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(00266) 03.11.1999 14:07

Krakauer Universität zeichnet RUB-Historiker aus


Bochum, 03.11.1999
Nr. 257

Zehn Jahre studentischer Grenzverkehr
Krakauer Universität zeichnet RUB-Historiker aus
Verdienste um deutsch-polnische Freundschaft und
Verständigung


Mit der "Auszeichnung für die Verdienste um die
Jagiellonische Universität" hat die polnische
Jagiellonski-Universität in Krakau Dr. Hubert Schneider
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für
osteuropäische Geschichte, Historische Fakultät der RUB)
gewürdigt. Eine Urkunde und eine Medaille wurden ihm für
sein langjähriges Engagement um die Partnerschaft und den
Studentenaustausch  kürzlich im Kreise von Studierenden,
Freunden und Vertretern des deutschen Konsulats in Krakau
überreicht . Seit zehn Jahren organisiert er  regelmäßig
Studienreisen von polnischen und deutschen Studierenden an
die Partneruniversitäten.

Geschichte und Gegenwart deutsch-polnischer Beziehungen

Den Anstoß zum regelmäßigen Austausch von Studenten gab ein
Treffen Schneiders mit zwei Krakauer Historikern 1987. Im
Umbruchsjahr 1989 fand der erste Besuch einer deutschen
Gruppe in Polen statt, seitdem gibt es jedes Jahr Reisen ins
Nachbarland. Je 170 polnische und deutsche Studierende haben
schon am Programm teilgenommen. In einem von Dr. Schneider
vorbereiteten zweisemestrigen Seminar gewinnen die deutschen
Studierenden ein solides Grundwissen über das Land Polen,
seine Geschichte und seine Beziehung zu Deutschland. Der
Aufenthalt jeder Gruppe in Polen beginnt mit einem
mehrtägigen Besuch in Ausch-witz, wo sie die Gedenkstätte
besucht, mit Zeitzeugen des Naziregimes redet und im Archiv
recherchiert, um die Vergangenheit der Juden und Polen im
Zweiten Weltkrieg aufzuarbeiten. In Krakau treffen die
Deutschen dann ihre polnischen Partner, besichtigen die
Stadt, besuchen eine gemeinsame Tagung und haben Zeit zu
feiern. Auch Ausflüge nach Südpolen unternehmen sie von hier
aus.

Nachhaltige Sensibilisierung im Nachbarland

Wieder zurück in Bochum, bereitet jede Gruppe den
Gegenbesuch der Polen vor: Das Programm umfasst nicht nur
eine Tagung, sondern auch das Kennenlernen der Uni und der
Stadt, Besuche des Ruhrgebiets, in Köln und in Aachen. Der
stete Austausch zwischen den Universitäten baut Vorurteile
ab und sensibilisiert die Studierenden für ihr Nachbarland.
Viele der Deutschen beginnen, Polnisch zu lernen und
interessieren sich auch weiterhin für die Problematik des
Landes. So wächst langsam ein Freundeskreis Polens heran.

Unkonventionelle Karriere

Dr. Hubert Schneider, der am 17. Februar 1941 in Karlruhe
als Sohn einer Arbeiterfamilie geboren wurde, fand über
Umwege zur Geschichtswissenschaft: Schon mit 14 Jahren
musste er in der Industrie arbeiten, holte aber auf der
Abendschule sein Abitur nach und studierte dann, zuerst
gegen den Willen der Familie, in Freiburg im Breisgau
Geschichte, Germanistik und Politik. 1967 machte er sein
Staatsexamen und arbeitete fortan als Lehrer. Eine
Bekanntschaft mit Moritz Schlesinger, einem
deutsch-jüdischen Diplomaten der Weimarer Zeit beeinflusste
seine Entscheidung für die Wissenschaft. 1972 wurde
Schneider promoviert und arbeitete bis 1974 an der
Pädagogischen Hochschule in Karlruhe, dann an der noch
jungen Bochumer Uni. Dort spezialisierte er sich auf die
Geschichte der Sowjetunion, Polens und der Tschecheslowakei,
veröffentlichte drei Bücher und mehrere Artikel und
engagiert sich seit einigen Jahren besonders für den Erhalt
der jüdischen Spuren und der Erinnerung an die Juden in
Bochum.

Weitere Informationen

Dr. Hubert Schneider, Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für
Geschichtswissenschaft, 44780 Bochum, Tel.: 0234/32-22537


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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