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(00098) 28.04.1999 14:44

RUB-Mediziner organisieren 7. DEUTSCHEN AIDS-KONGRESS


Bochum, 28.04.1999
Nr. 93

Wissen schafft Hoffnung
HIV-Infektion in Deutschland nicht Rückläufig
RUB-Mediziner organisieren 7. DEUTSCHEN AIDS-KONGRESS


AIDS ist keine Krankheit von Schwulen oder Drogenabhängigen; sie
verbreitet sich immer mehr auch unter Frauen und Heterosexuellen.
Aufklärung tut not, denn kurzfristige Erfolgsmeldungen verleiten zur
irrigen Annahme, die Krankheit sei heilbar. Deshalb gehört zu den
zentralen Zielen des vom Präsidenten der Deutschen AIDS-Gesellschaft
(DAIG), Priv.-Doz. Dr. Norbert Brockmeyer (Der-matologische Klinik im
St. Josef-Hospital Bochum - Klinikum der RUB) organisierten 7. Deutschen
AIDS-Kongresses  der intensive Informations- und Erfahrungsaustausch mit
Betroffenen, Pflegern, Sozialeinrichtungen und Politikern. Der 7.
Deutsche AIDS-Kongress findet vom 2.-6. JUNI 1999 in der GRUGA-HALLE in
ESSEN statt. Schirmherrin ist Birgit Fischer,  Ministerin für Frauen,
Jugend, Familie und Gesundheit des Landes Nordrhein-Westfalen.

Täglich 7.000 Jugendliche neu infiziert

Vorbeugung (Prävention) und Aufklärung sind neben Behandlung und
Versorgung der HIV-Infizierten Menschen zentrales Thema des Kongresses.
Die Notwendigkeit der Prävention wird deutlich angesichts der Zahlen:
Allein 7.000 der täglichen 16.000 Neuinfektionen weltweit ereignen sich
unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In Deutschland ist gerade bei
Jugendlichen und Heterosexuellen die sexuelle Risikobereitschaft, teils
aus Unwissen, teils aus Scham, sehr groß. Deshalb muß ein stärkeres
Bewußtsein um die Gefahren einer HIV-Infektion gefördert werden.

Infektion vermeiden

Seit Bekanntwerden der AIDS-Epidemie in den 80-er bis frühen 90-er
Jahren war die Befürchtung, sich mit dem HI-Virus zu infizieren groß. In
weiten Teilen der Bevölkerung insbesondere unter den jungen Leuten,
wurden Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Aufklärungskampagnen in Schulen,
Universitäten, Krankenhäusern, öffentlichen Einrichtungen, Betrieben
usw. haben zweifellos dazu beigetragen, daß die AIDS-Epidemie zumindest
in Westeuropa nicht das befürchtete Ausmaß erreichen konnte. Dennoch ist
die Erkrankung nicht auf wenige sogenannte Risikogruppen Schwulen oder
Drogenabhängigen beschränkt geblieben. Neueste Meldungen nennen einen
Anteil von 20 % Frauen, die HIV-infiziert sind. Immer mehr sind auch
heterosexuelle Menschen betroffen, und die Zahl der HIV-Infizierten ist
in Deutschland nicht rückläufig. Hat sich eine gewisse Sorglosigkeit bei
der Wahl des Sexualpartners eingeschlichen? Sind illegale Prostituierte
aus Osteuropa oder Asien an der Verbreitung beteiligt? Die Inzidenz der
HIV- Infizierten Prostituierten steigt z.B. in Bochum. Die Benutzung von
Kondomen ist eine der wichtigsten Maßnahmen. Die beste und durch nichts
zu ersetzende Maßnahme ist, es erst gar nicht zu einer Infektion kommen
zu lassen.

Behandelbar – aber nicht heilbar

Obwohl die Entwicklung in der Behandlung HIV-Infizierter und an AIDS
erkrankter Menschen seit Beginn der Epidemie von rasantem Fortschritt
gekennzeichnet ist, gibt es bis heute keine Heilung. Zur Zeit werden
große Therapieerfolge verzeichnet. Es gibt jedoch keinen Grund zur
allgemeinen Sorglosigkeit oder Ver-harmlosung dieser Erkrankung. Sie ist
immer noch lebensbedrohlich und unheilbar. Die Entwicklung neuer,
besserer Therapie- , Diagnose-, und Vorsorgekon-zepte ist damit eine
Aufgabe von höchster gesundheits- und gesellschaftspolitischer Priorität
und soll durch den 7. Deutschen AIDS-Kongreß nachhaltig unterstützt
werden.

Information ist Trumpf


Kaum eine andere Krankheit erfordert soviel Informations- und
Erfahrungsaustausch. Der 7. Deutsche AIDS-Kongress richtet sich deshalb
nicht nur an wissenschaftliche und medizinische Fachkreise, sondern auch
in hohem Maße an die Betroffenen selbst, an Mitarbeiter der
Pflegeberufe, Sozialeinrichtungen, Politiker und an die allgemeine
Öffentlichkeit. Als Vorsitzender der Deutschen AIDS-Gesellschaft (DAIG
e.V.) und Präsident des 7. Deutschen AIDS-Kongresses sieht Privatdozent
Dr. Norbert Brockmeyer, in der Kommunikation und Zusammenarbeit aller im
HIV-Bereich tätigen Gruppen die wesentliche Aufgabe, für die der Kongreß
den Rahmen bieten wird.

50 Prozent der HIV-Infizierten vermeiden Therapie

Obwohl für HIV-Infizierte durch die verbesserten Therapiemöglichkeiten
die Lebensqualität gestiegen und die Lebenserwartung erhöht wurde,
nehmen rund 50 Prozent der HIV-Infizierten diese Therapieangebote nicht
wahr. Diese Menschen müssen ebenso aufgeklärt werden wie diejenigen, die
eine mögliche Infektion verdrängen und sich nicht testen lassen. Dies
hat nicht nur Bedeutung für die Betroffenen selber, sondern ist auch für
die Infektionsvorbeugung wesentlich.

Weitere Informationen, Programm, Anmeldung

Priv.-Doz. Dr. Norbert Brockmeyer, Dermatologische Klinik im  St.
Josef-Hospital - Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Gudrun str. 56,
44791Bochum, Tel.: 0234/5093443 oder 509-3471, Fax: 0234/509-3445,
Internet: http://www.derma.de/AIDS99, http://www.daig.net



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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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