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(00254) 21.10.1999 14:26

Institut für Deutschlandforschung jetzt mit Kuratorium


Bitte beachten Sie ab 1. Oktober 1999 unsere
	neue Telefonnummer: 		0234/32-22830
	neue Fax-Nummer: 		0234/32-14136

Bochum, 21.10.1999
Nr. 245

Institut für Deutschlandforschung jetzt mit Kuratorium
Leipzigs OB Tiefensee ist erster Vorsitzender
Beratung und Unterstützung von Forschungsprojekten


Wolfgang Tiefensee, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, ist
gestern auf der konstituierenden Sitzung zum Vorsitzenden
des neu geschaffenen Kuratoriums des Institus für
Deutschlandforschung der RUB (IDF) gewählt worden. Zu seiner
Stellvertreterin wurde Margot von Renesse MdB gewählt. Dem
hochkarätig besetzten Kuratorium gehören ferner an Prof. Dr.
Dr. h.c. mult. Rita Süßmuth MdB, Präsidentin des Deutschen
Bundestages a. D.,  Prof. Dr. Hubert Orlowski (Universität
Poznan), Dr. Jean-Paul Picaper (Le Figaro, Bonn / Berlin)an.
Das Kuratorium hat die Aufgabe, das Institut zu beraten und
bei nationalen und internationalen Kontakte unterstützen.

Seit zehn Jahren international aktiv

Das Institut für Deutschlandforschung (IDF) wurde im
November 1989 durch einen Kreis von Hochschullehrern der RUB
begründet, die seit langem Studien und Forschungsprojekte
zur Geschichte, Kultur und Gegenwart der DDR und zur
vergleichenden Deutschlandforschung verfolgt sowie Kontakte
zu Wissenschaftlern und Künstlern in der DDR gepflegt haben.
Inzwischen hat sich das IDF durch eine Reihe von
Forschungsarbeiten, wissenschaftliche Kongresse sowie
verschiedene Projekte zur internationalen wissenschaftlichen
Weiterbildung etabliert. Besonders enge Kontakte bestehen z.
B. zu Einrichtungen in Polen, der Volksrepublik China,
Taiwan, und ehemaligen GUS-Staaten.

Von Stasiberichten und Deutschlandimage

Im Mittelpunkt mehrerer inzwischen abgeschlossener
Forschungsprojekte des IdF stand die Frage der
innerdeutschen Migration. Ein Ergebnis ist z. B. ein
500sei-tiges Lexikon der aus der DDR ausgewanderten und
ausgewiesenen Schriftsteller, das es bereits in zweiter
Auflage gibt. Unmittelbar nach 1990 haben sich
Wissenschaftler des Instituts dem Problem der
Staatssicherheit der DDR zugewandt und besonders die
Spezialgattung der geheimen Pflichtberichte von Reisekadern
erforscht. Weitere Arbeitsschwer-punk-te des IDF sind die
Wahrnehmung Deutschlands im Ausland, Bildung und
Wissenschaft im geteilten und vereinten Land sowie die
kulturelle Wirkung und literarische Deutung des
Einigungspro-zesses.

Deutsch-deutsches Zusammenwachsen fördern

Das Institut will mit seiner Arbeit das Zusammenwachsen der
alten und neuen Bundesländer fördern. An der RUB trägt es
dazu mit Ringvorlesungen, Seminaren, Kolloquien und
Gastveranstaltungen bei. Exkursionen des IDF nach Thüringen,
Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg ermöglichten
Lehrenden und Studierenden immer wieder persönliche
Erfahrungen durch Begegnungen mit Menschen und Einrichtungen
in den neuen Ländern. Mit zwei größeren Konferenzen, die u.
a. durch die Bundeszentrale für politische Bildung
unterstützt wurden, hat das Institut die Aufmerksamkeit auf
die schwierige Situation von Opfern des SED-Regimes gelenkt.
Besonders stolz ist das IDF auf das Großprojekt Modell
Bochum zur Weiterqua-lifizierung russischer Germanisten, das
zusammen mit dem Lotman-Institut für russische und
sowjetische Kultur der RUB durchgeführt und seit fünf Jahren
von der Volkswagen-Stiftung gefördert wird. Bisher hat es
100 russische Hochschul-germanisten nach Bochum geführt. 

Große Pläne für die Zukunft

Für die Zukunft planen die Institutsmitglieder, den
Forschungsschwerpunkt der internationalen
Deutschland-Perzeption und der deutsch-deutschen Wahrnehmung
weiter auszubauen. Gerade diesem Arbeitsfeld kommt die
interdisziplinäre Methodik der Institutsarbeit besonders
zugute. Die Forscher wollen u. a. Medien- und
Kulturinstitutionen als Träger von Wahrnehmungsakten
untersuchen. Ebenfalls in Vorbereitung ist eine größere
Einzelstudie zur Geschichte des DDR-Theaters, und
mittelfristig ist die Entwicklung eines Zusatzstudiengangs
Comparative Area Studies vorgesehen. Die Mitglieder planen
außerdem die Initiierung eines europaweiten
Forschungsverbundes, der sich der Thematik einer
vergleichenden Länderforschung widmet. Die einzelnen
Forschungsgegenstände entstammen den im IDF vertretenen
Fachgebieten Politik- und Sozialwissenschaft (Soziologie und
empirische Sozialforschung), Geschichtswissenschaft,
Vergleichende Bildungsforschung, Rechtswissenschaft,
Deutsche Literatur und Sprache sowie Geographie. 

Internationaler RUB-Club

Wie bisher wird es Veranstaltungen geben, in denen die
jeweiligen Ergebnisse diskutiert und methodologisch wie
inhaltlich weitergeführt werden. Das Institut soll verstärkt
das Angebot für ausländische Studierende und
Gastwissenschaftler an der RUB ausbauen und erweitern. Im
Jahr 2000 ist die Begründung eines internationalen Clubs an
der Ruhr-Universität geplant, der für alle an
Deutschlandfragen interessierten Gäste offensteht. Im
Mittelpunkt seines Wirkens wird das Wechselverhältnis von
Geisteswissenschaften und den Ansprüchen der Wirtschaft in
einer globalisierten Welt stehen. 

Mitglieder des Instituts

Prof. Dr. Paul Gerhard Klussmann (Neuere deutsche
Literaturgeschichte), Geschäftsführender Direktor

Prof. Dr. Werner Voß (Empirische Sozialforschung /
Statistik), Stellv. Geschäftsführender Direktor

Prof. Dr. Uwe Andersen (Politikwissenschaft)

Prof. Dr. Oskar Anweiler (Erziehungswissenschaft)

Prof. Dr. Wilhelm Bleek (Politikwissenschaft)

Prof. Dr. Bernd Faulenbach (Neuere Geschichte)

Prof. Dr. Dr. h. c. Siegfried Grosse (Germ. Philologie)

Prof. Dr. Dr.h. c. mult. Knut Ipsen (Völkerrecht)

Prof. Dr. Eberhard Kroß (Geographiedidaktik)

PD Dr. Heinz-H. Menge (Germ. Linguistik)

Prof. Dr. Dietmar Petzina (Sozial- und
Wirtschaftsgeschichte), Rektor der Ruhr-Universität Bochum,  

Prof. Dr. Werner Rutz (Geographie)

Prof. Dr. Dieter Voigt (Soziologie) 

Weitere Informationen

Prof. Dr. Gerhard Klussmann, Germanistisches Institut der
RUB, Universitätsstr.150, 44801 Bochum, Tel.
0234/32-25089/7863, Fax: 0234/32-14-587






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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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