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(00333) 21.12.1999 15:40

Politische Festtagsgrüße


Bochum, 21.12.1999
Nr. 324

Danke,
frohe Festtage und
alles Gute für 2000


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünsche ich
Ihnen ein frohes Fest und ein glückliches Neues Jahr 2000.
Zugleich danke ich Ihnen für Ihre publizistische Begleitung
im Jahr 1999. In einer Zeit, in der die Hochschulpolitik
deutlich in Bewegung geraten ist, neue Hochschulgesetze
formuliert und vielleicht bald verabschiedet werden und die
Hoffnung auf eine echte Autonomie für die Hochschulen am
Horizont aufkeimt, ist uns Ihre wohlwollende publizistische
Aufmerksamkeit eine große Hilfe.

"Qualitätspakt" nicht leichtfertig aufs Spiel setzen

Die Hochschulpolitik im Jahr 1999 war in NRW durch den so
genannten "Qualitätspakt" geprägt. Nach den Vorgaben der
Politiker blieb den Hochschulen des Landes nichts anderes
übrig, als mit der Landesregierung zu vereinbaren, 2000
Stellen bis zum Jahr 2009 zu streichen - davon 194 in der
RUB -, um im Gegenzug Planungssicherheit sowie zusätzliche
Investitionsmittel zu gewinnen. Gleichzeitig waren die
Hochschulen aufgefordert, in äußerst knapper Zeit
Strukturberichte anzufertigen. Diese liegen einem
Expertenrat vor, die Gespräche mit ihm stehen bald an, und
mit gespannter Aufmerksamkeit erwarten die Hochschulen das
Urteil der Landesregierung. Sie erwarten aber auch, dass die
Landesregierung zu ihrem Wort steht und die
Planungssicherheit garantiert; neuere Gerüchte im
Zusammenhang mit den Parlamentsberatungen zum
Haushaltsgesetz NRW 2000 lassen befürchten, dass die
Landesregierung diese Planungssicherheit aufzuweichen
beginnt: Anstatt wie versprochen alle Stellensperren
aufzulösen, will sie Stellen der allgemeinen
Hochschulverwaltung davon ausnehmen und sogar für 24 Monate
gesperrt halten. Die Politik sollte gewarnt sein und nicht
unvorsichtig eine von den Hochschulen nur zähneknirschend
unterzeichnete Vereinbarung leichtfertig aufs Spiel zu
setzen. 

Sich selbst neu wahrnehmen lernen

Man kann dem so genannten "Qualitätspakt" auch Gutes
abgewinnen. Wir und die anderen Hochschulen waren gehalten,
über uns nachzudenken und uns selbst neu wahrzunehmen. Trotz
der strengen Auflagen der Landesregierung, die eine
angespannte Situation erzeugten, diskutierten die Mitglieder
der RUB die Zukunftsvorstellungen in einer Atmosphäre
gegenseitigen Vertrauens und Respekts, nicht zuletzt weil
das RUB-Rektorat frühzeitig erkennen ließ, dass es die RUB
als weiterhin einzige "Volluniversität" im Ruhrgebiet plane.
So ist ein Strukturbericht für den Expertenrat entstanden,
der sich sehen lassen kann - sowohl inhaltlich als auch in
der äußeren Präsentation der Corporation Ruhr-Universität
Bochum.

RUB geht optimistisch ins neue Jahrtausend

Mit dem vorgelegten Strukturbericht, aber noch mehr
angesichts der großen Erfolge im Jahr 1999, begrüßt die RUB
optimistisch und gut gerüstet das neue Jahrtausend. Drei
Stiftungsprofessuren wurden von Mitgliedern der RUB 1999
eingeworben: Mit zweien dieser Stiftungsprofessuren entsteht
ein in Europa einmaliges Forschungs- und Lehrpotenzial auf
dem Gebiet der IT-Sicherheit, und mit der so vor wenigen
Tagen bewilligten Alfried Krupp-Stiftungsprofessur für
"Visuelle Kultur" kann das Institut für Film- und
Fernsehwissenschaft wieder optimistisch in die Zukunft
schauen. Drei neue Sonderforschungsbereiche (SFB) und eine
Forschergruppe hat die DFG 1999 der RUB bewilligt, zwei neue
Forschergruppen, finanziert aus dem BMBF-Programm BioFuture,
und weitere Graduiertenkollegs (GK) konnten ihre Arbeit
beginnen, darunter ein GK über "Industrielle Ballungsräume
im Vergleich", das ausschließlich aus Mitteln von
Unternehmen der Region finanziert wird. Ein Meilenstein für
die RUB war auch die Eröffnung der Stiftung Bibliothek des
Ruhrgebiets, wo - umgeben von rund einer halben Million
Bände - das Institut für soziale Bewegungen und das Zentrum
für interdisziplinäre Ruhrge-bietsforschung ein neues
Domizil und die RUB einen ersten Brückenkopf im Herzen der
Stadt Bochum gewonnen hat. Neuland beschritt die RUB '99 bei
der privatwirtschaftlich finanzierten Weiterbildung: Sie
schloss u.a. mit der Deutschen Bank einen Vertrag und bietet
seit September deren Mitarbeitern ein weiterbildendes
Studium "Financial Consulting Deutsche Bank" an. Auf diesem
Feld, das in Zukunft noch stärker beackert werden soll,
erwächst der RUB neben Forschung und Lehre ein dritter
starker Zweig. Auch in der Öffentlichkeitsarbeit hat die RUB
'99 neue Wege beschritten: Mit den drei Fachhochschulen in
Bochum haben wir Mitten in der City an einem Sonntag im
Frühsommer einen "Treffpunkt Forschung" durchgeführt und
vielen Besuchern einen Ausschnitt unserer
Forschungsleistungen anschaulich präsentiert. 

Rahmenbedingungen müssen stimmen

Die RUB hat sich alles in allem als innovativ und
reformbereit erwiesen, und sie wird für realisierbare,
vernünftige Reformideen auch in der Zukunft kämpfen. Sie ist
daran interessiert, ihren Studierenden gute
Studienbedingungen zu ermöglichen und der Gesellschaft
grundlegende und verwertbare Ergebnisse aus der Wissenschaft
in hoher Qualität bereitzustellen. Allerdings müssen dafür
die Rahmenbedingungen noch erheblich verbessert werden und
Planungssicherheit gewährleistet sein: Nur mit weitgehender
Autonomie können wir - die Mitglieder der RUB - unsere
Leistungen in angemessener Weise für das Wohl des Landes und
unserer Gesellschaft erbringen. 

idw- In Ihrer und eigener Sache

Noch ein Satz in eigener Sache: Für Sie, unsere
Ansprechpartner in den Medien, haben wir - die Pressestellen
der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Bayreuth und
der TU Clausthal mit dem Rechenzentrum der TU Clausthal - in
den letzten Jahren den "Informationsdienst Wissenschaft"
(idw) aufgebaut und betrieben. Er ist eine
"Wissenschaftsnachrichtenagentur" im Internet, die Ihnen
Experten aus der Wissenschaft vermittelt und die Recherche
in den Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen
erleichtert. Sie haben den Dienst sehr gut angenommen und
nutzen ihn mit zunehmender Tendenz. Im abgelaufenen Jahr
konnten wir Dank der Förderung durch das Bonner
Forschungsministerium den weiteren Ausbau des idw kräftig
vorantreiben und den Service erheblich verbessern. In Kürze
wird der idw auf eine neue Finanzierungsbasis umgestellt. Er
soll ein Partner der Wissenschaftsorganisationen werden, die
in PUSH (Public Understanding of Science and Humanities) -
Wissenschaft im Dialog - zusammengeschlossen sind. Wir
hoffen, damit auf Dauer den idw als Institution des Dialogs
zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft stabilisieren zu
können. Ihnen danken wir für Ihre Hilfe, und wir erwarten
und freuen uns auf Ihre Wünsche und Anregungen im kommenden
Jahr.

Auf gute Zusammenarbeit im nächsten Jahr


Für die RUB hoffe ich mit meinen Mitarbeitern auf Ihre
weitere publizistische Aufmerksamkeit auch im nächsten Jahr,
und wir freuen uns auf eine gute und vertrauensvolle
Zusammenarbeit.
Mit kollegialen Grüßen


Dr. Josef König
für das Team der Pressestelle


-- 
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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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