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(00166) 21.07.1999 13:49

ZEFIR erforscht Zwangsarbeit in westdeutschen Kommunen


Bochum, 20.07.1999
Nr. 160

Eine Lücke der Geschichtswissenschaft schließen
ZEFIR erforscht Zwangsarbeit in westdeutschen
Kommunen
Vorstudie in NRW angelaufen

Nicht nur Krupp, Thyssen oder andere
Industrieunternehmen beschäftigten Zwangsarbeiter
während der NS-Zeit, auch im öffentlichen Sektor,
in den Kommunen war dies gang und gäbe. Unter dem
Titel "Zwangsarbeit in westdeutschen Kommunen"
läuft seit Mai diesen Jahres eine gemeinsame
Vorstudie zu diesem aktuellen Thema, die das
Zentrum für interdisziplinäre Ruhrgebietsforschung
der Ruhr-Universität Bochum (ZEFIR,
Geschäftsführer: Ralf Himmelmann, M.A.) und das
Institut für Stadtgeschichte, Gelsenkirchen, (ISG,
Geschäftsführer: Dr. Heinz-Jürgen Priamus)
betreuen und durchführen. Ziel ist, eine bislang
klaffende Lücke der Geschichtswissenschaft
zumindest teilweise zu schließen, nämlich
Intensität und Umfang von Zwangsarbeit in
NRW-Kommunen zu erforschen und dies in Vergleich
zu Industriebetrieben zu setzen. Angesichts seiner
besonderen Bedeutung hat dieses Projekt die
ausdrückliche Unterstützung des Rektors Prof. Dr.
Dietmar Petzina.

Fernziel: bundesweites Gesamtprojekt

Die noch laufende Vorstudie wird vom Förderverein
für Stadt- und Verwaltungsgeschichte Gelsenkirchen
e.V. finanziert. Bis zum kommenden Herbst wollen
sich die Forscher am Beispiel einiger ausgewählter
Kommunen - nicht nur im Ruhrgebiet - einen
Überblick über vorhandenes Material verschaffen.
Dazu suchen sie einzelne Archive in NRW auf.
Anhand der Unterlagen und Dokumente sollen dann
präzisere Fragestellungen entwickelt werden. ZEFIR
und ISG beabsichtigen, zum Ende der ersten
Projektphase mit Kollegen in anderen Teilen
Deutschlands über ein zukünftiges Gesamtprojekt zu
sprechen.

Kooperationsbereitschaft erhofft

Das Forscherteam hofft auf eine fruchtbare
Zusammenarbeit mit Städten und
Regionalkörperschaften in NRW. Schließlich haben
die Kommunen selbst auch ein Interesse daran, mehr
über die NS-Vergangenheit und ihre Rolle in dieser
Zeit zu erfahren. Zudem häufen sich bei den
Kommunen Anfragen ehemaliger Zwangsarbeiter, die
derzeit nicht einfach zu bearbeiten sind. Die
Ergebnisse der ZEFIR- und ISG-Studie können hier
wertvolle Anhaltspunkte liefern und möglicherweise
Ausgangspunkt für weiterführende Untersuchungen
sein.

Weitere Informationen

ZEFIR, Zentrum für interdisziplinäre
Ruhrgebietsforschung der RUB, 
Ralf Himmelmann, M.A., Tel.: 0234/700-4675, Fax:
0234/7094-253, eMail:
ralf.himmelmann@ruhr-uni-bochum.de
Institut für Stadtgeschichte (ISG), Gelsenkirchen,
Dr. Heinz-Jürgen Priamus, Tel.: 0209/167-2950,
Fax: 0209/167-2951, eMail:
institut-stadtgeschichte@gelsenkirchen.gelsen-net.de


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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