[ vorherige ][ nächste ][ Übersicht Pressemitteilungen ]

Aktuelle Forschung: RUBIN 1-98 erschienen



Bochum, 01..07.1998
Nr. 141

Schlaue Delphine: das Ende einer Legende
Ziel: Wirksame Impfung gegen Allergien
Spannendes aus der Forschung: RUBIN 1/98 erschienen


Delphine lächeln immer. Daß diese für den Menschen so sympathische
Physiognomie lediglich Ergebnis ihrer aufwärts gewachsenen Mundwinkel
ist, tut dem Mythos der Delphine keinen Abbruch. Von immer neuen
kognitiven und sozialen Fähigkeiten wird berichtet. Auch die jüngsten
Erkenntnisse der Wissenschaft werden die Legende wohl nicht enden
lassen. Und doch ist der Befund ernüchternd: Das große, stark
gefurchte Delphingehirn hat relativ weniger Nervenzellen als das einer
Ratte. Dies belegen erstmals vergleichende Untersuchungen von Prof.
Dr. Onur Gün-türkün (Biopsychologie, Fakultät für Psychologie der
RUB), jetzt präsentiert in RUBIN 1/98. Sofern Journalisten nicht in
den nächsten Tagen per separater Post ein Exemplar zugeht, können Sie
per email es bei uns anfordern. Auf dem Weg zu Gründerhochschule

Editorial: In Deutschland engagieren sich Hochschulabsolventen und
-angehörige in deutlich geringerem Maße als Gründer innovativer
Unternehmen als in anderen europäischen Ländern oder in den
Vereinigten Staaten. Nach Wegen, wie sich Existenzgründungen aus
Hochschulen heraus fördern lassen, und wie die RUB auf diese Weise
Innovationsimpulse für das Ruhrgebiet liefern könnte, suchen (und sind
fündig geworden) Prof. Dr. Rolf G. Heinze (Soziologie, Fakultät für
Sozialwissenschaft) und Prof. Dr. Paul Klemmer (Wirtschaftspolitik,
Fakultät für Wirtschaftswissenschaft).

Der Bon-Jovi-Test

Aus den "News": Das Nürnberger Frankenstadion ist ausverkauft: 40.000
Bon-Jovi-Fans lassen sich von ihren Rock-Stars mitreißen. Sie
klatschen, stampfen mit den Füßen, wippen in den Knien oder hüpfen -
im Rhythmus der Musik. Dabei versetzen sie die Fläche, auf der sie
stehen, in Schwingungen. An den weit ausladenden Tribünen könnte dies
Belastungen erzeugen, für die das Tragwerk eines Fußballstadions nicht
ausgelegt ist. Doch die Stadtväter von Nürnberg haben vorgesorgt:
Schwingungsdämpfer an den Tribünen und ausgeklügelte Meß- und
Warnverfahren garantieren Sicherheit. Und doch ist das Konzert die
"Feuertaufe" für eine Gebäude-Nachrüstung, mit der
ingenieurwissenschaftliches Neuland betreten wurde. Der Auftrag an
Prof. Dr.-Ing. Hans-Jürgen Niemann (Arbeitsgruppe Aerodynamik im
Bauwesen, Fakultät für Bauingenieurwesen) lautet "menschenerregte
Schwingungen bei Rockkonzerten" im Stadion Nürnberg zu untersuchen.

"Klima-Archive" im Meeresgrund

Naturwissenschaften: "Nur eine kleine andere Richtung der Erde zur
Sonne, und alles auf ihr wäre anders" bemerkte 1784 der Philosoph
Johann Gottfried Herder. Heute wissen wir auch um den Einfluß der
Meeresströmungen auf unser Klima, sei es als Temperaturregulativ oder
Speicher für Kohlendioxid. Geologen fragen nach dem Motor im
ozeanischen Strömungssystem: Blieb er im Wechsel der Kalt- und
Warmzeiten immer in Gang? Antworten findet  Prof. Dr. Jörg Mutterlose
(Paläontologie und Geologie, Fakultät für Geowissenschaften der RUB)
in Jahrmillionen alten Sedimentablagerungen im Meeresboden.

Allergien: Die Weichen werden früh gestellt

Medizin: Anfang der 80er Jahre erkannte die Wissenschaft, daß weiße
Blutkörperchen - die sogenannten T-Zellen - maßgeblich am Entstehen
chronischer allergischer Erkrankungen beteiligt sind. Heute wird
vermutet, daß bestimmte kindliche Infekte die T- Zellen zu dieser
Weichenstellung animieren. Allergiehemmende und -fördernde
Infektionserkrankungen identifizieren Prof. Dr. med. Christian Rieger
und PD Dr. med. Uwe Schauer (Uni-versitätsklinik für Kinder - und
Jugendmedizin am St. Josef-Hospital der RUB). Fernziel ist die
"Impfung gegen Allergien".

Trainingsfaktor Auge: "Schnell vor scharf" im Tennis

Wenn Sportarten wie Baseball, Tennis oder Volleyball langsamer
gespielt würden, wären sie "Kinderspiele". Sie sind es aber nicht,
aufgrund der hohen Anforderungen an die visuelle Wahrnehmung, wegen
der Komplexität der Spielhandlung sowie der Notwendigkeit, unter
permanentem Zeitdruck zu agieren. Am Beispiel des Tennissports
untersuchen Prof. Dr. Hermann Heck und Dr. Gernot Jendrusch
(Sportmedizin, Fakultät für Sportwissenschaft der RUB) die Bedeutung
einer guten Bewegungs- und Tiefenwahrnehmung für das Erreichen
sportlicher Höchstleistungen.

Expertensysteme: Damit einer das Wissen von allen hat

Ingenieurwissenschaften: Ob Chemieanlage, Kraftwerk oder Tanklager -
Neuplanung und Verbesserung von Anlagen und Prozessen unterliegen
einem ständig steigenden Planungsaufwand. Längst sind Rohstoffströme,
mögliche Produkte und gesetzliche Regelungen für einen Ingenieur nicht
mehr zu überschauen. Expertensysteme halten das komplette Wissen parat
und prüfen, was möglich und was machbar ist. Am Lehrstuhl für
Verfahrens- und Umwelttechnik der RUB (Prof. Dr.-Ing. Hans-Jürgen Röhm
und Dipl.-Ing. Axel Kobus) wird in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft
für heuristisch-numerische Systeme, Dortmund, ein Expertensystemmodul
zur Planung und Dimensionierung von Absorptionsprozessen entwickelt.

Grenzen ausloten: Schnelle Chips für Weltrekorde

Millionen von Telefongesprächen gleichzeitig über eine Glasfaser
leiten - in den Labors der RUB werden die mikroelektronischen
Bausteine für diesen Zweck erprobt: Bei 60 Gigabit je Sekunde, der
höchsten Bitrate, die je mit einer integrierten Schaltung erzeugt
wurde, stoßen Prof. Dr. Hans-Martin Rein (Halbleiterbauelemente) und
Prof. Dr. Ulrich Langmann (Elektronische Bauelemente), beide Fakultät
für Elektrotechnik und Informationstechnik der RUB, an die technischen
Grenzen dessen, was realisiert und geprüft werden kann.

Arnold Ruge: Akteur und Berichterstatter 1848

Geisteswissenschaften: Während das Frankfurter Parlament es Verrat an
der Nation nennt, das reaktionäre Militär geschlagen zu wünschen,
fordert ein Querkopf europäische Entwaffnung. Als man Friedrich
Wilhelm IV. 'zum Dank für seine oktroyierte Verfassung' zum Kaiser
machen will, träumt der Publizist, Literat, Philosoph und Politiker
Ruge von einem europäischen Völkerbund und stellt Fragen, die noch
heute aktuell sind. Arnold Ruge, den vergessenen (?) Akteur und
Berichterstatter des Revolutionsjahres 1848 bringen in Erinnerung
Prof. Dr. Hans-Martin Sass, Katja Stiegel, M.A., und Juliane Sawatzki
(Institut für Philosophie der RUB).

Aktionskunst: Beuys blutig, Brock auf dem Kopf

Mit provokanten Aktionen bewegten sie in den 60er Jahren die Gemüter:
Die Aktionskünstler wollten den radikalen Bruch mit dem etablierten
Kunstbegriff. Fünfzehn Jahre später, mit Aufkommen der Massenmedien,
waren sie von der Bildfläche verschwunden. Der Erforschung und
Dokumentation dieser Kunstform in NRW - einem Zentrum der Aktionskunst
- widmet sich Dr. Kai-Uwe Hemken (Kunstgeschichtliches Institut der
RUB).

Bezugsquellen

RUBIN ist in den Uni-Buchhandlungen Brockmeyer, Schaten und Janssen
sowie in der Pressestelle der RUB zum Preis von DM 5,- erhältlich und
auch im Internet zu finden: http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin



RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB

Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB