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Hilfen fuer Rechtschreibreform-Neuerungen



Bochum, 1. April 1997
Nr. 62

Hilfe gegen neue Tuecken der Deutschen Sprache 
Mit Markern Rechtschreibreform-Neuerungen anzeigen
50 Germanistikstudenten durchforsten RUB-Bibliotheken


Unabhaengig davon, dass einige Politiker einen Schritt zurueck
fordern: Die RUB schreitet voran! Um allen ihren Studierenden und
Wissenschaftlern den Umgang mit der kuerzlich beschlossenen
Rechtsschreibreform zu erleichtern, schickt sie ab dem 1.4.1997
zunaechst 50 Germanistik-Studierende in die Bibliotheken. Diese
besonders geschulten Germanisten sollen in einer ersten Phase die
zentrale Universitaetsbibliothek (ca. 2 Mio Baende, davon ca. 70% in
deutscher Sprache) durchforsten und in den Buechern die Neuerungen und
Klippen der Rechtschreibreform deutlich mit gelben Permanent-Markern
kennzeichnen. Die ersten 30 Germanisten haben bereits ihre
studentischen Hilfkraftvertraege bekommen, weitere 20 Kandidaten
werden noch ausgewaehlt.

Spracherkennungsroboter in der Entwicklung

Parallel zu dieser Aktion entwickeln RUB-Sprachwissenschaftler in
einem vom Zentralverband fuer die Rechtschreibung der Deutschen
Sprache (Bonn) gefoerderten Projekt ein Computerprogramm, das schon
bei der Spracherkennung (OCR-Scanner) Fehler nach der
Rechtschreibreform erfasst und markiert. In der zweiten Projektphase
ist vorgesehen, die Buecher und Zeitschriften zu scannen und die
Arbeit zu automatisieren. Die 50 Germanisten muessen dann nur noch die
von den Computern geleistete Arbeit ueberpruefen.

Korrekturen auch an Goethes falschen Komparativen

Zug um Zug sollen moeglichst bald Buecher und Zeitschriften der
RUB-Bibliotheken den neuen Rechtscheibregeln vollkommen entsprechen,
damit gegenwaertige, aber auch kuenftige Studentengenerationen den
pfleglichen Umgang mit der deutschen Sprache erlernen. Selbst Goethes
Werke sollen von der Durchforstungsaktion nicht verschont bleiben.
Musste der grosse deutsche Dichter bei der ersten grossen
Rechtschreibreform am Ende des 19. Jahrhunderts bereits Federn lassen
-  z.B. statt ,Thor" ,Tor" - so gehts ihm jetzt auch beim ,sz" und bei
anderen antiquierten Schreibweisen an den Kragen: Also kein ,Kusz"
wird mehr uebrig bleiben, und selbstverstaendlich werden seine Figuren
die ,Polonaese" statt der ,Polonaise" tanzen. Verschwinden sollen auch
gleichzeitig falsche Goethesche Komparative wie das
beruehmt-beruechtigte ,als wie" im Faust I (,Da steh' ich nun, ich
armer T[h]or / und bin so klug [als] wie zuvor").


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Mit freundlichen Gruessen 

Dr. Josef Koenig 
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum 
- Pressestelle - 
44780 Bochum 
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@rz.ruhr-uni-bochum.de 

Schauen Sie doch bei uns mal rein: 
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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