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(00193) 01.09.1999 14:25

Bioabfall ökologisch und ökonomisch sinnvoll verwerten


Bochum, 01.09.1999
Nr. 187

Bioabfall ökologisch und ökonomisch sinnvoll verwerten
Mit Klärschlamm vergären und Kosten sparen 
RUB-Studie empfiehlt vorhandene Kapazitäten besser nutzen


Kommunen, die über Faulbehälter in Kläranlagen verfügen,
sind im Vorteil. Nach einer Studie aus der Ruhr-Universität
Bochum können sie Kosten sparen, in dem sie Bioabfall und
Klärschlamm gemeinsam behandeln. Die Qualität des so
behandelten Klärschlamm/Bioabfallgemisches ist
ausgezeichnet, das erzeugte Biogas kann als regenerativer
Energieträger verstromt werden. Die kürzlich veröffentlichte
Studie von Dipl.-Ing. Thomas Schneider ""Co-Vergärung von
Bioabfällen aus Haushalten im Faulbehälter" ist am Lehrstuhl
für Siedlungswasserwirt-schaft, Fakultät für
Bauingenieurwesen der RUB (Inhaber: Prof. Dr.-Ing. Hermann
Orth), entstanden und kann über die rubitec Gesellschaft für
Innovation und Technologie der RUB mbH bezogen werden.

Neue Gesetze treiben die Kosten hoch 

In den kommenden Jahren werden voraussichtlich in vielen
Kommunen die Abfallgebühren steigen, weil der Bund
zahlreiche Gesetze und Verordnungen erlassen hat, in denen
er neu geregelt hat, wie in der Zukunft biologische Abfälle
er-fasst und verwertet werden müssen. Hierzu zählen vor
allem das Kreislaufwirt-schafts- und Abfallgesetz
(KrW-/AbfG) von 1996, die TA-Siedlungsabfall von 1993 und
nicht zuletzt die erst im Herbst 1998 erlassene
Bioabfallverordung (BioAbfV). Demnach dürfen zur Entlastung
der Umwelt biologische Abfälle spätestens ab dem Jahre 2005
nicht mehr auf Deponien abgelagert werden. Kommunen und
Ent-sorgungsunternehmen, die bislang Bioabfälle deponierten
(hierzu zählen z.B. Speisereste und Gartenabfälle), müssen
daher Behandlungsanlagen zur Verwertung dieser Abfälle
bauen. Im Sinne des Verursacherprinzips und in Anbetracht
leerer kommunaler Kassen ist zu erwarten, dass die
Zusatzkosten auf die Abfallgebühren umgelegt und damit von
den einzelnen Haushalten bezahlt werden müssen.

Wie Kommunen und Umwelt profitieren

In der vom Ruhrverband initiierten und unterstützten
RUB-Studie wurde die gemeinsame biologische Behandlung von
Klärschlamm und Bioabfall in Faulbe-hältern von Kläranlagen
untersucht. Neben technischen Aspekten wurde auch die
Wirtschaftlichkeit dieser Vorgehensweise betrachtet. Als
wesentliche Ergebnisse der Diplomarbeit bleibt festzuhalten,
dass von einer gemeinsamen Behandlung von Klärschlamm und
Bioabfall sowohl die Umwelt, als auch der einzelne Bürger
profitieren kann. Darüber hinaus brauchen keine neuen
Flächen für den Neubau von Kompostierungs- oder
Vergärungsanlagen erschlossen werden.

... und Kosten sparen

Auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten erscheint eine
gemeinsame Behandlung von Klärschlamm und Bioabfall
sinnvoll. In einer exemplarischen Kostenbetrachtung hat
Dipl.-Ing. Schneider Behandlungskosten ermittelt, die mit 94
DM pro Tonne Bioabfall nur etwa halb so hoch sind wie die
Behandlungskosten bei konventionellen
Kompostierungsverfahren. 

Bezugsquelle und weitere Informationen

Die überarbeitete Fassung der Diplomarbeit kann zum Preis
von DM 260,00 zzgl. MwSt. unter folgender Adresse bestellt
werden: Dr. Volker Nitschke, rubitec GmbH, Universitätsstr.
150, 44801 Bochum, FAX 0234/7094-630, Tel. 0234/700-4866



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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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