[ vorherige ] [ nächste ] [ Übersicht nach Zeit ][ alphabetische Übersicht ]

(00168) 21.07.1999 14:27

Volkswagen-Stiftung fördert Projekte an der RUB


Bochum, 21.07.1999
Nr.: 162

Totalitarismusforschung und Experimentalphysik
Volkswagen-Stiftung fördert Projekte an der RUB
Seit 1961 verläßlicher Partner der Wissenschaft

182,5 Millionen Mark für die Wissenschaft! Auch
1998 hat die Volkswagen-Stiftung wieder zahlreiche
Forschungsarbeiten an deutschen und z. T.
ausländischen Hochschulen und
Forschungseinrichtungen unterstützt, darunter fünf
Projekte an der Ruhr-Universität Bochum in den
Fachbereichen Geschichte, Philologie und Physik.
Über sämtliche Förderungen des vergangenen Jahres
informiert der "Bericht 1998" der
Volkswagen-Stiftung, der seit Ende Juni vorliegt
und im Buchhandel erhältlich ist (Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen).

Geisteswissenschaftliche Schlüsselthemen

Ein beträchtlicher Teil des Fördervolumens
entfällt auf Themenschwerpunkte und Programme, die
die Volkswagen-Stiftung vorgibt. 1998 lautete
einer der Schwerpunkte "Schlüsselthemen der
Geisteswissenschaften": Damit will die Stiftung
dazu beitragen, daß die Geisteswissenschaften auch
in der Öffentlichkeit mehr Kontakt, Beachtung und
Profil gewinnen. Ein solches Schlüsselthema ist
die Totalitarismusforschung, "Diktaturen im Europa
des 20. Jahrhunderts: Strukturen, Erfahrungen,
Überwindung und Vergleich", das die Stiftung 1998
mit 5,8 Mio DM unterstützt hat. Neu bewilligt
wurden innerhalb dieses Schwerpunktes auch zwei
RUB-Projekte: "Ahndung, Verjährung, Amnestie.
Studien zur strafrechtlichen Verfolgung von
Kriegs- und NS-Verbrechern in Deutschland und
Frankreich 1945 bis 1969", Prof. Dr. Norbert Frei
(Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte),
sowie "Lebens-mittelrationierung in der
Sowjetunion 1928/29 bis 1935. Staatliches
Krisenmanage-ment und Arbeiterprotest in der
Formierungsphase des stalinistischen
Herrschaftssystems", Prof. Dr. Bernd Bonwetsch
(Lehrstuhl für osteuropäische Geschichte).

Gemeinsame Wege nach Europa

Tief im Osten, in Burjatien/GUS, hinter dem
Baikalsee gelegen, lernen angehende und
praktizierende Lehrer Deutsch. Wie das geht? Mit
"GermNet", einem Projekt zur "Aus- und Fortbildung
burjatischer Deutschlehrer in Germanistischer
Linguistik via Internet", das der Lehrstuhl für
Germanistische Linguistik (Inhaber: Prof. Dr.
Hans-R. Fluck), Fakultät für Philologie der RUB,
zusammen mit der Staatlichen Universität
Burjatiens, Ulan Ude (Prof. Dr. A. Karpow)
durchführt. Die Volkswagen-Stiftung fördert dieses
Projekt seit 1998 für drei Jahre. Außerdem
unterstützt sie ein gemeinsames Projekt des
Lotmann-Instituts für russische und sowjetische
Kultur der RUB (Prof. Dr. Karl Eimermacher,
Fakultät für Philologie), der Russischen
Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität,
Moskau, und der Ecole des Hautes Etudes en
Sciences Sociales, Paris: "Postgradualer
Studiengang zur europäischen Kultur am Institut
für Europäische Kulturen (Moskau)". Beide Projekte
wurden 1998 neu bewilligt und gehören zum
Schwerpunkt "Gemeinsame Wege nach Europa -
Grundlagen und Beispiele der Zusammenarbeit mit
Mittel- und Osteuropa in den Geistes- und
Gesellschaftswissenschaften".

Weiterförderung von Projekten

Neben den neu bewilligten Projekten fördert die
Volkswagen-Stiftung auch Forschungsarbeiten aus z.
T. bereits geschlossenen Programmen weiter, so
etwa die "Charakterisierung der geometrischen und
chemischen Struktur beim CVD-Wachstum von
Siliziden im Monolagenbereich", Prof. Dr. Ulrich
Köhler, Institut für Experimentalphysik, Fakultät
für Physik und Astronomie der RUB. CVD steht für
Chemical Vapor Deposition und bezeichnet die
Abscheidung verschleiß- und korrosionsschützender
Schichten durch chemische Reaktionen. Silizide
sind Hartstoffe, die aus Silicium und einem Metall
bestehen, meist metallisch aussehen, gut
kristallisieren und gegen Wasser oder verdünnte
Säuren beständig sind. Durch die Weiterförderung
kann dieses Forschungsprojekt nun an der RUB noch
abgeschlossen werden; es gehört zu dem im Dezember
1997 ausgelaufenen Schwerpunkt
"Mikrocharakterisierung von Werkstoffen und
Bauelementen".

Autarke Stiftung

Ihr jährliches Förderungsvolumen für
Forschungsprojekte, seit Jahren konstant ca. 180
Millionen DM, erwirtschaftet die
Volkswagen-Stiftung aus einem Grundkapital von
über 3,5 Milliarden DM. Damit ist die Stiftung
unabhängig in ihrer Entscheidung darüber, ob ein
Projekt gefördert wird oder nicht. 1961 gegründet,
versteht sich die Stiftung zwar als Partnerin der
Wissenschaft, jedoch nicht ausschließlich als
"Geldgeberin". Sie registriert kontinuierlich die
Erwartungen, die sich in einer Zeit zunehmender
Globalisierung und angesichts der neuen
Möglichkeiten der elektronischen Kommunikation auf
die Wissenschaft richten. Sie entwickelt daher
immer wieder neue Förderinitiativen, mit denen sie
Wissenschaftler anregen will, sich neue
Forschungsfelder zu erschließen.

Weitere Informationen

Volkswagen-Stiftung, Kastanienallee 35, 30519
Hannover, Tel.: 0511/8381-0, Fax: 0511/8381-344,
eMail: mail@volkswagen-stiftung.de, Internet:
http://www.volkswagen-stiftung.de


-- 
RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB -
RUB - RUB

Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB -
RUB - RUB

zurück zur Übersicht nach Zeit | alphabetisch