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(00131) 08.06.1999 14:12

Neulateinisches Jahrbuch mit RUB-Beteiligung


Bochum, 08.06.1999
Nr. 125

Eine andere Welt und doch dieselbe
Nicht nur die Sprache der ollen Römer
RUB-Wissenschaftler am neuen Neulateinischen Jahrbuch
beteiligt


Für den riesigen, aber bisher weitgehend unerschlossenen
Bereich der sog. neulateinischen Literatur vom 14.
Jahrhundert bis zur Gegenwart gibt es bald eine neue
Zeitschrift - die erste überhaupt in Deutschland: Das
"Neulateinische Jahrbuch" veröffentlicht Aufsätze,
Rezensionen, Diskussionsbeiträge und Nachrichten aus allen
Bereichen dieses vielversprechenden und innovativen
Forschungszweigs der Latinistik. Im international besetzten
Editorial Board ist auch die RUB durch Prof. Dr. Reinhold F.
Glei (Seminar für Klassische Philologie, Fakultät für
Philologie) vertreten. Der erste Band, der am 21. Juni 1999
in Bonn der Öffentlichkeit präsentiert wird, enthält auch
eine längere Abhandlung von Prof. Glei und Hochschuldozent
Dr. Thomas Paulsen über das lateinische Schachgedicht des
Marco Girolamo Vida (ca. 1510), das auch in RUBIN -
Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität Bochum (2/1997)
vorgestellt wurde. Das Motto des neuen Jahrbuchs lautet
"Mundus alter et idem" (Eine andere Welt und doch dieselbe)
und verweist auf den engen Zusammenhang von 'klassischer'
und neulateinischer Philologie. 

Große Textmasse für Forschung und Lehre

Latein war nicht nur die Sprache der 'ollen Römer' und der
mittelalterlichen Kleriker, sondern auch die der
humanistischen Schriftsteller und Gelehrten seit dem 14.
Jahrhundert. Trotz der wachsenden Konkurrenz durch die
Nationalsprachen blieb das Lateinische für die Dichtung bis
etwa ins 18. Jahrhundert bedeutsam, für die Wissenschaften
sogar bis ins frühe 20. Jahrhundert. Die Textmasse dieser
sogenannten 'neulateinischen Literatur' übertrifft die der
Antike nach vorsichtigen Schätzungen um das 10.000fache!
Dennoch (oder vielleicht auch deshalb) ist dieses Gebiet so
gut wie unerschlossen: Es fehlen moderne Ausgaben,
Übersetzungen, Kommentare und Interpretationen.

Profil: Neulatein in der Latinistik

Am Lehrstuhl von Prof. Glei wird die neulateinische
Literatur seit einigen Jahren intensiv erforscht und in die
Ausbildung der Studierenden eingebracht, da auch z.B. im
schulischen Lateinunterricht Alternativen zu Caesar und
Cicero immer wichtiger werden. Für den Magisterabschluß ist
sogar ein eigener Studiengang - einmalig an deutschen
Universitäten - in Planung. 

Forum fehlte in Deutschland

Ein wissenschaftliches Forum für das weltweit rasch
wachsende, hierzulande aber noch unterrepräsentierte
Forschungsgebiet fehlte in Deutschland bisher; jetzt gibt es
eine neue Zeitschrift, die sich ausschließlich diesem
innovativen Bereich widmen wird: das 'Neulateinische
Jahrbuch'. Es wird von einem internationalen Fachgremium,
dem auch Prof. Glei angehört, herausgegeben und
veröffentlicht wissenschaftliche Abhandlungen,
Textmaterialien, Buchbesprechungen und einschlägige
Mitteilungen. 

Weitere Programm

Prof. Dr. Reinhold F. Glei, Ruhr-Universität Bochum,
Fakultät für Philologie, 44780 Bochum, Tel. 0234-700-2761,
e-mail: klass-phil@ruhr-uni-bochum.de


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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