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Erklarung: RUB-Evang.-Theol zum Fakultaetentag



Bochum, 03.11.1997
Nr. 208

An der Einheit der Ausbildung festhalten
Für mehr Gerechtigkeit zwischen den Generationen
Erklärung der RUB-Evangelisch-Theologischen Fakultät


In Aufnahme und Erweiterung der Resolution des
Evangelisch-Theologischen Fakultätentages vom 11.10.1997 in Jena
erklärt die Evangelisch-Theologische Fakultät der Ruhr-Universität
Bochum zu den Beschlüssen der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche
von Westfalen vom Sommer 1997 über die zukünftige Personalplanung der
Landeskirche im Bereich der Theologinnen und Theologen:

Fächerkanon sichern

1. Die Einheit der ersten und zweiten Phase der theologischen
Ausbildung ist als Grundkonzeption unbedingt festzuhalten Diese
Grundkonzeption ist unverzichtbar für das Selbstverständnis und die
Arbeit der wissenschaftlichen Theologie in allen ihren Fächern sowie
für die Sicherung des Bestandes der Evangelischen Theologie im Kanon
ihrer Fächer. Die Grundkonzeption schließt ein, daß allen
erfolgreichen Absolventen des Ersten Theologischen Examens, sofern
sie es wünschen, das Durchlaufen der zweiten Ausbildungsphase
ermöglicht wird.

Kirche darf sich nicht auf Kosten des Nachwuchses sanieren

2. Der Fakultätsrat vermag es nicht einzuschätzen, ob es der
Evangelischen Kirche von Westfalen zur Zeit faktisch unmöglich ist,
diese Grundkonzeption zu realisieren, und sie also gezwungen ist,
pragmatische Lösungen zu finden, die ihren realen Möglichkeiten
entsprechen. Diese pragmatischen Lösungen dürfen aber nicht zur
Aufgabe der Grundkonzeption führen, sondern müssen ihr so nahe wie
möglich kommen.

Eine abrupte Änderung der bisherigen Einstellungspraxis, wie sie von
der Kirchenleitung beschlossen wurde, bedeutet eine erhebliche
Verletzung des Prinzips der Gerechtigkeit zwischen den Generationen,
insofern die jetzt und in naher Zukunft Examinierten gegenüber den
früheren eklatant benachteiligt  werden. Die Kirche darf ihre
finanzielle Notsituation weder auf Kosten des theologischen
Nachwuchses noch zum Nachteil der außertheologischen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter sanieren. Um die Solidarität zwischen den
Generationen nicht nur ein Schlagwort sein zu lassen, sollten alle
diesbezüglichen Möglichkeiten auf ihre Durchführbarkeit überprüft
werden.

Die Fakultät hält es für verfehlt, die soziale und kommunikative
Kompetenz Examinierter in einem knappen und womöglich einmaligen
Gespräch feststellen zu wollen. Zu diesem Zweck sollten die
Möglichkeiten studien- und ausbildungsbegleitender Auswertungen
wahrgenommen werden.

Die Kirche kann sich nicht selbst aus der Verantwortung für ihre
Studierenden entlassen. Daher sollte denen, die nach dem Ersten
Examen eine außerkirchliche Berufsperspektive suchen, und denen, die
das nach dem weiten Examen müssen, weil sie nicht übernommen werden,
ausreichende Hilfestellung für die nötige Umorientierung angeboten
werden.

Jeder soll selbst über seinen Berufsweg entscheiden können

3. Die Grundkonzeption der zweiphasigen theologischen Ausbildung
schließt auch nicht aus, daß Theologinnen und Theologen aus eigenem
Entschluß zu beliebigen Zeitpunkten ihrer theologischen Ausbildung
eigene berufliche Wege außerhalb der Kirche einschlagen. Doch sollte
das ihrer eigenen Entscheidung überlassen bleiben.


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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