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Weniger Laerm bei Windkraftwerken




Bochum, 16.06.1998
Nr. 125

Lärm im Ansatz berücksichtigt
Neue Berechnungsgrundlagen für die Praxis
Gustav-Niemann-Förderpreis für RUB-Wissenschaftler


Einem Windrad wird die Betriebsgenehmigung verweigert. Warum:  es
produziert zwar umweltfreundliche Strom, aber sein Getriebe verursacht
umweltfeindliche Lärmemission! Um solchen Lärm schon bei der
Konstruktion zu beherrschen, stehen nun einfach einzusetzende
Grundlagen-be-rechnungen zur Verfügung. Sie beschreibt Dr. -Ing. Ralf
Georg Wittor, Oberingenieur am Lehrstuhl für Maschinenelemente,
Getriebe und Kraftfahrzeuge (Leiter: Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Predki)
in seiner Dissertation "Näherungsgleichungen für den
Schalleistungspegel von Planetengetrieben". Für diese Erkenntnisse
wird ihm heute, 16. Juni 1998, auf der Tagung "Getriebe im Fahrzeugbau
- 1998" in Friedrichshafen der mit 10.000 DM dotierte  Gustav-Niemann-
Förderpreis des VDI verliehen. Das der Promotion zugrunde liegende
Forschungsprojekt wurde durch die For-schungsvereinigung
Antriebstechnik (FVA) gefördert.

Statt aufwendige Dämmung ...

In den letzten Jahren hat die Vermeidung von Lärm immer größere
Bedeutung  gewonnen. So verlangen häufig Maschinen- und Anlagenkäufer
vor der Auftragserteilung bereits verbindliche Zusagen über die Höhe
des Maschi-nengeräusches. Überschreitet der Geräuschpegel z.B. bei
Windkraftanlagen und vielen anderen Maschinen die erlaubten Werte,
sind häufig aufwendige Kapselungen zur Dämmung erforderlich. Solche
Kapselungen wiederum behindern die Wärmeabfuhr, es steigt die
Getriebetemperatur und zusätzliche Kühlanlagen werden benötigt. Die
Folge: mehr Kosten!

.... einfache Näherungsrechnungen

Um derartige Probleme schon bei der Konstruktion zu umgehen, hat  der
Bochumer Wissenschaftler Dr.-Ing. Wittor ein kompliziertes
Programmpaket auf einfache Näherungsgleichungen reduziert. Auf der
Basis vorangegangener sehr umfassender theoretischer Arbeiten zur
Bestimmung des Geräuschverhaltens von Planetengetrieben, konnte er
einfache Näherungsgleichungen entwickeln, die es einem Kon-strukteuer
schon in der Entwurfsphase erlauben, das spätere Geräuschver-halten
abzuschätzen. Ausgangspunkt war die Grundgleichung der
Schallentstehungskette. Demnach setzt sich der Schall aus
Kraftpegelspektrum, Körperschallmaßspektrum und Abschallmaßspektrum
zusammen. Das Programmpaket erlaubt, den Geräuschpegel von
Planetengetrieben in Abhängigkeit von allen wesentlichen Parametern zu
ermitteln: z. B.  Achsabstand, Zahnbreite, Drehzahl, Übersetzung,
Modul, Zahl der Planetenräder, Zähnezahl, Schrägungswinkel, Qualität
der Verzahnung, Lagerexzentri-zitä-ten, Gehäusewandstärken ...

Auf vier Berechnungsgrößen reduziert

Aus diesem sehr komplizierten Programmsystem hat Dr. Wittor dann
einfache Näherungsgleichungen entwickelt, die sich aus nur vier Größen
zusammensetzen: Schalleistungspegel eines sogenannten
Basisplanetengetriebes und drei weitere Korrekturterme, die
Abweichungen vom Standard berücksichtigen. Damit kann jeder
Berechnungsingenieur mit hoher Genauigkeit, auf einfachem
praxisorientiertem Wege, die Lärmemission seiner Konstruktion
abschätzen.

Weitere Informationen

Dr.-Ing. Ralf Georg Wittor, Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für
Maschi-nenenbau, 44780 Bochum, Tel. 0234/700-6479, -4061, Fax.
0234/7094-160.








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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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