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RUB-Antikenmuseum: Dr. Kunisch feierlich verabschiedet



Bochum, 12.12.1997
Nr. 251

Griechische Vasen und römische Porträts
Stützpunkt klassischer Bildung im Ruhrgebiet
Feierlich verabschiedet: Dr. Norbert Kunisch verläßt Lebenswerk


Der Aufbau des Antikenmuseums der Kunstsammlungen der RUB ist sein
Lebenswerk. Verbunden damit war für Dr. Norbert Kunisch (Leiter der
Kunstsammlungen und Akademischer Direktor am Archäologischen Institut
der RUB) zugleich die Vision, durch die Sammlung einen neuen geistigen
Ort entstehen zu lassen, einen Stützpunkt klassischer Bildung im
Ruhrgebiet und dazu einen Ort eigener Erfahrbarkeit künstlerischer
Formen der Antike. Kaum zu glauben, daß er jetzt die Sammlung und
damit zugleich Bochum verläßt, und sich ins ferne England zurückzieht.
Am Freitag, den 12.12.1997, wurde tatsächlich ,Abschied vom Chef"
gefeiert in den Kunstsammlungen der RUB. Doch auch in der Ferne wird
er seiner großen Liebe verbunden bleiben: Der Bochumer Sammlung will
er als nächstes einen Museumsführer, einen Corpus Vasorum, widmen.

Primat des Ästhetischen

Großzügige Privatstiftungen von Julius und Margot Funke und Paul
Dierichs bildeten den Grundstock der Antikensammlung. Das
Gesamtkonzept schloß eine Gegenüberstellung von antiker und
zeitgenössischer Kunst ein, was zugleich das Einzigartige der
Kunstsammlungen der RUB ausmacht. Dr. Kunisch hat nicht allein in
dieser Hinsicht den prägenden Einfluß von Max Imdahl umgesetzt. Immer
hat er auch das Primat des Ästhetischen und die Konzeption eines in
sich geschlossenen, anspruchsvollen Museums verteidigt und sich gegen
die scheinbare Bereicherung durch andersartige Materialien gewehrt. In
den Jahren intensiver Ankaufpolitik, die sich auf die Schwerpunkte
`griechische Vasen' und `römisches Porträt' konzentrierte, erschloß
Kunisch unermüdlich neue Geldquellen und verfolgte das Geschehen auf
dem Kunstmarkt, wo er als kenntnisreicher Archäologe und
qualitätsbewußter Käufer geschätzt wird. Es war ihm stets bewußt, daß
die Sammlung auch ein Instrument für die Außenwirkung der
Ruhr-Universität ist. So hat er kaum Zeit und Mühen für die
Öffentlichkeitsarbeit gescheut; besonders seine Führungen für Besucher
und Gäste haben bleibende Eindrücke hinterlassen.

Geben und Nehmen

Die Museumstätigkeit blieb auch nicht ohne Einfluß auf den
Wissenschaftler Norbert Kunisch. Einige seiner Bücher, so die
Monographie über ,Griechische Fischteller - Natur und Bild" (1990)
oder die kürzlich erschienenen ,Erläuterungen zur griechischen
Vasenmalerei" (1997), gehen direkt von Beständen der Sammlung aus.
Und auch die Kollektion des Malers Makron in den Kunstsammlungen, in
ihrer Geschlossenheit einzigartig in der Welt, hat Kunisch zu seiner
jünsten Monographie über Makron als Künstlerpersönlichkeit veranlaßt.
Gegenwärtig schreibt er an einem neuen Buch über geometrische
Ornamentik, das alle Aussichten hat, zu einem Handbuch zu werden.


Biographisches

Kunisch, am 16.12.1934 in Dortmund geboren und in Berlin
aufgewachsen, studierte in Berlin, Athen und München Klassische
Archäologie, Vorderasiatische Archäologie, Kunstgeschichte,
Altphilologie und Geschichte. 1961 wurde er in München bei Ernst
Homann-Wedeking mit einer Arbeit über ,Die stiertötende Nike.
Typengeschichtliche und mythologische Untersuchungen" promoviert.
Unmittelbar nach seiner Promotion wurde Kunisch auf die Stelle des
Grabungsassistenten der Deutschen Pergamon-Grabung in Bergama/Türkei
berufen; zwei Jahre später wurde er Direktorialassistent der
Antikenabteilung der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz in
Berlin. 1969 schließlich folgte Norbert Kunisch dem Ruf von Bernhard
Andreae, des ersten Ordinarius für Archäologie der RUB, nach Bochum,
wo er sich bei dem Auf- und Ausbau der universitätseigenen
Antikensammlung, einer der wichtigsten der Bundesrepublik, große
Verdienste erworben hat.





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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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