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(00202) 20.07.2000 15:08

Suche nach Materialfehlern: RUB-Bauingenieur gewinnt Stiftungspreis


Bochum, 20.07.2000
Nr. 200

Suche nach verstecktem Fehler
Schäden schneller erkennen und reagieren
Bochumer Bauingenieur gewinnt Stiftungspreis


Wie können hochdynamisch belastete Systeme genauer als
bisher überwacht und die Sicherheit erhöht werden - diese
Frage beschäftigt die Forschung nicht erst seit dem
Zugunglück von Eschede. In der interdisziplinär
ausgerichteten Dissertation "Detektion von
Strukturveränderungen durch neue Identifikationsverfahren in
der experimentellen Modalanalyse"  entwickelte Dr.-Ing. Dirk
Ka-marys  (AG für numerische Methoden in der Mechanik) ein
Verfahren, um Schäden an Bauwerken oder technischen Systemen
besser zu erkennen. Dafür erhielt der Bochumer Bauingenieur
jetzt den mit 5000 DM dotierten Preis der Prof. Dr.
Fritz-Peter-Müller-Stiftung der Universität Karlsruhe.

Versagen technischer Systeme: oft durch Materialfehler

Technische Systeme wie Turbinen oder Tragflächen versagen
immer wieder - häufig liegt die Ursache im Material
begründet. Um Materialfehler in solchen Komponenten
schneller zu identifizieren, bearbeitete Kamarys ein
mathematisches Verfahren, das in der Elektrotechnik als
Grundlage zu Regelungen und bei den
Wirtschaftswissenschaftlern für Trendanalysen bereits
etabliert ist, bei den Bauingenieuren aber noch unbekannt
war. Die Methode beschreibt durch mathematische Gleichungen
Bewegungsformen von Körpern. 

Schwingungsform als Indiz für Schäden

Bei Kamarys´ Untersuchung überwachen Sensoren permanent die
Schwingungseigenschaften von Bauwerken und technischen
Systemen. Aufgetretene Schäden lassen sich dabei anhand des
Schwingungsverhaltens im Vergleich zur vorher durchgeführten
Referenzmessung sicher identifizieren. Durch das neue
Verfahren läßt sich die Frequenz in kleinere Einheiten
auflösen und die Dämpfung leichter bestimmen. Damit liefert
das Verfahren im Vergleich zur  herkömmlichen
Fou-riertransformation genauere Ergebnisse, die die
Sicherheit erhöhen. Durch die einfachere
Untersuchungsmethode, bei der statt vielen Rechenschritten
nur noch eine Operation durchgeführt wird, ist das Verfahren
außerdem wirtschaftlicher. Große Systemkomponenten oder
Bauwerke können schneller untersucht werden, ohne dass die
aufwändige Ultraschalluntersuchung den Gegenstand Zentimeter
für Zentimeter  beleuchten muss. 

Kamarys' Preis - ein Erfolg für den SFB 398

Die ausgezeichnete Dissertation entstand im
Sonderforschungsbereich 398 "Le-bensdauerorientierte
Entwurfskonzepte unter Schädigungs- und 
Deteriorations-aspekten". Die Wissenschaftler des von Prof.
Dr.-Ing. Heinz Waller (AG für numerische Methoden in der
Mechanik) geleiteten Teilprojekts B4 untersuchen
Schwin-gungsfrequenzen von Bauwerken und technischen
Systemen wie Turbinenwellen oder Zahnrädern. Sie überprüfen
Systemveränderungen anhand von Schwin-gungsanalysen auf den
Grad der Schädigung. Verschleiß soll so frühzeitig erkannt
und die bleibende Lebensdauer eines Bauwerkes bestimmt
werden.

Biographisches

Der 28jährige Bochumer Preisträger Dr.-Ing. Kamarys
absolvierte bereits während seiner Schulzeit an der
Hiberniaschule in Herne eine Lehre zum Maschinenbauer. Das
Diplom zum Abschluss seines Maschinenbaustudiums mit der
Fachrichtung Mechanik erhielt er im Januar 1997. Seit 1997
ist Kamarys Wissenschaftlicher Angestellter im
Sonderforschungsbereich (SFB) 398 der Ruhr-Universität
Bochum. 1999 wurde seine Dissertation von der Fakultät für
Bauingenierwesen angenommen.

Die Stifter

Die Prof. Dr. Fritz-Peter-Müller-Stiftung fördert die
Vertiefung und Weiterentwicklung wissenschaftlicher
Erkenntnisse auf dem Gebiet des Bauingenieurwesens: jährlich
vergibt sie in Karlsruhe ihren Preis für eine hervorragende
wissenschaftliche Leistung im Bereich der Baudynamik. 

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Heinz Waller, Fakultät für Bauingenieurwesen
der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-25877, Fax
0234/32-14488, 
heinz.waller@nm.ruhr-uni-bochum.de
Dr.-Ing. Dirk Kamarys, Fakultät für Bauingenieurwesen der
Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-25879, Fax
0234/32-14488, 
dirk.kamarys@nm.ruhr-uni-bochum.de


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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