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Studie zur Sozialhilfeabhaengigkeit in NRW



Bochum, 16.09.1998
Nr. 192

Und Kinder sind doch arm
Wer kriegt eigentlich Sozialhilfe
RUB-Studie zur Sozialhilfeabhängigkeit in NRW


Von der Arbeitslosigkeit zur Sozialhilfe ist es nicht selten nur ein
kleiner Schritt. Und so bekommt angesichts von mehr als vier Millionen
Arbeitslosen eine neue Studie der RUB besonderes Gewicht. Prof. Dr.
Peter Strohmeier und Dipl. Soz. Volker Kersting vom Zentrum für
interdisziplinäre Ruhrgebietsforschung (ZEFIR) der RUB haben die
"Sozialhilfeabhän-gigkeit in Nordrhein-Westfalen und seinen Teilräumen
unter besonderer Berücksichtigung der Städte Mülheim an der Ruhr,
Essen und Oberhausen (MEO)" untersucht. Im Auftrag dieser MEO-Städte
wurden die Daten der Jahre 1982 bis 1993 ausgewertet und die Struktur
des Personenkreises, der Sozialhilfe bezieht, verglichen.

Arme Kinder

Anders als Familienministerin Claudia Nolte kommen auch die Bochumer
Wissenschaftler zu der Überzeugung, daß Kinder und Jugendliche immer
stärker von Armut betroffen sind. Und je jünger sie sind, um so größer
ist für sie das Armutsrisiko. 1993 waren vier von zehn
Sozialhilfeempfängern noch keine 18 Jahre alt. Bezogen auf das
jeweilige Alter waren absolut die meisten Sozialhilfeempfänger bei den
unter 7-jährigen anzutreffen. In ganz NRW waren 8,5% dieser Kinder von
der Sozialhilfe abhängig; in Essen waren es sogar 14,4%, in Dortmund
13,9%. Bei ihren Untersuchungen stellten die Forscher weiter fest, daß
in einigen Regionen der Anteil der sozialhilfeabhängigen Frauen rund
ein Drittel höher als der der Männer ist; aber auch insgesamt gibt es
nirgendwo mehr männliche als weibliche Betroffene. Überraschend waren
die Ergebnisse bei der Betrachtung der ausländischen
Sozialhilfeabhängigen. Denn obwohl in den Großstädten prozentual die
meisten Ausländer leben, ist ihr Anteil an den Sozialhilfeempfängern
nicht dort, sondern in den Kreisen am höchsten.

Scheidung, Verstädterung und die Sozialhilfe

Untersucht wird in der Studie auch nach möglichen Gründen für die
Sozialhilfeabhängigkeit. Wie wirken sich Arbeitslosigkeit und
zerrüttete Familienverhältnisse (z.B. durch Scheidung) aus? Sind
Kinder ein Armutsrisiko? Und welcher Zusammenhang besteht zwischen
Sozialhilfe, Verstädterung und lokaler Integration? Gesucht wird auch
nach Zusammenhängen zwischen diesen Aspekten, neue Fragen werden
aufgeworfen. Trotz der älteren Daten hat die Studie - leider - nicht
an Aktualität verloren.

Titelaufnahme und Bezugsquellen

Volker Kersting, Peter Strohmeier: Sozialhilfeabhängigkeit in
Nordrhein-Westfalen und seinen Teilräumen unter besonderer
Berücksichtigung der Städte Mülheim an der Ruhr, Essen und Oberhausen
(MEO), Beiträge zur Regionalentwicklung, Heft 15, Hrsg. von der Stadt
Essen, Amt für Entwicklungsplanung, Statistik, Stadtforschung und
Wahlen.

Bezugsquellen: Städte Essen, Mülheim Ruhr, Oberhausen.


Weitere Informationen

Dipl. Soz. Volker Kersting, Zentrum für interdisziplinäre
Ruhrgebietsforschung (ZEFIR),  Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum,
Tel. 0234/700-7511 oder - 4615; privat: 0208-360656.



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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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