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Standortgutachten fuer solartechnische Anlagen



Bochum, 17.11.1998
Nr. 254

Mit "Saskia" stehen sie nie im Schatten
Standortgutachten für solartechnische Anlagen
Neues Meßgerät und Software prognostiziert Erträge


Natürlich sollten Solaranlagen nie im Schatten stehen; doch an welchem
Ort stehen sie so, daß ihr Ertrag optimal ist? Den besten Standort
beurteilt präzise, schnell und preiswert "Saskia" (Standortanalyse
solartechnischer Anlagen unter Einsatz des Skiameters), insbesondere
für photovoltaische Systeme. "Saskia" erfaßt und berechnet die
ertragsmindernde Wirkung abschattender Objekte wie z.B. Bauwerke,
Vegetation oder Landschaftsform. Das von Dr.-Ing. Martin Skiba
(Lehrstuhl für Nukleare und Neue Energiesysteme, Fakultät für
Maschinenbau der RUB, Inhaber: Prof. Dr.-Ing. Hermann Unger)
entwickelte Verfahren "Saskia" umfaßt einerseits das Skiameter, eine
optoelektronische Apparatur zur Erfassung von abschattenden Objekten
vor Ort, und andererseits die Analysesoftware 3+ zur Standardbewertung
und -auswahl. Die Entwicklung von "Saskia" wurde als Forschungsprojekt
im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Solar NRW gefördert.

360 Grad Untersuchungshorizont

Das Skiameter (skia, griech.: Schatten, Abschattung) bildet seine
gesamte Umgebung über eine verspiegelte, plankonvexe Linse ab. Dabei
wird die optische Information des halbkugelförmigen Aufnahmebereichs
von einem CCD-Photoapparat aufgenommen und über einen Chip auf einer
Speicherkarte zwischengespeichert. Die Halterung des
Aufnahmeobjektivs, das über der nach oben gewölbten Spiegellinse
angeordnet ist, kann in zwei Positionen geschwenkt werden. Die
dazugehörige Software eliminiert störende Einflüsse, die bei
Überlagerung mehrerer Aufnahmen entstehen können. Kabel und parallele
Schnittstelle übertragen die digitalisierten Daten der
Umge-bungsaufnahmen zum Rechner.

Simulation mit mehrstufigem Verfahren

Zwei Datenpakete werden zur Simulation der solaren Einstrahlung und
damit zur Prognose über den Standort verarbeitet: Als ortsspezifischer
Dateninput werden die zwölf monatlich mittleren Tagessummen der
Global- und Diffusstrahlung benötigt - sie charakterisieren das
Strahlungsmakroklima des Standortes. Die abschattenden Objekte der
unmittelbaren Umgebung, wie Bauwerke oder Bäume, beeinflussen
maßgeblich die mikroklimatischen Strahlungsverhältnisse. Dazu kommen
die geometrischen Verhältnisse wie Neigungswinkel und Himmelsrichtung
des Standortes.

Analysesoftware S3+ basiert auf langjährigen Meßreihen

Basierend auf einer Zeitreihenanalyse von langjährigen Meßdatensätzen
des Deutschen Wetterdienstes wurde ein Modell entwickelt, das
Aufschluß über die Stundensummen der Globalstrahlung gibt. Die
Globalstrahlung setzt sich aus mehreren Komponenten (direkte, diffuse
und reflektierte Strah-lung) zusammen. Für die gesamten statistischen
Informationen wurde ein Rechnermodell entwickelt. Die Übertragung
dieses Simulationsprogramms auf die Strahlungseinwirkung eines
bestimmten Moduls erforderte die Auswahl und Überprüfung eines
geeigneten Modells. Zudem mußte es an das für die Bundesrepublik
Deutschland spezifische Klima angeglichen werden. Der Einfluß der
abschattenden Objekte fließt getrennt nach direkter und diffuser
Strahlung in die Modellrechnung zur Bewertung eines Standortes ein.
Die Ergebnisse der Standortanalyse können ein einem vierseitigen
Standortgutachten, das automatisch vom Programm generiert werden kann,
zusammengefaßt werden.

Weitere Informationen

Dr.-Ing. Martin Skiba, Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für
Maschinenbau, Nukleare und Neue Energiesysteme, 44780 Bochum, Tel.
0234/700-6046, -6367, Fax: 0234/7094-158, E-Mail:
skiba@nes.ruhr-uni-bochum.de





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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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