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(00058) 07.03.2000 13:59

NASA beruft Bochumer Physiker als Experten


Bochum, 07.03.2000
Nr. 57

NASA beruft Bochumer Physiker als Experten 
GLAST-Weltraummission erforscht energiereiche Strahlung 
Gammastrahlung: Auf der Suche nach den entferntesten Quellen


Als einzigen Nicht-Amerikaner hat die US-Weltraumbehörde
NASA den Bochumer Physiker Dr. Martin Pohl in die
vierköpfige Gruppe der INTERDISCIPLINARY SCIENTISTS berufen.
Diese vier international ausgewiesene Wissenschaftler sollen
eigene Forschungen durchführen, aber mit ihrer
wissenschaftlichen Expertise auch die Experimentgruppen
beraten und das Projekt mit steuern: die geplante große
Weltraummission GAMMA RAY LARGE AREA SPACE TELESCOPE
(GLAST). 15 Forscher aus aller Welt waren in der
Endausscheidung der amerikanischen Weltraumbehörde. Die
Berufung durch die NASA ist somit eine hohe Anerkennung der
wissenschaftlichen Leistungen. Dr. Pohl, Mitarbeiter am
Lehrstuhl für theoretische Physik der RUB (Inhaber: Prof.
Reinhard Schlickeiser), wird in einem intensiven
Forschungsprogramm die in unserer Milchstraße erzeugten
Gammastrahlung untersuchen.

Aus schwarzen Löchern und Supernova-Explosionen

Die Weltraummission GLAST will die energiereichsten und
schnellsten Ereignisse untersuchen, um die
Hauptenergiequellen im Universum zu verstehen. Sie widmet
sich z. B. weit entfernten Galaxien, die ein supermassives
Schwarzes Loch beherbergen, Neutronensternen und einzelnen
Schwarzen Löchern, aber auch Resten von Sternen, die nach
einer Supernova-Explosion untergegangen sind, und vielen
anderen Beispielen extremer Masse und Energie.

Findet die "dunkle Materie"

Heute kennt man etwa dreihundert Objekte, die
hochenergetische Gammastrahlung produzieren, aber nur etwa
die Hälfte davon konnte mit Objekten identifiziert werden,
die man auch bei niedrigeren Frequenzen beobachtet. Welche
Geheimnisse sind in den unidentifizierten Quellen noch
versteckt? GLAST wird auch die hochenergetische Strahlung
der Gammastrahlungs-Bursts untersuchen, die immer noch eines
der größten Rätsel der Astrophysik sind. Noch die
schwächsten Bursts sind so hell wie die stärksten
persistenten Quellen von Gammastrahlung am Himmel. Nicht
zuletzt erwartet man auch überraschende Entdeckungen. Eine
Möglichkeit ist die Suche nach Signaturen der exotischsten
von Teilchenphysikern vorhergesagten Teilchen als Kandidaten
für die Dunkle Materie im Universum.

RUB-Physiker dem Ökosystem der Milchstraße auf der Spur

Auch unsere Milchstraße erzeugt hochenergetische
Gammastrahlung. Energiereiche Teilchen wie Protonen und
Elektronen aus der Kosmischen Strahlung, die man auch in
Erdnähe direkt messen kann, sind hierfür verantwortlich. Dr.
Pohl wird mit der Untersuchung dieser galaktischen
Gammastrahlung deshalb letztlich auch die Kosmische
Strahlung studieren, um dem Verständnis des Ökosystems
Milchstraße näher zu kommen. Die Gammastrahlung der
Milchstraße gleicht einem Lichtschleier, der vor weiter
entfernte Objekte gelegt ist. Der von Dr. Pohl
vorgeschlagene und jetzt von der NASA ausgewählte Beitrag,
die Modellierung dieser Gammastrahlung, ist somit eine ganz
wichtige Bedingung für den Erfolg der Weltraummission GLAST.

Weitere Informationen

Dr. Martin Pohl, Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für
Physik und Astronomie, 44780 Bochum, Tel: 0234/32-27796,
Fax: 0234/32-14177, mkp@tp4.ruhr-uni-bochum.de




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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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