[ vorherige ] [ nächste ] [ Übersicht nach Zeit ][ alphabetische Übersicht ]

(00327) 14.12.1999 14:25

RUBIN 2/99: Neues aus der Oberflächenchemie


Bochum, 14.12.1999
Nr. 318

Was Chemiker in Kleider hüllen . . . 
Schichten, die sich wie von selbst aufbauen
RUBIN 2/99: Neues aus der Oberflächenchemie


"Chemie ist, wenn es knallt und stinkt" - das widerlegt nach
Kräften das aktuelle RUBIN, Wissenschaftsmagazin der RUB:
Designerliganden - neue Kleider für Matallatome - sind "die
Spielwiese" für Prof. Dr. Roland A. Fischer (Lehrstuhl für
Anorganische Chemie II); elegant ist das Prinzip, nach dem
sich bei Prof. Dr. Christof Wöll (Physikalische Chemie I)
ultradünne Schichten auf Metalloberflä-
chen wie von selbst aufbauen. Beiden Forschern geht es um
die Chemie der Oberflächen. Wenn sie stimmt, ist so gut wie
alles möglich: Flachbildschirme, die  im Licht der
Mittagssonne abgelesen werden können, oder  Zellen auf
Oberflächen aufwachsen zu lassen, um sie dann zu
"Biocomputern" zu verdrahten. 

Abbildungen im Internet

Zu jedem dieser Beiträge finden Sie eine Abbildung, die Sie
herunterladen können -
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressemittleilungen/ (siehe
unten - bzw. heutiges Datum)

B.u.: Beitrag Prof. Fischer - Dampfinfiltration: Hochporöse
anorganische "Schwämme" werden mit nanokristallinem
Galliumnitrid gefüllt. Der Nanokomposit zeigt ganz neue
Eigenschaften, z.B. eine grün-blaue Luminiszenz und eine ins
Ultraviolett reichende Lichtabsorpsion. 

B.u.: Beitrag Prof. Wöll: Wie entstehen Schichten im
Nanometerbereich? Zum Beispiel wenn ein mit Gold
beschichtetes Substrat in einen Becher mit gelöstem Thiol
eingetaucht wird. Das Thiol-Molekül spaltet sein
Wasserstoffatom ab und bildet Gold-Thiolat. Die Reaktion
endet erst, wenn eine komplette Schicht entstanden ist.

Mit der richtigen Oberfläche Eigenschaften nach Maß

Eine Monolage ist die dünnste Schicht, die überhaupt auf
eine Oberfläche aufgebracht werden kann - sie ist so dick,
wie ein Molekül lang ist. Doch diese ultradünnen Schichten
"haben es in sich". Wenn sie auf den richtigen
Reaktionspartner treffen, bieten sie z.B. Schutz vor
Korrosion, sorgen dafür, dass ein Klebstoff hält oder zwei
Flächen wie geschmiert aufeinander gleiten. Doch wie
entstehen diese Schichten im Nanometerbereich? Das Prinzip
ist einfach - taucht man ein mit Gold oder Kupfer
beschichtetes Substrat in eine Thiol-Lösung ein, organisiert
sich eine Schichtung "wie von selbst" ganz nach dem
Baukastenprinzip: Anker, Rückgrat, funktionelle Gruppe
bilden ein Molekül und diese Seite an Seite eine ultradünne
Schicht. Erst das Wissen um ihr Bauprinzip erlaubt dem
Chemiker, Oberflächen mit beliebigen Eigenschaften
herzustellen.

Von großen und kleinen Leuchten

So unabkömmlich Thiolat für Prof. Wöll, so setzt Prof.
Fischer auf Galliumnitrid als Halbleitermaterial der
Zukunft. Hocheffizient lässt sich damit elektrische Energie
in sichtbares Licht umwandeln. Eine völlig neue
Beleuchtungstechnologie ist denkbar. Eine Leitidee dabei:
Precursoren, sog. Vorläufermoleküle, die sowohl das
Metallatom (Gallium) als auch den Bindungspartner schon in
einem einzigen Molekül enthalten, werden anstelle der
einzelnen Elemente zu einer fest haftenden
Galliumnitrid-Schicht aufgedampft. Gut eingehüllt kommt das
Galliumnitrid damit sicher und gezielt auf der Oberfläche
an. Doch Schichten sind nicht die einzige Möglichkeit,
dieses Material zu nutzen. Auch sehr kleine
Galliumnitrid-Kristalle lassen sich zum Leuchten bringen.
Deshalb versucht Fischer nun lichtdurchlässige anorganische
Schwämme mit Galliumnitrid-Zwergkristallen zu füllen (indem
er entsprechende Precursoren verdampft oder die Schwämme
sich mit löslichen Precursoren vollsaugen lässt) und sie so
zum Leuchten zu bringen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Roland Fischer, RUB, Fakultät für Chemie, Tel.
0234/32-24174, 
Prof. Dr. Christof Wöll, RUB, Fakultät für Chemie, Tel.
0234/32-25529

Außerdem in RUBIN 2/99

Die vollständigen Beiträge lesen Sie bitte in RUBIN 2/99, wo
Sie außerdem folgende Artikel finden: Die Berechnung des
Geburtsjahres Christi; Vom sanften Aufprall: Elektronik
ersetzt Nockenwelle; Pech gehabt! - Reststoffe von der
Straße in die Straße, Garzweiler: Braunkohle und
Feuchtgebiete; Gegen Tumore impfen? RUBIN ist in der
Universitätsbuchhandlung Brockmeyer und in der Pressestelle
für 5 DM erhältlich. 


-- 
RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB

Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB

JPEG image

JPEG image


zurück zur Übersicht nach Zeit | alphabetisch