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Eickhoffpreis 1996



Bochum, 25.06.1996
Nr. 112

Damit Motore nicht klopfen ...
und Werkstoffe sich nicht zu sehr verspannen
Gebr. Eickhoff-Preis '96 an zwei Doktoranden der RUB


Optimiert haben beide etwas: die Maschinenbauerin Dr.-Ing. Anke Rita
Pyzalla-Schieck die Methoden, um Eigenschaften von
Verbundwerkstoffen zu analysieren, der Elektrotechniker Dr.-Ing.
Detlef Koenig die Erfassung von Klopfgeraeuschen, um den
Wirkungsgrad von PKW-Motore zu verbessern. Fuer ihre hervorragenden
Dissertationen an der RUB bekommen sie den mit DM 5.000,- dotierten
Gebr.-Eickhoff-Preis 1996 ueberreicht. Er wurde im Einvernehmen mit
den betroffenen Fakultaeten und der Familie Eickhoff in zwei gleiche
Haelften geteilt.

Termin

Die Medien sind herzlich eingeladen; die Preisverleihung findet am
28. Juni 1996, 10 h,  im Haus der Gebr. Eickhoff, Bochum,
Hunscheidstrasse 176, statt.

Vom Zufall zur optimalen Konstruktion

Klopfen sollte der Motor nicht, weil er dadurch beschaedigt werden
kann; aber  er sollte moeglichst nah an der Grenze des
Klopfgeraeusches eingestellt sein, weil er hier seinen optimalen
Wirkungsgrad erreicht. Mit Schallsensoren versuchen PKW-Hersteller,
Motorgeraeusche zu erfassen und in Echtzeit automatisch den
Zuendschliesswinkel einzustellen, mit dem die Motorverbrennung
reguliert wird. Was bisher dem konstruktiven Zufall unterlag, ist
nun berechenbar: Dr. Koenig hat diese nur wenige Tausendstel
Sekunden langen Motorgeraeusche so genau analysiert, dass er aus den
Geraeuschgemischen - den ,Motor-Fingerabdruecken" - Klopf- und
Motorengeraeusch auseinanderhalten und die optimale Stelle berechnen
kann, an der die Konstrukteure die Schallsensoren anbringen sollten.
Ausserdem: Sein Verfahren ist gleichzeitig in der Lage, numerisch
aus den Geraeuschen des Motorkoerperschalls den Zylinderinnendruck
zurueckzuberechnen, was eine weitere Optimierung des Wirkungsgrads
in der Zukunft verspricht. Veroeffentlicht hat Dr.-Ing. Koenig diese
Ergebnisse in seiner Dissertation ,Analyse nichtstationaerer
Triebwerksignale insbesondere solcher klopfender Betriebszustaende";
sie wurde von Prof. Dr.-Ing. Johann Friedrich Boehme (Signaltheorie,
Fakultaet fuer Elektrotechnik der RUB) betreut . Inzwischen ist der
31jaehrige Dr.-Ing. Koenig Entwicklungsingenieur bei BMW in
Muenchen.

Werkstoffe unter Spannung geprueft

Sie sollen hart sein und moeglichst nicht brechen: Die Rede ist von
modernen Verbundwerkstoffen wie z.B. Stueckverbunden, die man im
Verschleissschutz verwendet. Diese Werkstoffe bestehen aus Metallen,
in die keramische Partikel eingelagert werden. Wegen der sehr
unterschiedlichen Eigenschaften der fuer sie kombinierten
Materialien, sind Verspannungen - sogenannte Mikroeigenspannungen -
insbesondere dann nicht zu vermeiden, wenn die Stueckverbunde
erhitzt werden und anschliessend abkuehlen. Manchmal sind diese
Eigenspannungen sogar erwuenscht. Um die Eigenschaften dieser
Verbundwerkstoffe genauer erfassen und beeinflussen zu koennen, aber
auch um den experimentellen Untersuchungsaufwand zu verringern, ist
Dr. Pyzalla-Schieck den Stueckverbunden mit Mikro-Moiré-Versuchen im
Rasterelektronenmikroskop, mit Roentgenstrahlen, mit
Neutronenstrahlen, sowie mit Torsionspendelversuchen zu Leibe
gerueckt. Was sie anschliessend zeigen konnte: Keines der Verfahren
ist in der Lage, die Eigenschaften der Werkstoffe vollstaendig zu
charakterisieren. Nur in der Kombination der Verfahren kann man
erreichen, dass die Werkstoffe mit den Eigenschaften konstruiert
werden koennen, die fuer den jeweiligen Verwendungszweck erwuenscht
sind. Ihre Ergebnisse hat Dr. Pyzalla-Schieck in ihrer Dissertation
,Thermische Mikroeigenschaften in Stueckverbunden" veroeffentlicht;
sie wurde von Prof. Dr.-Ing. Hans Berns (Werkstofftechnik, Fakultaet
fuer Maschinenbau der RUB) betreut. Inzwischen forscht die
29jaehrige Dr. Pyzalla-Schieck am Hahn-Meitner-Institut (Berlin)
weiter an Verbundwerkstoffen.

Preis seit 1989 regelmaessig vergeben

Den Preis hat die Fam. Eickhoff 1989 anlaesslich ihres 125jaehrigen
Jubilaeums der weltweit taetigen Maschinenfabrik und Eisengiesserei
Gebr. Eickhoff gestiftet. Mit ihm bekraeftigt sie die seit Jahren
intensive Zusammenarbeit mit den beiden Fakultaeten der RUB.


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@rz.ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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