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D. theol. h.c. fuer Edna Brocke



Bochum, 15.09.1997
Nr. 162

Vermittlung von lebendigem Judentum
Erinnerungsarbeit an der ,Alten Synagoge Essen"
Edna Brocke wird Ehrendoktorin der Evang.-Theol. Fakultät


Sie kämpft gegen die Ignorierung der religiösen Tradition und setzt
sich für die jüdische Identität ein: Edna Brocke  -  eine ,säkulare
Zionistin". Sie hat wesentlich dazu beigetragen, Juden und Christen
einander näherzubringen. Als Lehrbeauftragte der
Evangelisch-Theologischen Fakultät der RUB hat sie auch Studenten mit
lebendigem Judentum bekanntgemacht. Als Leiterin der Gedenkstätte
,Alte Synagoge Essen" leistet sie notwendige Erinnerungsarbeit. Für
diese Verdienste verleiht die Evangelisch-Theologische Fakultät der
RUB Edna Brocke die Würde einer ,Doktorin der Theologie ehrenhalber".
Die feierliche Ehrenpromotion findet voraussichtlich Ende des
Wintersemesters 1997/98 statt. 

Eine israelisch-jüdische Geschichte

1943 wurde Edna Brocke als Kind deutscher Einwanderer in Jerusalem
geboren. Sie absolvierte dort ein Studium der Politologie und
Anglistik und  -  nach ihrer Heirat mit einem Deutschen  -  in
Regensburg ein Studium der Politologie und Soziologie, das sie mit
dem M.A. abschloß. Edna Brockes jüdische Identität findet nunmehr
seit zwei Jahrzehnten ihren Niederschlag im Religionsunterricht der
jüdischen Gemeinde Krefeld. 

Dialog zwischen Juden und Christen

Bis 1991 arbeitete Edna Brocke in der Arbeitsgemeinschaft ,Juden und
Christen" beim Deutschen Evangelischen Kirchentag mit, wo sie für 20
Jahre die entscheidende jüdische Stimme war. Sie ist Mitglied im
Ausschuß ,Juden und Christen" der Rheinischen Landeskirche, und sie
gehört dem Gesprächskreis ,Juden und Christen" beim Zentralkomitee
der deutschen Katholiken an. Sie hat an einer Studie der
EKD-Kommission ,Juden und Christen" und im Vorstandskollegium des
Reformierten Bundes mitgearbeitet. Frau Brocke ist für die Kirchen
in Deutschland eine wichtige Gesprächspartnerin, gerade weil sie es
den Christen nicht leicht macht. 

Große Themenbandbreite

Frau Brocke gehört seit 1986 zum Herausgeberkreis der Zeitschrift
,Kirche und Israel". In Radio- und Fernsehbeiträgen sowie in ihrer
reichen Vortragstätigkeit deckt sie ein breites Themenspektrum ab:
Jüdische Religion und Theologie, jüdisches Leben heute und in der
Vergangenheit, christlich-jüdischer Dialog, Israel und der Nahe
Osten, deutsche Politik im Blick auf Israel und Juden und -  als
besonderer Schwerpunkt  - Erinnerungsarbeit. 

"Die Erinnerungsarbeiterin"

Seit 1988 leitet Edna Brocke die städtische Gedenkstätte ,Alte
Synagoge Essen". Unter ihrer Leitung ist dieses Museum zum
gewichtigen Faktor der Region geworden. Auch für Kirche und Theologie
ist die hier geleistete Erinnerungsarbeit von großer Bedeutung.
Gerade eine solche Arbeit, die nicht unmittelbar im Zentrum von
Kirche und Theologie steht  - aber dieses Zentrum doch ganz
wesentlich betrifft  -  verdient es, mit einer Ehrenpromotion
gewürdigt zu werden. 

5 Ehrendoktoren in 32 Jahren

Edna Brocke ist die 5. Ehrendoktorin der Fakultät. Ihre Vorgänger
sind: D. theol Ulrich Bach, Volmerstein; Prof. Dr. D. theol. Bengt
Hägglund D.D., Lund, Schweden; Dr. h.c. mult. D. theol. Johannes Rau,
Düsseldorf; Bischof Dr. jur. h.c. D. theol. Desmond M. Tutu,
Johannesburg, Südafrika). 

Weitere Informationen

Prof. Dr. Klaus Wengst, Dekan der Evangelisch-Theologischen Fakultät
der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/700-2500, -2501 


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Mit freundlichen Gruessen 

Dr. Josef Koenig 
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum 
- Pressestelle - 
44780 Bochum 
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de 

Schauen Sie doch bei uns mal rein: 
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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