[ vorherige ] [ nächste ] [ Übersicht nach Zeit ][ alphabetische Übersicht ]

(00041) 18.02.1999 14:33

Studie zu neuen Organisationsformen für Wohnungsunternehmen


Bochum, 18.02.1999
Nr. 41

Leere Wohnungen und neue Kundenwünsche
Auf dem Wohnungsmarkt ist der Kunde wieder König
Neue Organisationsformen für Wohnungsunternehmen


Modernisierung heißt das Zauberwort für viele Wohnungsunternehmen, die
ihre Wohnungen nicht mehr los werden, weil sich der Wohnungsmarkt
stark verändert hat oder die Kunden sehr differenzierte Wünsche haben.
Um sich fit zu machen, und kundenorientierter, flexibler und
wirtschaftlicher agieren zu können, suchen die Unternehmen nach neuen
Organisationsformen . Das Institut für Wohnungswesen,
Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung GmbH an der
Ruhr-Universität Bochum (InWIS) hat in einer nun vorgelegten Studie
solche Umstrukturierungsprozesse am Beispiel von vier Unternehmen
untersucht.

Märkte verändern sich

Ein Teil der Wohnungssuchenden, insbesondere Einkommensschwache, junge
Leute etc. hatte es über Jahre schwer, eine passende Wohnung zu
finden. Nehmen was da war, war für sie die Devise.  Derartig
paradiesische Zustände für Wohnungsunternehmen, die auf teure Werbung
und ausgefeilte Marketingstrategien verzichten konnten, gehören der
Vergangenheit an. Heute stehen Wohnungen leer, die Unternehmen
verzeichnen Gewinneinbußen und suchen nach geeigneten Instrumenten, um
den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Der Kunde ist wieder König
und will umworben werden. Eine Entwicklung, die vielen
Woh-nungsunternehmen noch schwer fällt, denn verstärkte Kunden- und
Dienst-lei-stungsorientierung setzt flexible Organisationsstrukturen
voraus, die in anderen Branchen unter den Stichworten "Lean
Management" und Team- oder Gruppenarbeit etc. seit langer Zeit
umgesetzt sind.

Gesellschaftliche Megatrends

Einige gesellschaftliche Megatrends verursachen diese Veränderungen

Bevölkerung wird älter

o Die Deutschen werden weniger, und sie werden älter - im Jahr 2040
wird ein Drittel der Gesellschaft über 60 sein. Rein rechnerisch
verringert sich die Anzahl der Wohnungen, die in Zukunft benötigt
wird. Altersgerechte Wohnungen können eine Alternative zum Altenheim
darstellen. Aber nicht nur alte Leute wollen wohnungsnah
Dienstleistungen angeboten bekommen. Hier entwickelt sich ein
Wachstumsmarkt für Wohnungsunternehmen.

Normalfamilie - ein Sonderfall

o Die "Normalfamilie" wird zum Sonderfall, neue Haushaltstypen und
-struk-turen  (Singles, kinderlose Paare usw.) entstehen. Es werden
andere Wohn- und Wohnungsformen nachgefragt. Größe und Zuschnitt von
Wohnungen müssen neu definiert werden. Hier können in der Zukunft
flexible Lösungen der Grundrißgestaltung den Ton angeben.

Eine neue Mentalität muß her

Um auf diese gesellschaftlichen Prozesse zu reagieren, insbesondere
Wohnungssuchenden geeignete Wohnungen bereitstellen und innovative
Dienstleistungspakete rund um das Wohnen schnüren zu können, müssen
sich Wohungsunternehmen neue Strukturen geben: Sie müssen verkrustete
Strukturen aufbrechen und sich zu modernen Dienstleistungsbetrieben
entwickeln.

Vom "was wollen Sie schon wieder" ...

Früher konnte ein tropfender Wasserhahn schon mal zum Geduldsspiel für
einen Mieter werden. Wen kann man anrufen? Wer ist zuständig? Wann
wird der Schaden behoben? Meistens blieb es nicht bei einem Anruf, der
Kunde mußte sich in der Regel mit seinem Problem durch mehrere
Abteilungen "durchfragen" um endlich beim zuständigen Sachbearbeiter
zu "landen". Das klassische Bürokratiemodell bildete die übliche Form
der Wohnungsbewirtschaftung, auch innerhalb der Unternehmen waren die
Verantwortlichkeiten keineswegs immer klar definiert.

... zum "was kann ich für Sie tun"

Heute akzeptieren mehr und mehr Unternehmen ihre Rolle als
Dienstleister. Nach dem Motto "umfassende Betreuung aus einer Hand" -
in anderen Bereichen wie z.B. der Finanz- und Versicherungsbranche
längst umgesetzt - ist der Mieter bei einem Ansprechpartner bzw. Team
in guten Händen. Darüber hinaus gewährleisten eingespielte Teams,
"Know-how" bei allen anfallenden Fragen der Mieter (kaufmännische,
technische, sozialpädagogische).

Pionierunternehmen

Der InWIS-Bericht enthält eine detaillierte Darstellung von vier
Beispielunternehmen, anhand derer die "Zauberworte" des modernen
Managements Teamstruktur, integrierte Sachbearbeitung,
Diversifizierung und Flexibilität mit Inhalt gefüllt werden. Bei der
Auswahl wurde darauf geachtet, daß verschiedene Unternehmensgrößen,
Unternehmenstypen und Regionen abgebildet werden. So werden alte und
neue Bundesländer ebenso berücksichtigt wie Wohnungsgesellschaft und
-genossenschaft.

Die integrierte Sachbearbeitung

Neben den vier Beispielunternehmen wird die integrierte
Sachbearbeitung als Leitbild der organisatorischen Veränderungen in
der Wohnungswirtschaft vorgestellt. Dabei werden verschiedene
"Härtegrade" der Umstrukturierung - von der einfachen Umstellung in
den Prioritäten der Arbeitsabläufe -  bis zum radikalen Schnitt mit
bisherigen Organisationsstrukturen und der Ausgliederung von
Arbeitsbereichen in selbständige Tochtergesellschaften - dokumentiert.


Neue Anforderungsprofile für Mitarbeiter

InWIS hat auch das Anforderungsprofil der Mitarbeiter genauer unter
die Lupe genommen. Nach dem Motto "aus Spezialisten sollen
Generalisten werden" entpuppte sich eine vormals eindimensionale
Qualifizierung als Sackgasse. Mitdenken, Mitentscheiden, Mithandeln
und Mitverantworten sind die Attribute mit denen die Mitarbeiter der
Zukunft ausgestattet sein sollten. Die intensive Qualifizierung der
Angestellten ist deshalb zentrales Element von
Reorganisationsprozessen.

Studie und weitere Informationen

Der ausführliche Bericht kann als InWIS-Bericht Nr. 24 für 25,- DM
schriftlich bestellt werden beim: Institut für Wohnungswesen,
Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung GmbH an der
Ruhr-Universität Bochum (InWIS) Springorumallee 20, 44795 Bochum,
Tel.: 0234/9447-700, Fax.: 0234/9447-777 e-mail: InWIS@t-online.
http://www.ruhr-uni-bochum.de/inwis





RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB

Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB

zurück zur Übersicht nach Zeit | alphabetisch