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RUB verpachtet Schrebergaerten



Bochum, 1. April 1996
Nr. 58

Studierende als Selbstversorger
RUB setzt Schrebergaerten-Tradition fort
Anbau von Gen-Gemuese als Pachtbedingung


'Ran an den Spaten', heisst es fuer zunaechst 40 studierende
Hobbygaertner mit dem besseren Wetter im Fruehjahr: Auf einer
insgesamt 12.000 Quadratmeter grossen Flaeche am sogenannten
,Grimberg" auf dem Campus der RUB entstehen 40 Schrebergaerten  ca.
300 Quadratmeter. Zwischen Parkhaus West und Haus der Freunde
koennen Studierende demnaechst die neuen universitaeren
Schrebergaerten pachten und dort Gemuese anpflanzen - zum Teil nach
eigenem Gusto, zum Teil aber auch biotechnologisch behandelte
Setzlinge, deren Gedeihen von RUB-Wissenschaftlern kontrolliert wird.
Die Rodungen und Parzellierungen beginnen am 1.4.1996; an diesem Tag
werden in der Universitaetsverwaltung auch die ersten Pachtgesuche
entgegengenommen. Die Vorfinanzierung dieses Projekts uebernimmt die
Gesellschaft der Freunde der RUB.

Teueres Leben, arme RUB

Die Lebenshaltungskosten steigen stetig; vor allem Studierende sind
davon betroffen. Ihre Ausgaben fuer Wohnen, Kleidung und
wissenschaftliche Ausbildung lassen sich zwar kaum reduzieren, wohl
aber die fuer Lebensmittel. Dies ist ein Grund fuer die endgueltige
Forcierung des Projekts ,Schrebergaerten an der RUB", fuer das sich
auch Vertreter der Studierenden starkmachten. Ein anderer besteht in
den immer knapperen Haushaltsmitteln fuer Wissenschaft und
Forschung: Die RUB braucht Geld! Die Loesung der RUB-Verwaltung: Der
klassische Schrebergarten bringt - zu erschwinglichen Preisen
verpachtet - Geld in den Uni-Saeckel; gleichzeitig ermoeglicht er dem
Paechtern eine Teil-Selbstversorgung durch eigenes Obst und Gemuese.

12 Quadratmeter ,Grimberg"

350 Buchen und Birken fallen in den naechsten Tagen auf einer
insgesamt 12.000 qm grossen Flaeche am ,Grimberg", um 40
Schrebergaerten je ca. 300 Quadratmeter Platz zu machen. Die
zukuenftigen Paechter koennen dann nicht nur dem ueblichen
Uni-Stress entfliehen. Auf ihrem quasi 'eigenen' Gelaende zwischen
Parkhaus West und Haus der Freunde haben sie ausserdem die
Moeglichkeit - fern der Theorie - ihr Beduerfnis nach sinnvoller
koerperlicher Arbeit zu befriedigen. Sollte das Projekt grossen
Anklang finden, wird die Anlage bis 1997 um weitere 10.000
Quadratmeter vergroessert. Schliesslich setzt die RUB auf ihrem
Campus mit dieser Einrichtung eine alte Ruhrgebietstradtion fort.

Feldforschung geplant

Die einzige Bedingung fuer eine Verpachtung der Grundstuecke an
Studierende ist deren Einverstaendnis, auch biotechnologisch
behandeltes Gemuese in ihrem Garten anzupflanzen. Dieses wird
regelmaessig von Biologen und Chemikern der RUB kontrolliert - wie
ueberhaupt das Projekt von Biologen der RUB wissenschaftlich betreut
wird. Das Gemuese, das jeweils auf der Haelfte der pro Garten
vorgesehenen Anbauflaeche gedeihen soll, wird von den Paechtern nach
erfolgreichem Anbau unter optischen und geschmacklichen
Gesichtspunkten bewertet. Die betreuenden Wissenschaftler werden die
Ernten kontrollieren und den Ertrag der Setzlinge evaluieren, um das
Gemuese einem "Kontinuierlichen Verbesserungsprozess" (KVP) auch
unter arbeitswissenschaftlichen Gesichtspunkten unterziehen zu
koennen.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst

Wie das Rektorat nach Genehmigung des Projekts verlauten liess, sei
es fest ueberzeugt, dass damit allen Beteiligten gedient werde: die
RUB stocke langfristig ihre Finanzen auf, die Studierenden sparten
Geld fuer Obst und Gemuese, und die Biotechnologen haetten endlich
ein im Wortsinne natuerliches Forschungsfeld ausserhalb des Labors.
UEbrigens: Biologie- und Chemiestudenten werden bei der Verpachtung
der Schrebergaerten nicht bevorzugt. Die Anlage soll wie schon der
Botanische und Chinesische Garten zumindest potentiell jedermann
zugaenglich sein. Aussderdem, verpachtet wird ausschliesslich nach
der alten Bauernregel: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.




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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@rz.ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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