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NRW-Wissenschaftsministerium belohnt RUB-Mentorenprogramm



Bochum, 11.05.1998
Nr. 97

Beratung statt Sanktionen
,Studium - Am Ende": Hilfe zur Examensvorbereitung
NRW-Wissenschaftsministerium belohnt RUB-Mentorenprogramm


Ohne Zwang zur Prüfung: Seit dem Frühjahr 1995 läuft auf Initiative
des Rektorats an der RUB ein Mentorenprogramm, das durch Ansprache
potentieller Prüflinge und intensive Beratung den Studierenden die
Angst vor dem Studienabschluß nehmen will. Nachdem das Rektorat der
RUB mit der Finanzautonomie das Programm bislang aus eigenen Mitteln
finanziert hat, belohnt das NRW-Wissenschaftsministerium die RUB und
stellt ihr für die Fortführung des Programms DM 200.000,- DM im Jahr
1998 zur Verfügung.  In den vergangenen Jahren hatte die RUB mit
jeweils ca. 300.000 DM aus eigenen Mitteln das Programm ausgestattet.

Prüfungsängste abbauen

Zahlreiche Fächer aus den geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen
Fakultäten bauen mit Hilfe von Mentoren Prüfungsängste ab und bringen
vor allem sogenannte Langzeitstudierende auf den Weg zu einem
erfolgreichen Ende ihrer Hochschulausbildung. Eine erste Bilanz über
die Erfahrungen des von der RUB finanzierten und sehr erfolgreichen
Programms war im vergangenen Jahr gezogen worden: ,Studium - Am Ende"
lautet der Titel eines Zwischenfazits, das Prof. Dr. Wolfgang
Boettcher und Dipl. Soz.-Wiss. Susanne Schult (Projektstelle ,Qualität
der Lehre") herausgegeben haben.

Drei Aufgaben des Mentorenprogramms

Grundsätzlich gehen die Mentoren nicht auf gesellschaftliche oder
politische Aspekte ein, sondern gezielt auf die persönliche Situation
der Studierenden. Es gilt, die individuellen Gründe für eine
Studienzeitverlängerung, Prüfungsängste oder gar einen
`Kontaktverlust' zur Universität herauszufinden. In diesem
Zusammenhang spielen auch Schwachpunkte der Hochschule selbst eine
wesentliche Rolle. Die Identifikation solch institutioneller sowie
studienorganisatorischer Defizite ist ebenfalls Aufgabe der Mentoren.
Mit Hilfe einer konkreten Beratung und Betreuung werden Studierende
schließlich auf ihren Abschluß vorbereitet. In diesen dritten
Aufgabenbereich fällt auch die Entwicklung von
Verbesserungsvorschlägen in den jeweiligen Fächern. Im Idealfall
sollen die Prüfer für die Situation der Studierenden sensibilisiert
werden.

Unterschiedliche Schwerpunkte

Je nach Fakultät und Fach und den jeweiligen Prüfungsanforderungen
setzen die Betreuungsprogramme andere Schwerpunkte. Fächer, die für
einen Abschluß empirische Erhebungen oder gute
Fremdsprachenkenntnisse verlangen (z.B. Psychologie,
Sozialwissenschaft, Philologie), bieten zusätzliche Crash-Kurse,
Kolloquien und Gruppenarbeit als `Nachhilfe' an. Andere setzen
gezielt auf eine kontinuierliche, intensive Beratung der Absolventen
in spe unter organisatorischen Gesichtspunkten (Geschichte,
Pädagogik), wobei auch ein Kontakt zwischen Prüfern und Studierenden
zustande kommen soll.

Freiwilligkeit als Prinzip

Fernab aller (politischen) Zwangsmaßnahmen, wie etwa ,blaue Briefe",
verpflichtende Beratungen, Studiengebühren für Höhersemestrige oder
sogar die Androhung von Exmatrikulation, beruht das Bochumer
Mentorenprogramm auf der freiwilligen Inanspruchnahme durch
Studierende. Beginnend mit dem schriftlichen Kontakt zu potentiellen
Langzeitstudierenden sind alle Elemente der verschiedenen Projekte
unverbindlich und können zu jeder Zeit abgebrochen werden. Dies
ermöglicht eine Prüfungsvorbereitung ohne zusätzlichen Druck.

Gute Erfahrungen und Weiterförderung

Der Zwischenbericht über das Mentorenprogramm der RUB gibt Einblicke
in laufende Projekte und stellt Konzepte sowie erste
Schlußfolgerungen vor. Durchweg positive Erfahrungen, speziell in
bezug auf die Resonanz seitens der angesprochenen Studierenden, und
bereits erarbeitete Empfehlungen zur Verbesserung der Studien-und
Prüfungssituation sind die wichtigsten Ergebnisse der bisherigen
Evaluation. Dieser Erfolg hat das  Rektorat veranlaßt, das
Mentorenprogramm fortzusetzen und mit eigenen Mitteln der
Finanzautonomie bis Ende des Jahres weiterzufinanzieren.

Weitere Informationen

Der Bericht ,Studium - Am Ende" ist bei Dipl. Soz.-Wiss. Susanne
Schult, Ruhr-Universität Bochum, Universitätsverwaltung UV 3/378,
44780 Bochum, Tel. 0234/700-4128, erhältlich.


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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