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Diabetes-Dialog: Intensivierte Therapie statt Verharmlosung



Bochum, 24.11.1998
Nr. 262

Blutzuckersenkung bei Typ-2-Diabetes lohnt sich
Vortrag zur "Jahrhundertstudie" aus Großbritannien
Diabetes-Dialog: Intensivierte Therapie statt Verharmlosung


,,Sie haben ein bißchen 'Alterszucker', das ist keine schwerwiegende
Erkrankung. Machen Sie sich keine Sorgen." So oder so ähnlich haben
Arzte bislang oft reagiert, wenn bei einem Patienten ab 50 erhöhte
Blutzuckerwerte gemessen wurden. Daß diese Verharmlosung den
Betroffenen wertvolle Möglichkeiten zur Behandlung unterschlägt,
dringt erst seit September 1998 in das Bewußtsein der Diabetologen.
Grund ist eine ,,Jahrhun-dertstudie", bei der sich ca. 5000
Typ-2-Diabetiker in Großbritannien über 15 Jahre regelmäßig
untersuchen ließen. Um die bedeutenden Ergebnisse dieser Studie auch
in Deutschland vorzustellen, zu kommentieren und interpretieren, hat
die Medizinische Universitätsklinik Knappschafts-Krankenhaus Prof. Dr.
Hellmuth Mehnert, München (Vorsitzender der Deutschen Diabetes-Union -
DDU), zu einem Vortrag eingeladen.

TERMIN


Der Diabetes-Dialog "Tablettentherapie des Typ-2-Diabetes
nach der UKPDS-Studie" findet statt am Mittwoch,
02. Dezember 1998, um 15.30 Uhr, im Hörsaal der Medizinischen
Universitätsklinik Knappschafts-Krankenhaus Bochum, In der Schornau
23-25, 44892 Bochum. Die Medien sind herzlich willkommen.


Keine Verniedlichung mehr

Mit den Ergebnissen der UKPDS (United Kingdom Prospective Diabetes
Study) haben Ärzte eine Richtschnur für die kommenden Jahre. Es wird
lange dauern, bis in Deutschland oder anderswo Studien mit einer
ähnlichen Tragweite eine präzisere Handlungsanweisung geben können.
Die Behandlung der Patienten erfolgte "konventionell", d.h. mit einer
geeigneten Ernährung, oder "intensiviert", also mit
blutzuckersenkenden Tabletten oder mit Insulin. Das Resultat: Nur die
intensiviert behandelten Diabetiker hatten bessere Blutzuckerwerte und
weniger Augen-, Nieren- und Nervenschäden. Ebenso zeigte sich eine
geringere Anzahl von Herzinfarkten. Das Medikament Metformin (im
Handel als "Glucophage") ermöglichte sogar ein längeres Leben der so
behandelten Patienten. Die Verniedlichung des ,,Alterszuckers" hat
seit der Veröffentlichung der UKPDS-Studie keine Berechtigung mehr -
auch ältere Diabetiker müssen mit ihrer Erkrankung ernst genommen
werden! Umso mehr, als ihre Zahl in Deutschland zunimmt: ca. 5 % (4
Mio.) sind bekannt, wahrscheinlich 3 % kämen noch hinzu, wenn Ärzte
stärker auf Altersdiabetes achten würden. Und die Zahl ist weltweit
deutlich steigend - man rechnet mit einer Verdoppelung der Diabetiker
bis zum Jahr 2010.

Weitere Information

Prof. Dr. Michael Nauck, Medizinische Universitätsklinik
Knappschafts-Krankenhaus Bochum, Abteilung für Innere Medizin, In der
Schornau 23-25, 44892 Bochum, Tel.: 0234/299-0, -3403



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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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