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(00012) 11.01.2000 15:49

RUB-Workshop: Geschlecht, Krieg und Gewalt


Bochum, 11.01.2000
Nr. 13

Geschlecht, Krieg und Gewalt
Zweitägiger Workshop der RUB-Marie-Jahoda-Gastprofessur 
Internationale Experten/innenrunde diskutiert im Euro-Eck


Bewaffnete Konflikte zeigen - wie jetzt im Kampf Russlands
mit den Kaukasusrepubliken - weltweit ein und dasselbe
Muster: Sie gehen einher mit Funda-mentalismen und
Nationalismen, die sich in verschiedenen Graden von Gewalt
entladen. Diese Unterschiedlichkeit mit Blick auf beide
Geschlechter zu thema-tisieren, hat sich am 28. und 29.
Januar der zweitägige Workshop der Marie-Jahoda
Gastprofessur für internationale Frauenforschung an der
Ruhr-Universität Bochum - jeweils von 10 - 17 Uhr im
Euro-Eck (beim Uni-Center, Spechtsweg) - zur Aufgabe
gemacht. Zu politisch aktuellen und brisanten Themen
diskutieren internationale Wissenschaftler/innen aus Sri
Lanka, dem Iran, aus Ruanda, dem ehemaligen Jugoslawien und
Deutschland.
Medien eingeladen - bitte anmelden

Der Workshop findet in Kooperation mit den Lehrstühlen für
Journalismus und Film- und Fernsehwissenschaft des
Netzwerkes Frauenforschung NRW an der RUB statt.
Medienvertreter/innen sind herzlich eingeladen. Eine
Anmeldung ist bis zum 20. Januar erforderlich. Programm:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/femsoz/seite31.htm

Distanz vor eigener Geschichte

Den Veranstalterinnen liegen die jüngsten kriegerischen
Handlungen mit der deutschen Beteiligung besonders am
Herzen. Denn Deutschland habe nach Beendigung des Zweiten
Weltkriegs und einer langen Friedenszeit erstmals wieder
aktiv an dem Jugoslawien- und Kosovokrieg teil genommen und
sich so von der eigenen Geschichte distanziert. Die
Veranstalterinnen sprechen in diesem Zusammenhang auch von
einer "Banalisierung der Geschichte".

Vergeschlechtlichte Gewalt

Innerhalb bewaffneter Auseinandersetzungen stellen die
Veranstalterinnen eine "Vergeschlechtlichung der Gewalt"
fest, die ihren Ausdruck in Rollen findet, wer Krieg
vorbereitet, wer im Krieg selbst aktiv ist und wer Frieden
stiftet. Frauen, so die diesjährige Gastprofessorin Dr.
Mirjana Morokvasic-Müller, sind keine universelle
Opfergruppe, doch im Rahmen bewaffneter Auseinandersetzungen
werden diese alle in ihren Lebensbereichen "vergewaltigt".
Deshalb gehören gerade sie zusammen mit den Alten und
Kindern zur größten Gruppe der Flüchtlinge.

Einmalige Zusammensetzung

Der zweitägige Workshop bietet ein international breit
gefächertes Forschungs- und Diskussionsspektrum, das in der
diesmaligen Zusammensetzung einmalig ist: So referiert
Malathi de Alwis aus dem Land der Frauenpremiers und
-präsidenten, Sri Lanka, über die Bedingungen und
Möglichkeiten weiblicher Politik. Chahla Beski aus dem Iran,
die zum Sturz des Schah beitrug, spricht über die Iranische
Revolution in Zusammenhang mit islamistischen Projekten und
Frauenrechten. Der Anthropologe Jose Kagaba, jetzt Paris,
erinnert an den Völkermord in Ruanda. Uta Klein von der
Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster thematisiert
anschließend die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen
Israel und Palästina.

Sexualisierte Gewalt auch gegen Männer

Ein eher unbekanntes Thema rückt Dubrovka Zarkov aus
Nijmegen mit der sexualisierten Gewalt gegen Männer in den
Vordergrund. Gabriele Mischkowsi von medica mondiale hat die
Kriegsvergewaltigungen in Bosnien-Hercegovina und den dazu
statt gefundenen politischen Diskurs in Deutschland
untersucht. 

Differenzierung erwünscht

Mit der breit angelegten Diskussion um Geschlecht, Krieg und
Gewalt erhoffen sich die Gastgeberinnen eine notwendige
Differenzierung im Täter/innen oder Opferstatus. Daneben ist
aber auch das Zusammenkommen an einem runden Tisch
wesentliches Ziel des Workshops.

Zur Person

Die Gastprofessorin Dr. Mirjana Morokvasic-Müller kommt aus
der internationalen Migrationsforschung. Sie ist
Politikberaterin bei der UNESCO und EU und Dekanin der
Arbeitsgruppe "Migration" bei der Internationalen
Frauenuniversität (Expo 2000) in Hannover.

Seit '94 Internationale Gastprofessur für Frauenforschung an
der RUB

Seit Ende 1994 gibt es an der RUB die
Marie-Jahoda-Professur. Sie wird seitdem zweimal jährlich
semesterweise vergeben. Die über 90-jährige Namenspatronin
Marie Jahoda aus Wien war Professorin für Sozialpsychologie
in den USA und Großbritannien und forschte u.a. zu den
Themen Arbeitslosigkeit und Vorurteilsstrukturen.

Anmeldung und weitere Infos

Dr. Paula-Irene Villa, Fakultät für Sozialwissenschaft, GC
04/501, Tel.: 0234-32 22986, Fax 3214502, e-mail:
Paula.Villa@ruhr-uni-bochum.de, Internet:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/femsoz/seite31.htm



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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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