterstützen. Veröffentlicht wird sie noch
dieses Jahr im Springer-Verlag.

Weitere Informationen

Dr. Ansgar Belke, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der
RUB, Tel. 0234/32-22888, Fax 0234/32-14258, eMail:
ansgar.belke@ruhr-uni-bochum.de

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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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