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Pankreaskrebs-Gen identifiziert



Bochum, 02.02.1996
Nr. 30

Auf der Spur neuer Heilungschancen
Aggressivster Krebs mit hoechster Todesrate
RUB-Mediziner fand Gen fuer Bauchspeicheldruesenkrebs


Die Heilungschancen fuer Bauchspeicheldruesenkrebs steigen, nachdem
jetzt das Gen identifiziert werden konnte, das vermutlich diesen
aggressivsten Krebs ausloest. Gelungen ist diese sensationelle
Erkenntnis kuerzlich dem Bochumer Wissenschaftler Dr. Stephan
Albrecht Hahn waehrend eines zweijaehrigen Stipendiums der
Dr.-Mildred-Scheel-Stiftung (Deutsche Krebshilfe) an der Johns
Hopkins University School of Medicine (Baltimore, USA): Er konnte
das Gen DPC 4 (deleted in pancreatic carcinoma, locus 4)
identifizieren und nachweisen, dass es bei der Entstehung des
Bauchspeicheldruesenkrebs eine wichtige Rolle spielt. Dr. Hahn ist
Mitarbeiter von Prof. Dr. Wolff-Helmut Schmiegel (Direktor der
Medizinischen Klinik der Ruhr-Universitaet im
Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer). Die Ergebnisse
publiziert das angesehene Wissenschaftsmagazin SCIENCE (Vol. 11, 19.
Januar 1996, S. 300; sowie im Editorial, S. 294). 

Mehr als 11000 Tote 1994

Patienten mit einem Tumor der Bauchspeicheldruese (Pankreaskarzinom)
haben nach wie vor sehr geringe Heilungschancen: 11016 Todesfaelle
nach Pankreaskarzinom meldet das Statistische Bundesamt fuer 1994
allein in Deutschland. Die fuenfjaehrige UEberlebensrate betraegt
bei diesem Tumor ca. 0,2%. Er ist damit auch heute noch der Krebs
mit der hoechsten Sterberate. Der Grund: Die Operation ist der
bisher einzig moegliche Heilungsweg. Bei den meisten Menschen ist
jedoch zum Zeitpunkt der Diagnose die Krebserkrankung schon so weit
fortgeschritten, dass AErzte den Tumor nicht mehr operativ entfernen
koennen. Eine Chemotherapie ist bei boesartigen Veraenderungen der
Bauchspeicheldruese zudem kaum wirksam. 

Etwa 50 Prozent der Tumore mit dem Gen

Weltweit versuchten Wissenschaftler in den letzten Jahren zu
klaeren, warum gerade dieser Tumor so aggressiv ist und bei den
meisten Betroffenen zum Tod fuehrt. Dr. Hahn identifizierte einen
Abschnitt der Erbsubstanz  (Gen), der bei der Entstehung von
Bauchspeicheldruesenkrebs eine wichtige Rolle spielt. Dieses Gen DPC
4 fand der Wissenschaftler bei seinen Forschungsarbeiten in der
Abteilung fuer molekulare Onkologie an der Johns Hopkins University
School of Medicine Baltimore unter der Leitung des Krebsexperten
Prof. Dr. Scott E. Kern, in etwa der Haefte der untersuchten
Pankreastumoren.

Team in Bochum arbeitet an neuer Diagnose und Therapie

Da das Produkt des gefundenen Gens grosse AEhnlichkeit mit
Wachstumsfaktoren hat, vermuten Krebsforscher, dass DPC 4  einen
Einfluss auf die ,Wachstumsbremse" hat: Ein falsches Signal fuehrt
zur unkontrollierten Zellvermehrung   ein Tumor entsteht. Unter der
Leitung von Prof. Dr. Schmiegel wollen Dr. Hahn und seine deutschen
Kollegen diese Vermutung nun in Experimenten weiter untersuchen.
Langfristiges Ziel der Wissenschaftler ist es, neue diagnostische
und therapeutische Ansaetze zu entwickeln, um die Heilungschancen
von Patienten mit Bauchspeicheldruesenkrebs zu verbessern.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Wolff-H. Schmiegel, Dr. Stefan Andreas Hahn, Medizinische
Klinik der Ruhr-Universitaet im Knappschaftskrankenhaus
Bochum-Langendreer, Tel. 0234/2993400, Fax: 2993409







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Mit freundlichen Gruessen 

Dr. Josef Koenig 
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum 
- Pressestelle - 
44780 Bochum 
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@rz.ruhr-uni-bochum.de 

Schauen Sie doch bei uns mal rein: 
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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