[ vorherige ] [ nächste ] [ Übersicht nach Zeit ][ alphabetische Übersicht ]

(00316) 07.12.1999 14:44

Hochwertige Abfallstoffe im Straßenbau wiederverwenden


Bochum, 07.12.1999
Nr. 307

Straßen werden recyclebar
Hochwertige Abfallstoffe im Straßenbau wiederverwenden
RUBIN 2/99 berichtet über umweltschonende Baumethode


Bei der Sanierung von Straßen fallen jährlich etwa 3 Mio.
Tonnen pechhaltige Reststoffe an, die mit herkömmlichen
Methoden nicht umweltfreundlich wiederverwendet werden
können. Damit diese durchaus wertvollen Materialien nicht
auf der Deponie landen, haben Bochumer Ingenieure um Prof.
Dr.-Ing. Klaus Krass und Dipl.-Ing. Bettina Stoppka ein
neues umweltverträgliches Straßen-bauverfahren entwickelt.
Die Lösung heißt Bitumenschaum. Darüber berichten sie im
soeben erschienenen RUBIN 2/99 Wissenschaftsmagazin.

Bilder im Internet

Bilder dazu können Sie downloaden unter:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressemitteilungen/ (mit
heutigem Datum).

Nur bei Hitze Gefahr

Asphalte bestehen immer aus Mineralstoffen und einem
Bindemittel. Und das Bindemittel bestimmt die
Umweltverträglichkeit: Oft enthält pechhaltiger
Straßenaufbruch gefährliche Stoffe wie z. B. PAK
(polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) aus
Steinkohle oder Phenole aus Braunkohle. PAKs, die bei
Temperaturen über 100°C frei werden, können Krebs erregen,
Phenole sind flüchtig und wasserlöslich, schädigen die
Gefäße und verändern das Blutbild. Da pechhaltige
Straßenbeläge bei Temperaturen zwischen 180 und 240°C
eingebaut werden, kam eine Wiederverwertung dieses Schutts
bisher nicht in Frage. 

Erdöldestillat lässt Reststoffe kalt

Die Bochumer Ingenieure haben nun ein neues Kaltverfahren
entwickelt, für das sie sich die Eigenschaften von Bitumen
zu Nutze gemacht haben: Dieses Erdöldestillat enthält
wesentlich weniger PAK als Pech und lässt sich mit Wasser
und Luft gut aufschäumen. Die Ausgangstemperatur des
Bitumens von 165°C sinkt durch die Beimischung von Wasser
und Luft auf ca. 120°C, nach Mischung mit Mineralstoffen auf
40°C, und hat bei der späteren Verdichtung nur noch 30-35°C.
Schadstoffemissionen entstehen also bei dem Kaltverfahren
nicht. Die Techniker prüfen ihre so hergestellten Asphalte
nun auf Herz und Nieren und bewerten sie nach deutschen oder
EU-Normen. Eine großtechnische Anlage nach dem Vorbild der
Laborgeräte wird an Probeflächen auf ihre Tauglichkeit
getestet, und die Forscher überprüfen die Auswirkungen der
neuen Stoffe auf das Grundwasser. Ziel ist es, ein Material
zu entwickeln, das den Anforderungen der Technischen Regeln
des Straßenbaus entspricht.

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Klaus Krass, Fakultät für Bauingenieurwesen
der RUB, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27437, Fax:
0234/32-14-152

Außerdem in RUBIN 2/99

Den vollständigen Beitrag lesen Sie bitte in RUBIN 2/99, wo
Sie außerdem folgende Themen finden: Gegen Tumore impfen?;
Vom sanften Aufprall: Elektronik ersetzt Nockenwelle; Die
Berechnung des Geburtsjahres Christi; Garzweiler: Braunkohle
und Feuchtgebiete; Reibungslos in den Erdmantel, sowie zwei
Beiträge aus der Chemie: Hauchdünne Hüllen - leuchtende
Schwämme; Selbstorganisiert und doch durchschaut. Rubin ist
erhältlich in der Universitätsbuch-hand-lung Brockmeyer,
sowie in der Pressestelle zum Preis von 5 DM. Internet:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rubin.htm




-- 
RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB

Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB

JPEG image

JPEG image

JPEG image


zurück zur Übersicht nach Zeit | alphabetisch