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(00117) 20.05.1999 09:43

Kurt Biedenkopf wird Ehrenbürger der RUB


Bochum, 20.05.1999
Nr. 111


Kurt Biedenkopf wird Ehrenbürger der Ruhr-Uni
Senatsbeschluß: Insgesamt 5 Ehrungen im WS 1999/2000
Verleihungen an herausragende Persönlichkeiten im RUB-Umfeld 


Fünf herausragende Persönlichkeiten aus dem Umfeld der RUB
werden zu Beginn des kommenden Wintersemesters an der RUB
geehrt. Laut kürzlichem Senatsbeschluß werden im einzelnen
folgende Ehrungen vorgenommen: die Verleihung der Würde des
Ehrenbürgers der RUB an Prof. Dr. Kurt H. Bieden-kopf, die
Verleihung der Würde eines Ehrensenators der RUB an
Alexander von Berswordt-Wallrabe, die Verleihung der
Universitätsmedaille an Wilhelm Beer-mann, die Verleihung
der Ehrennadel der RUB an Erika Leitheußer und die
Verleihung der Ehrennadel der RUB an Dr. Dietrich Müller.


Querdenker Biedenkopf wird Ehrenbürger

Prof. Dr. Kurt H. Biedenkopf, zur Zeit Ministerpräsident in
Sachsen, folgte im Oktober 1964 dem Ruf auf eine Professor
der Juristischen Fakultät der RUB, die er bis zum 31.12.1970
innehatte. Während seiner Bochumer Zeit übernahm Biedenkopf
nicht nur das Amt des Dekans seiner Fakultät (1966-67); er
wurde auch Rektor der RUB (1967-69) und war während seiner
Amtszeit Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz von NRW
(1967-68). Vor allem seine Amtszeit als Rektor war von den
auch auf die junge Ruhr-Universität ausstrahlenden
Auswirkungen der Studentenbewegung geprägt und ließ das
Biedenkopfs Talent erkennen, sich mit originellen und
konstruktiven Ideen in einer unruhigen Phase das Gesetz des
Handelns nicht aus der Hand nehmen zu lassen. Biedenkopf
bewies in dieser Zeit seine besonderen Fähigkeiten - die
"Biedenkopf-Verfassung" galt 16 Jahre in der RUB und wurde
erst als Folge der neuen Hochschulgesetz 1985 gekippt -, die
ihm nach seinem Wechsel in die Politik das Attribut eines
"Querdenkers" eintragen sollten.


Kunstexperte von Berswordt-Wallrabe wird Ehrensenator

Heinz Ludwig Alexander von Berswordt-Wallrabe studierte an
der RUB Kunstgeschichte bei Max Imdahl. Seiner engen
Beziehung zu Imdahl ist sein Engagement für die RUB und
deren Kunsthistorisches Institut zu verstehen: So schenkte
er 1990 der RUB eine hochkarätige Sammlung und stellte für
die Einrichtung des Museums "Situation Kunst - Haus Weitmar"
ein Grundstück 99 Jahre kostenlos in Erbpacht zur Verfügung.
Alexander von Berswordt-Wallrabe hat zudem entschieden dazu
beigetragen, den angestammten Schwerpunkt des
Kunstgeschichtlichen Instituts in Forschung und Lehre zu
unterstützen. Ermöglicht wurden die Aktivitäten durch einen
Förderverein des Instituts, der von Berswordt-Wallrabe
gründet wurde. Seiner Initiative ist es zu verdanken, daß in
der Ausbildung Theorie und Praxis unmittelbar aufeinander
bezogen werden können.


Bildungsförderer Beermann erhält eine Universitätsmedaille

Wilhelm Hans Beermann ist einer der wenigen verbliebenen
Wirtschaftsführer der deutschen Montanwirtschaft. Seit 1997
ist er stellvertretender Vorstandsvorsitzender der RAG in
Essen. Von großer Bedeutung ist sein kulturelles und
bildungspolitisches Engagement. Er ist Vorsitzender des
Vereins der Freunde der Ruhrfestspiele und
Aufsichtsratsmitglied der Ruhrfestspiele. Viel wichtiger
noch ist sein Wirken für das gesamte bergbauliche
Schulwesen. So trägt Beermann seit vielen Jahren die
Verantwortung für alle Bergschulen, Bergfachschulen und auch
die Georg Agricola-Fachhochschule in Bochum. Außerdem trug
er maßgeblich zur Entstehung der jüngst formell begründeten
Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets bei und stellte dabei
sicher, daß diese Stiftung, die in enger Kooperation zur RUB
steht, auch mit dem erforderlichen Kapital ausgestattet
worden ist. Das Kuratorium der Stiftung Bibliothek des
Ruhrgebiets hat Beermann am 20.8.1998 zu seinem Vorsitzenden
gewählt.


Lebende Legende Leitheußer erhält eine Ehrennadel

Erika Leitheußer war seit 1971 Sachbearbeiterin im Dekanat
der damaligen Abteilung Geschichtswissenschaft. Dort blieb
sie bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Dienst 1995. In dieser
Zeit war sie mehrfach Vertreterin der
Nichtwissenschaftler/innen der Fakultät. Ihr Aufgabenfeld
übertraf das einer "normalen" Dekanats-sekretärin bei
weitem, denn über 20 Jahre ihrer Tätigkeit war die größte
Fachgruppe der Abteilung, die "Fächergruppe Geschichte",
nicht in einem eigenen Institut organisiert, sondern
unterstand direkt dem Dekanat, mußte also von dort verwaltet
werden. Leitheußer wurde nicht nur ihren Aufgaben mit ihrem
fast preußischen Pflichtbewußtsein gerecht, sie tat dies
auch in ihrer einmaligen, unnachahmlichen Weise. In ihrer
offenen, direkten und immer herzlichen Art war sie über fast
zwei Jahrzehnte Anlaufstelle für alles und jeden. Ihre
Offenheit entspannte oder klärte auch in konfliktreichen
Phasen vieles bereits im Vorfeld der eigentlichen
Auseinandersetzungen. Mit Erika Leitheußer wird einer Frau
die Ehrennadel der RUB verliehen, die in ihrer alten
Fakultät schon zur Legende zu werden beginnt, einer Frau aus
der Aufbauzeit der Universität.


Institution Müller erhält eine Ehrennadel

Dietrich Müller trat seinen Dienst an der im Aufbau
befindlichen Fakultät für Chemie der RUB zum 1.11.1969 an.
Sein Arbeitsgebiet war (und ist) die Massenspek-trometrie in
der Analytischen Chemie, das er frühzeitig als Leiter einer
entsprechenden Arbeitsgruppe vertrat. Neben der
erfolgreichen Wahrnehmung seiner wissenschaftlichen Aufgabe
richtete sich sein aktives Interesse schon bald auf Fragen
des Ausbaus und der Gestaltung sowohl seiner Fakultät als
auch der jungen Ruhr-Uni. Dieses Engagement ist bis heute
ungebrochen und hat vor allem auf der zentralen
Selbstverwaltungsebene der RUB frühzeitig dazu geführt, daß
seine Person aus der Entwicklung der Universität nicht mehr
wegzudenken und über entscheidende Jahre geradezu zu einer
Institution geworden ist. Müller übernahm 1971 fast
gleichzeitig Funktionen im Fakultätsrat Chemie, im damaligen
Universitätsparlament sowie im Vorstand seiner
Gruppenvertretung, der Assisten-tenschaft und später im
Senat der RUB. Dabei war sein Hauptanliegen die Qualität von
Lehre und Studium, die nach seiner Überzeugung sinnvoll und
effektiv nur in einem kommunikativen Prozeß des
gleichberechtigten Zusammenwirkens von Lehrenden und
Studierenden gestaltet werden kann.

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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

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