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(00287) 19.11.1999 14:44

Telearbeit für Frauen der Wissenschaftsverwaltung


Bochum, 19.11.1999
Nr. 278

Kinder Küche Computer
Arbeitsform der Zukunft richtig organisieren
RUB-Test: Telearbeit für Frauen der Wissenschaftsverwaltung


Seit einiger Zeit ist sie in aller Munde, aber nicht
unumstritten: Telearbeit als zukunftsorientierte
Arbeitsform. Ihre Vor- und Nachteile für Arbeitnehmer und
Arbeitgeber und die Bedingungen, unter denen sie
funktionieren kann, testete im Rahmen des vom
Wissenschaftsministeriums NRW geförderten Projektes
"Alternierende Telearbeit für Frauen im
Wissenschaftsbereich" die Beratungs- und Informationsstelle
Forschungsförderung der RUB (BIF) und legte jetzt die
Ergebnisse vor. Quintessenz: Telearbeit hat Zukunft - sie
muss nur richtig organisiert sein.

Die Kehrseiten der Medaille

Obwohl Telearbeit in vielen Unternehmen, z. B. einigen
großen Versicherungen, schon zum Alltag gehört, ist die
Öffentlichkeit geteilter Meinung. Die Ansichten variieren
von "Beruf der Zukunft" bis "In der Verwaltung hat das
nichts zu suchen". Und tatsächlich hat diese
Beschäftigungsform ihre Tücken: Bei allen Vorteilen wie z.
B. Zeitersparnis und bessere Vereinbarkeit von Beruf und
Freizeit dürfen Probleme wie soziale Isolation, Störung der
Privatsphäre und der Wohnqualität und schließlich die
Bindung der Frau ans Haus, was Frauendiskriminierung statt
Emanzipation zur Folge hat, nicht in Vergessenheit geraten.

Juristin spielte das "Versuchskaninchen"

Die BIF stellte die Telearbeit also auf den Prüfstand:
Bibiana Dowerg, eine Mitarbeiterin der Beratungs- und
Informationsstelle Forschungsförderung (BIF) der RUB,
arbeitete 16 Monate lang als Versuchskaninchen. Die Juristin
ist als Mutter von drei kleinen Kindern, alleinerziehend,
und befindet sich im Erziehungsurlaub. Während des Projekts
stieg sie mit einer Halbtagsstelle bei BIF ein, arbeitete
teils von ihrem Heimbüro aus und teils in der Uni. Neben der
Literaturrecherche und -auswertung zum Thema "Alternierende
Telearbeit" arbeitete sie also auch in praxi als
Verwaltungangestellte auf einer alternierenden
Telearbeitsstelle und führte akribisch Buch über ihren
Tagesablauf. Dabei testete sie in Kooperationen mit Kollegen
die Verwendung der Videokonferenztechnik, die auch
beratenden Berufen das Tor zur Telearbeit öffnen kann.

Die Frage ist nicht das "Ob", sondern das "Wie"

Die Erfahrungen zeigen, dass die Frage nicht ist, ob
Telearbeit funktioniert, sondern vor allem wie. Bibiana
Dowerg fasste diese in Leitlinien für einen sinnvollen
Einsatz der Arbeitsform zusammen: Wichtig erscheint hierfür
besonders eine mehrstufige Einführung der Telearbeit. Im
Anschluss an eine allgemeine theoretische Einführung in das
Thema sollten die ausgewählten MitarbeiterInnen eine drei-
bis sechsmonatige Schulungsphase absolvieren, aus der sie
organisatorisch, technisch und arbeitspsychologisch fit
hervorgehen. In einer anschließenden einjährigen
Projektphase soll dann die Durchführbarkeit erprobt werden.
Während dieser Zeit werden die Teilnehmer/innen betreut,
denn Telearbeit ist nach der Erfahrung und Erkenntnis von
Bibiana Dowerg nicht nur aufgaben- sondern auch typabhängig.
Erst wenn diese Phase abgeschlossen und als geeignet
evaluiert ist, kann die Arbeitsform auch anderen
Interessierten angeboten werden. Insgesamt überwiegen die
Vorteile der Telearbeit, besonders zusammen mit der
Videokonferenztechnik, gegenüber den Nachteilen. Dies
bestätigten sogar die Erfahrungen der "am Arbeitsplatz"
gebliebenen Kollegen.

Weitere Informationen

Bibiana Dowerg, Ruhr-Universität Bochum, Beratungs- und
Informationsstelle Forschungsförderung der (BIF), 44780
Bochum, Tel. 0234/32-26182 Fax: 0234/32-14-684, email:
bibiana.dowerg@dienste.uv.ruhr-uni-bochum.de




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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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