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(00175) 05.08.1999 16:17

RUB-Wissenschaftler entwickeln Bekleidung mit Sonnenschutzfaktor


Bochum, 05.08.1999
Nr. 169

Bekleidung mit Sonnenschutzfaktor 
Einheitliche Kennzeichnung für Verbraucher
notwendig 
RUB-Wissenschaftler entwickeln und testen für eine
Euronorm


Sonnenstrahlen machen glücklich, streicheln die
Seele und verleihen eine vermeintlich ‚gesunde'
Bräune. Doch bei all den Gründen für ein Sonnenbad
darf man die Schattenseiten nicht vergessen: Zu
intensive oder lang andauernde Bestrahlung kann
Hautkrebs auslösen. Gerade Kindern sollte man
etwas anziehen, um ihre empfindliche Haut zu
schützen. Aber nicht jedes Kleidungsstück eignet
sich dazu. Ein vom Bundesforschungsministerium
(BMBF) mit einer Dreiviertel Million DM
gefördertes Forschungsprojekt soll Klarheit
schaffen: Eine Gruppe von Dermatologen unter der
Leitung von Dr. med. Klaus Hoff-mann (Klinikum der
RUB - Leitender Oberarzt der Dermatologischen
Klinik im St. Josef Hospital Bochum) will in
Zusammenarbeit mit dem Bekleidungshersteller Klaus
Steilmann (Bochum-Wattenscheid) die Wirksamkeit
von UV-Schutzkleidung erforschen. Ziel ist eine
europaweit einheitliche Norm, damit Verbraucher
den Schutzfaktor von Kleidungsstücken demnächst am
Etikett ablesen können.

Deutschland hinkt noch nach

Obwohl auch in Deutschland die Zahl der an
Hautkrebs erkrankten Patienten seit Jahren
kontinuierlich steigt, wird die Frage des textilen
Sonnenschutzes von Dermatologen - im Gegensatz zu
Australien und den USA - nur sehr wenig
diskutiert. Auf dem Kongress "Skin Cancer and UV
Radiation" (1996 in Bochum, Leitung: Prof. Dr.
Peter Altmeyer) gründete sich deshalb eine
Arbeitsgruppe, die sich gezielt mit
Sonnenschutzkleidung befasst. 

Wer läuft schon mit Jeans am Strand herum

Die Anforderungen der Experten an ein geeignetes
Kleidungsstück sind vielfältig; mit UV-Dichtigkeit
allein ist es nicht getan. Dass z. B. eine Jeans
vor der Sonne schützt, versteht sich von selbst,
aber damit Schutzkleidung auch am Strand bei
sommerlicher Wärme tragbar ist, muss sie leicht
sein. Auch im nassen Zustand muss sie
"strahlendicht" bleiben. Der Schutzfaktor des
Gewebes sollte mindestens 30 betragen, und um ihn
festzustellen müssen geeignete Messgeräte
entwickelt werden. Natürlich darf der Stoff keine
Allergien auslösen. 

Mit besonderer Farbe und Mikropigmenten

Herkömmliche T-Shirts und Sommerkleider schützen
oft überraschend schlecht vor den UV-Strahlen. Mit
wenig Aufwand kann man aber auch solche Gewebe
lichtundurchlässiger machen, etwa durch die
Einarbeitung von Mikropigmenten, durch Färbung
oder Behandlung mit chemischen Filtern.
Vergleichsmessungen zwischen unterschiedlichen
Farben desselben Stoffs sollen zeigen, ob und wie
Farbe den Schutzfaktor beeinflusst. 

Schutzfaktor gehört in jedes Kleidungsstück

Besonders wichtig ist der Arbeitsgruppe auch die
aufschlussreiche Kennzeichnung geeigneter Stoffe
für den Verbraucher. Jedes geeignete
Kleidungsstück soll ein Etikett tragen, auf dem
seine Schutzklasse verzeichnet ist. Die
Wissenschaftler erhoffen sich davon eine höhere
Akzeptanz der Schutzkleidung besonders bei Eltern.
Bevor es eine Kennzeichnung geben kann, müssen sie
aber zuerst eine einheitliche Norm entwickeln. 

Auf dem Weg zur Euronorm

Darum fordert die Arbeitsgruppe eine europaweite
Zusammenarbeit mit einheitlichen Messmethoden und
außerdem regelmäßige Vergleichstests der
ausführenden Institute. Als Vertreter der
Europäischen Nor-menkommission CEN und der
DIN-Kommission will Dr. Klaus Hoffmann mit dem
neuen Projekt die letzte Hürde zur einheitlichen
Norm und somit auch zu einem aussagekräftigen
Zertifikat nehmen. Bestimmte Schutzfaktoren von
Stoffen wurden bisher nur in vitro, d. h. im
experimentellen Ansatz gemessen. Ziel des neuen
Projekts ist es, den Beweis zu erbringen, dass die
Ergebnisse auch auf lebende Objekte übertragbar
sind. Vorversuche dazu weisen eindeutig in diese
Richtung. 

Weitere Informationen

Dr. Klaus Hoffmann, Leitender Oberarzt der Klinik
für Dermatologie und Allergologie der
Ruhr-Universität Bochum St. Josef Hospital,
Gudrunstr. 56, 44791 Bochum. Tel. 0234/509-3440 o.
-3463, Fax: 0234/509-3445




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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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