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(00080) 29.03.2000 14:46

RUB-Mensa bietet Gerichte mit Johanniskraut


Bochum, 1. April 2000
Nr. 79


Das Gehirn lechzt nach Glücksnahrung
Gute-Laune-Menü soll Stimmung heben
RUB-Mensa bietet Gerichte mit Johanniskraut


Mit guter Laune lernt und arbeitet es sich deutlich besser.
Dieser Weisheit will nun die Mensa der RUB zur Wirklichkeit
verhelfen. Um die Laune und Leistungsfähigkeit der
RUB-Studierenden und Mitarbeiter deutlich zu steigern, wird
ab 1. April 2000 zahlreichen Essensbeilagen der
Johanniskrautextrakt zugesetzt. Die natürliche Substanz
hellt die Stimmung auf und fördert das Wohlbefinden, ohne
müde zu machen. Sie ist gut verträglich und fast
nebenwirkungsfrei.

"Sonnenschein für die Seele"

Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist seit fast 2000
Jahren als Arzneimittel bekannt. Um seine Heilkraft ranken
sich Bräuche und Sagen. Veränderungen im Wesen eines
Menschen wurden im Altertum für ein Teufel- oder Hexenwerk
gehalten. Da man bemerkte, dass Johanniskraut gegen
Stimmungstiefs wirkte, schrieb man der Pflanze
übernatürliche Kräfte zu - daher auch seine zahlreichen
mystischen Namen wie "Teufelskraut" und "Walpurgiskraut".
Die bei uns bekannteste Art ist das Tüpfel-Johanniskraut. Es
wächst in 30 bis 60 cm hohen Stauden. Mit seinen gelben
Blättern und den gelben, strahlenförmig angeordneten
Staubgefäßen erinnert es an die Sonne und wurde daher auch
als "Sonnenschein für die Seele" bezeichnet. Die in den
Blüten des Johanniskrauts enthaltenen Naphthobianthrone,
ätherische Öle, Flavonoide und Xanthone beeinflussen den
Serotoninhaushalt. Serotonin dockt bekanntlich u.a. im
limbischen Zentrum im Gehirn an und ist dort dafür
verantwortlich, dass wir Glücksgefühle empfinden können. So
verschaffen Johanniskrautpräparate Linderung bei leichten
und mittelschweren Depressionen, Kopfweh,
Verdauungsstörungen, Unruhezuständen, Angst und
Schlafstörungen. Und nicht nur auf das seelische Befinden
wirkt es sich positiv aus: Äußerlich angewendet dient es als
Wundheilmittel bei Verletzungen, kleinflächigen
Verbrennungen und Muskelschmerzen. 

Weiterhin freie Wahl beim Essen

Ein neues Fläschchen wird also in kürze die Gewürzregale der
Köche und Köchinnen der großen und kleinen Mensa ergänzen.
Das Johanniskraut kommt in der Mensa-Küche in pulverisierter
Form zum Einsatz und soll nur den Beilagen zugesetzt werden.
Da man niemanden zu seinem Glück zwingen will, wird es
weiterhin jedem freistehen, zu seinem Hauptgericht zwischen
Beilagen mit und ohne Johanniskraut zu wählen. Die mit dem
"Glückkraut" angereicherten Speisen werden einfach an der
Farbe der Schalen zu erkennen sein: Beilagen in grünen
Schalen enthalten es und machen glücklich. Geschmacklich
wird sich an den Mensagerichten durch den Zusatz des
Naturstoffs nichts verändern. Eine plötzliche Kicherlaune
ist auch nicht zu erwarten - mindestens zwei Wochen lang
müssen sich die Mitarbeiter und Studierenden der RUB
gedulden und regelmäßig in der Mensa essen, bis das
Johanniskraut seine Wirkung entfalten kann. 

Gute Verträglichkeit kaum Nebenwirkungen

Die Wirksamkeit von Johanniskraut-Präparaten auf das
Wohlbefinden wurde in etwa 25 kontrollierten klinischen
double-blind-Studien belegt. Vergleichsmessun-gen mit
Placebo-Präparaten ergaben einen signifikanten
Wirkungseintritt nach zwei Wochen, der sich bis zur vierten
Woche steigerte. Johanniskraut ist dabei beinahe
neben-wir-kungsfrei: Die Einnahme beeinträchtigt weder die
Arbeits- noch die Fahrtüchtigkeit. Lediglich 2,5 Prozent der
Probanden zeigten leichte allergische Reaktionen.
Mensabesucher, die zu dieser kleinen Gruppe gehören oder
regelmäßig Medikamente einnehmen, die mit Johanniskraut in
Wechselwirkung treten können (z. B. chemische Psychopharmaka
oder blutgerinnungshemmende Mittel, Listen liegen an der
Essensausgabe beider Mensen aus), sollten lieber die
herkömmlichen Beilagen wählen. Eine positive Nebenwirkung
des Krauts ist die als Hypericismus bezeichnete
Lichtüberempfindlichkeit (Photosensibilisierung), die nur
bei sehr hoher Dosierung bei dafür empfänglichen,
hellhäutigen Menschen auftreten kann. Sie führt zu einer
besseren Lichtausnutzung, was den
Serotonin-Melatonin-Stoffwechsel beeinflusst. Das chemische
Wirkprinzip ist noch nicht endgültig geklärt.
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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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