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Germanisten protestieren



Bochum, 02.07.1997
Nr. 133

RUB-Germanisten machen Schotten dicht
Hilfkräfte entlassen - Bibliothek geschlossen
Notzuschlagsmittel: MWF rechnet falsch und verweigert Auskunft


Aufgrund fehlender Finanzmittel sieht sich das Germanistische Institut
der RUB (Geschäftsführender Direktor: Prof. Dr. Peter-André Alt) mit
sofortiger Wirkung veranlaßt, zentrale Dienste für Studierende und
Lehrende im Bereich der Geschäftsführung und Bibliothek einzustellen
bzw. nunmehr unter erheblich vermindertem Personaleinsatz anzubieten.


Mehr als 150.000 DM fehlen

Hintergrund dieser Maßnahmen ist eine vom Ministerium für
Wissenschaft und Forschung NRW (MWF, Düsseldorf) zu verantwortende
Fehlberechnung von Notzuschlagsmitteln, die dem Germanistischen
Institut aufgrund einer erhöhten Kapazitätsauslastung zustehen. Das
MWF hat dem Bochumer Institut im März d.J. anstelle der
erforderlichen und aufgrund der Berechnungen der RUB erwartbaren
Summe von DM 150.000,_ lediglich DM 27.015,_ zugewiesen. Auf die
Bitte um Korrektur (mit Bericht des Rektors vom 11.4.1997) hat die
RUB bis jetzt keine Antwort erhalten. Ein Gespräch des
Geschäftsführenden Direktors, Prof. Alt,  mit dem zuständigen
Ministerialrat ergab Ende Juni kein konkretes Ergebnis; mitgeteilt
wurde lediglich, daß die Überprüfung der von der Universität
vorgelegten Kapazitätsauslastungsberechnung noch nicht erfolgt sei.


Ministerin antwortet nicht 

Da aufgrund der Haushaltssperre und der fehlenden Notzuschlagsmittel
die Finanzierung von 15 studentischen Hilfskraftstellen zum 1.7.97
nicht mehr gewährleistet war, hat sich der Geschäftsführende
Direktor mit Schreiben vom 25. Juni direkt an Ministerin Anke Brunn
gewandt und um eine Abschlagzahlung in Höhe von DM 20.000,_ ersucht,
die die Geschäftsfähigkeit des Instituts zumindest kurzfristig hätte
sichern können. Auf dieses Schreiben ist bisher keine Antwort
erfolgt. Auch auf zahlreiche studentische Protestbriefe und
Schreiben von Fachschaft bzw. AStA hat das Ministerium nicht
reagiert. 

Studierende geraten in Notlage

Mit Wirkung zum 1.7.97 muß das Institut nunmehr 15 studentische
Hilfskräfte aus bereits geschlossenen Verträgen entlassen. Das
bedeutet, daß zahlreiche Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer in
ihrer Tätigkeit in Forschung und Lehre aufgrund fehlender
Hilfskraftunterstützung erheblich eingeschränkt sind. Es bedeutet
ferner, daß Studierende, die ihr Studium durch Hilfskraftstellen
finanzieren, in eine nicht verschuldete soziale Notlage geraten. Es
bedeutet nicht zuletzt, daß Dienstleistungen des Instituts nur noch
in eingeschränktem Maße angeboten werden können. 

Examenskandidaten kommen ins Schleudern

Betroffen ist davon der Beratungsservice des Geschäftszimmers
(Anmeldung für Zwischenprüfungen, Verkauf von Studienführern,
Informationen über Studienordnungen), der auch von studentischen
Hilfskräften getragen wird und nicht mehr in hinreichendem Maße
aufrechtzuerhalten ist. Einschränkungen drohen schließlich im Bereich
der Fachbibliothek des Germanistischen Instituts, die kaum noch in
vollem Umfang offenzuhalten ist, da die studentischen Aufsichtskräfte
nicht mehr finanziert werden können. Die daraus resultierenden
Belastungen gerade für Examenskandidatinnen und-kanditaten dürften
erheblich sein. 

Ministerium versäumt Fürsorgepflicht

Das Germanistische Institut sieht in der jetzigen Lage keine andere
Möglichkeit, als die genannten Dienste entsprechend einzuschränken,
da die Kapazitäten für Überbrückungslösungen erschöpft sind. Der
Vorstand des Instituts nimmt mit Befremden zur Kenntnis, daß das MWF
seine Fürsorgepflicht gegenüber der Universität offenbar nicht in
hinreichender Weise wahrzunehmen bereit ist. 

Weitere Informationen

Prof. Dr. Peter-André Alt, Geschäftsführender Direktor des
Germanistischen Instituts der RUB, Tel. 0234/700-5096/97 


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Mit freundlichen Gruessen 

Dr. Josef Koenig 
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum 
- Pressestelle - 
44780 Bochum 
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de 

Schauen Sie doch bei uns mal rein: 
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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