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(00100) 30.04.1999 10:52

RUB-Senat verabschiedet studentische Resolution gegen Stellenabbau


Bochum, 30.04.1999
Nr. 95

Stellenabbau verurteilt
Politische Vorgaben schwächen Autonomie der Hochschule
Senat der RUB stimmt studentischer Resolution einstimmig zu


Der Senat der Ruhr-Universität Bochum hat in seiner gestrigen Sitzung
einstimmig auch einer von der Fraktion der Studierenden eingebrachten
Resolution zugestimmt. Darin kritisiert der Senat den „weiteren Abbau
von Personalstellen an nordrhein-westfälischen Hochschulen auf das
Schärfste“ und fordert u.a. NRW-Wissenschaftsministerin Gabriele Behler,
„sich nicht weiter aus der öffentlichen Verantwortung für das
Bildungssystem zurückzuziehen“.

Hier der komplette Text der Resolution:

„Der Senat verurteilt den weiteren Abbau von Personalstellen an den
nordrhein-westfälischen Hochschulen auf das Schärfste. Auch das
erpresserische Vorgehen des Ministeriums, lehnt der Senat ab. Die
Hochschulen werden hier zu vorauseilenden Gehorsam gezwungen, da sie in
Vorleistung treten, ihnen das Ministerium aber keine Garantie für die
versprochenen Gegenleistungen geben kann. Zudem bietet sich den
Hochschulen unter den gegebenen Bedingungen keine wirkliche Alternative
zur Teilnahme am „Qualitätspakt“.

Der Senat der Ruhr-Universität Bochum fordert das Land NRW und
insbesondere die Ministerin für Schule, Weiterbildung, Wissenschaft und
Forschung Gabriele Behler auf:

• dafür Sorge zu tragen, daß die im „Qualitätspakt“ zugesagten Finanz-
und Personalmittel mindestens über den gesamten Zeitraum des Paktes
abgesichert sind

? es sich bei dieser Absicherung nicht nur um politische Zugeständisse
handeln darf, sondern diese auch formal vom Landtag geregelt wird

? sich nicht weiter aus der öffenlichen Verantwortung für das
Bildungssystem zurückzuziehen

? in Zusammenarbeit mit den Betroffenen an den Hochschulen einen
Strukturplan zu entwickeln, der ein flächendeckendes Lehr- und
Forschungsangebot sicherstellt und für Planungssicherheit – auch
längerfristig – sorgt

? im Sinne einer ausreichenden Personal- und Sachmittelausstattung die
Steigerung des Bildungsetats der allgemeinen Steigerung des
Landeshaushaltes mindestens anzugleichen

? in einen offenen Dialog mit allen Betroffenen einzutreten, um
sinnvolle Reformen in Gang zu setzen.

Soll Bildung und Forschung tatsächlich die Zukunftsfähigkeit unserer
Gesellschaft fördern, so bedarf es einer Politik, die für die
Hochschulen notwendige Rahmenbedingungen schafft.

Die Strukturplanung durch die Gremien der Universität wird durch die
politischen Vorgaben des Landes, insbesondere durch die Rolle des
externen Expertenrates, eingeschränkt. Die Schwäche der Überlegungen ist
in der fehlenden Orientierung am Ist-Zustand der NRW-Hochschullandschaft
zu sehen. Der Senat kritisiert die Vorgehensweise. Das vorgesehene
Verfahren wird den Anforderungen des Wissenschaftsbetriebes Hochschule
nicht gerecht. Es muß befürchtet werden, daß sich das Verfahren nur auf
quantitative Daten und die Empfehlungen der Hochschule stützen wird. Bei
ersteren ist ein deutliches Hinsehen notwendig, um mögliche Fallstricke
zu erkennen und sie im weiteren beachten zu können. Für eine wirkliche
Strukturplanung des Landes reicht es nicht aus, wenn ein Expertenrat so
kurzfristig über die Hochschulen in NRW entscheidet, ohne sich über die
Stärken und Schwächen der Hochschulen ausreichende Gedanken zu machen.
Deshalb wird sich der Senat der Ruhr-Universität Bochum in seiner
Beteiligung an Strukturanpassungsüberlegungen nicht alleine an den
Vorgaben des Landes orientieren.“




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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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