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Leuchtturmprojekt fuer Latinisten



Bochum, 08.12.1998
Nr. 272

The IGEL has landed
Leuchtturmprojekt der Klassischen Philologie
Pionierarbeit an unerschlossenen Texten


IGEL - "Innovationes Graecae Et Latinae" heißt das neue, unter
Federführung von Prof. Dr. Reinhold F. Glei (Fakultät für Philologie,
Seminar für Klassische Philologie) entwickelte Reformprojekt zur
Verbesserung der Qualität der Lehre, das jetzt vom Ministerium für
Schule, Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung des Landes
Nordrhein-Westfalen (MSWWF) genehmigt wurde. Es ist mit einem
Fördervolumen von 115.000 DM für die Dauer von zwei Jahren, beginnend
am 01. Januar 1999, ausgestattet. Mit der Unterstützung des
Leuchtturmprojekts in Zeiten knapper Kassen demonstriert das Land die
bildungs- und gesellschaftspolitische Bedeutung der exemplarischen
Verbindung von Forschung und Lehre - auch in den philologischen
Wissenschaften. In Zukunft lautet daher weiterhin die Devise: Stacheln
zeigen!

Keine "ollen Klassiker"

Kern des Projekts ist die Entwicklung einer neuen Art von
Lehrveranstaltung/Workshop, in der die Studierenden die
wissenschaftliche Edition von Texten erlernen und einüben sollen. Im
Mittelpunkt stehen dabei nicht die "ollen Klassiker", sondern
lateinische Texte des 15. Jahrhunderts, die nur in Handschriften und
Frühdrucken erhalten sind: Durch den konkreten Umgang mit den
Handschriften, die gelesen, transkribiert, verglichen und bewertet
werden müssen, erwerben die Studierenden philologische
Schlüsselqualifikationen. Dies verbessert den Studienerfolg und nicht
zuletzt die Studienmotivation, da hier nicht mehr bloß Lernstoff
wiedergekäut, sondern echte Pionierarbeit an einer unerschlossenen
Textmasse geleistet wird. Begleitend bietet die Sektion für
Byzantinistik Veranstaltungen zu den methodischen Grundlagen an.

Alternative Geschichte

Ein erster 'Probelauf' fand bereits im Sommersemester 1998 und in der
anschließenden vorlesungsfreien Zeit statt: Textgrundlage war ein
längerer Brief des Papstes Pius II., den dieser im Herbst 1461 an den
osmanischen Sultan Mehmet II. schrieb, um diesen zum Christentum zu
bekehren. Die über 30 Handschriften des Briefes haben die Studierenden
eigenständig bearbeitet; die Endredaktion des Textes und die
Publikation (einschließlich einer deutschen Übersetzung und
kommentierenden Anmerkungen) ist für Februar/März 1999 vorgesehen. Im
Rahmen des Leuchtturmprojekts werden in den kommenden zwei Jahren
weitere Workshops angeboten. Der nächste wird sich mit der von einem
italienischen Humanisten um 1416/17 gefälschten, fingierten Rede des
"Terroristen" Catilina beschäftigen, mit der dieser in der
Senatssitzung vom 7./8. November 63 v. Chr. dem berühmten "Quo usque
tandem" des Konsuls Cicero geantwortet haben soll. Hier ergeben sich
ungeahnte Einsichten in die Macht der Rhetorik und mögliche
Alternativen der Geschichte.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Reinhold F. Glei, Fakultät für Philologie, Seminar für
Klassische Philologie, GB 2/162, Tel.: 0234/700-2761, Fax:
0234/7094-287; eMail: reinhold.f.glei@ruhr-uni-bochum.de



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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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