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(00075) 29.03.1999 13:57

CAUSA - neue RUB-CD-ROM gegen hartnäckige Schreibblockaden


Bochum, 1. April 1999
Nr. 71


Spielend schreiben lernen
Wissenschaftliches Schreiben kann gelernt werden
CAUSA - neue RUB-CD-ROM gegen hartnäckige Schreibblockaden


Bochums Studierende brauchen demnächst das leere Blatt nicht mehr zu
fürchten. Eine neue Software namens "CAUSA" (Computer Aided
Undertaking for Student's Advancement) bietet ihnen umfassende Hilfen
für das Verfassen schriftlicher Haus- und Examensarbeiten. Und weil
die auf neuronaler Basis programmierte Software auch noch auf die
Kriterien individueller Prüfer trainiert werden kann, können
Studierende schon auf eine bestimmte Note hinwirken. CAUSA ist ein
Produkt des Schreibzentrums der RUB. Entwickelt wurde es von
Schreibforschern und -beratern, Lernpsychologen, Neuroinformatikern
und  Studienberatern der RUB. Ab 1.4.1999 ist es im Studienbüro der
RUB zum Preis von DM 250,- käuflich zu erwerben.


Damit der rote Faden sichtbar wird

Die Klagen von Professoren und Dozenten an Hochschulen, daß Schüler
nicht mehr das notwendige Rüstzeug für ein Universitätsstudium
mitbringen, sind Legion. Bemängelt wird besonders die
Schreibfähigkeit. Studienarbeiten werden gar nicht oder zu spät
abgegeben, es fehlt der rote Faden, sie sind sprachlich unbeholfen,
und häufig wimmelt es auch noch von Rechtschreibfehlern. Nicht nur die
Studierenden - selbst Opfer einer Lehrergeneration, die nicht mehr auf
Orthographie getrimmt worden ist -, auch die Hochschulen sind hier
offensichtlich überfordert. Übervolle Veranstaltungen und
Sprechstunden und ein aufgeblähter Wissen-schaftsjargon sowie
Professoren und Dozenten ohne pädagogische Ausbildung, die Vorlesungen
im wahrsten Sinne des Wortes verstehen und Bücher vorlesen, sind eben
nicht dazu angetan, diese meist schon aus der Schule mitgebrachten
Schreibprobleme auszubügeln.


Arbeitsplan mit CAUSA leichter einzuhalten

Überlange Studienzeiten und hohe Abbrecherquoten sind die von der
Gesellschaft zurecht beklagten Folgen, die die RUB-Arbeitsgruppe mit
dem sehr komfortablen CAUSA-Programm bekämpfen will. Entstanden ist in
Bochum ein elektronischer Schreibtrainer ganz besonderer Art. Den
Studierenden bietet CAUSA eine Reihe wertvoller Arbeitshilfen: Sie
werden dazu angeleitet, eine Fragestellung für die Arbeit zu
entwickeln, die eine sinnvolle, präzise Auseinandersetzung mit ihrem
Thema ermöglicht. Anhand weiterer Leitfragen wird die Grobstruktur des
Textes bestimmt, eine Arbeitsgliederung entworfen und festgelegt,
welches Material zugrunde gelegt werden muß und in welcher Weise es
verarbeitet werden soll. CAUSA errechnet einen Arbeitsplan, nachdem
die Gliederung, das zu bearbeitende Material, der Abgabe-Termin, die
geforderte Seitenzahl und die persönlich zur Verfügung stehende Zeit
eingegeben wurden. Dieser Plan erinnert die Studierenden schon beim
Einschalten des PC an das tägliche Pensum. Der Einstieg in den
anstehenden Arbeitstag wird durch Fragen erleichtert, die den
Arbeitsprozeß in überschaubare Teiletappen zerlegen. Ein zusätzliches
Modul verbindet den Schreibenden bei erkanntem Bedarf direkt mit dem
Internet bzw. den online-Recherchehilfen der Universitätsbibliothek.
Hier sucht es Zitate in der verzeichneten Literatur und stellt
selbständig Literaturrecherchen zusammen.


Programm warnt vor übermäßigem Feilen an Texten

Studierende mit besonders starken Schreibblockaden können bei Bedarf
ihren Text in das Mikrofon des PC sprechen. Ein
Spracherkennungsprogramm übersetzt den Text in Schriftsprache. Zudem
wird über die Tastatur registriert, wenn die Schreibenden übermäßig an
ihren Texten feilen und dadurch den Blick fürs Ganze verlieren; bei
exzessiven Korrekturen an einer Textstelle ertönt ein akustisches
Warnsignal. Halten sich die Studierenden nicht an den von der Software
vorgegebenen Arbeitsplan, erscheint ein kurzes Video, in dem eine
Schreibberaterin Fragen stellt, die in den Schreibprozeß zurückfinden
lassen.


Lehrende von zeitaufwendiger Routine befreit

Die systematische Nutzung der CD-ROM befreit Lehrende von
zeitaufwendiger Routinearbeit in der Betreuung von Studienarbeiten und
ermöglicht so eine stärkere Konzentration auf die inhaltliche
Beratung. Lehrende können ihre individuellen Beurteilungskriterien in
das Programm eingeben. Das Programm errechnet bei Bedarf jederzeit den
derzeitigen Leistungsstand der Arbeit. Zudem erhalten die Schreibenden
Rückmeldung, inwieweit der Text den allgemeinen Anforderungen an
sprachliche Präzision, Kohärenz und Paraphrasierung entspricht.


Gegen hartnäckige Arbeitsstörungen hilft nur noch gründliche Beratung

Gegen hartnäckige Arbeitsstörungen und Schreibwiderstände ist das
Programm indes machtlos. Aber das soll nicht so bleiben. Die
RUB-Arbeitsgruppe entwickelt schon die Grundlagen eines Moduls, das
den Studierenden auch bei solchen tiefer sitzenden Schwierigkeiten
helfen soll. Wissen und Erfahrung aus den Beratungseinrichtungen
werden in eine interaktive elektronische Sequenz umgesetzt, die den
Studierenden hilft, die Ursachen ihrer Verweigerung einzukreisen; sie
erhalten gegebenenfalls Hinweise, an welche Beratungsstellen sie sich
wenden können.


Weitere Informationen

Ludger Lampen, Studienbüro der RUB, 44780 Bochum, Tel. 0234/700-3859,
eMail: ludger.lampen@ruhr-uni-bochum.de



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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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