Projekte

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EQUALISE

Verbesserung der ethischen Begutachtungspraxis qualitativer Gesundheitsforschung

 

Förderung:

EQUALISE wird durch das FoRUM-Programm der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum gefördert.

Förderkennzeichen: F982-2020

Laufzeit: 2021-2022

 

Projektbeschreibung:

Während die qualitative Gesundheitsforschung an Relevanz gewinnt, orientieren medizinische Ethikkommissionen sich im Begutachtungsprozess meistens an forschungsethischen Richtlinien, die auf quantitative klinische Studien zugeschnitten sind. Aufgrund der Diskrepanz zwischen diesen Richtlinien und qualitativen Forschungsansätzen begegnen qualitative Forscher*innen in der Medizin verschiedenen ethischen Herausforderungen und praktischen Hürden in der ethischen Begutachtungspraxis. Besondere Herausforderungen ergeben sich bei qualitativer Gesundheitsforschung mit sogenannten ‚vulnerablen‘ Personen. Dies kann zu einem unangemessenen Ausschluss von ‚vulnerablen‘ Personen aus Forschung und einer unzureichenden Evaluation medizinischer Versorgungsansätze bei verschiedenen Patientengruppen führen.

Ziel von EQUALISE ist es, die Qualität der ethischen Begutachtungspraxis qualitativer Gesundheitsforschung zu verbessern. Zur Erreichung des Ziels werden wir

  • die rechtlichen Vorschriften und ethischen Richtlinien für biomedizinische Forschung mit Menschen erfassen,
  • bestimmen, inwieweit diese im Hinblick auf qualitative Gesundheitsforschung mit ‚vulnerablen‘ Personen angemessen sind,
  • die Herausforderungen und Hürden der aktuellen ethischen Begutachtungspraxis identifizieren,
  • unter Beteiligung von qualitativ Forschenden und Mitgliedern von Ethikkommissionen eine Pilotversion eines Manuals für die ethische Begutachtung qualitativer Gesundheitsforschung entwickeln.

Beteiligte Wissenschaftler*innen:

 

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HumanMeD

Menschenrechte und psychische Gesundheit: Umsetzung des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen für die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit psychischen Störungen - Eine internationale und interdisziplinäre Klausurwoche

 

Förderung:

HumanMeD wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Förderkennzeichen: 01GP1884

Laufzeit: 2018-2020

 

Projektbeschreibung:

Das Übereinkommen über die Rechte von Personen mit Behinderungen (UN-BRK) ist ein völkerrechtlicher Vertrag, der im Jahr 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde und im Jahr 2008 in Kraft trat. Inzwischen ist die UN-BRK von 177 staatliche Parteien ratifiziert worden. Die Umsetzung der UN-BRK hat weitreichende Konsequenzen für die gesundheitliche Versorgung von Personen mit psychischen Störungen. Dieser Workshop bringt Wissenschaftler, politische Entscheidungsträger, Betroffene und andere Interessengruppen aus Deutschland, Irland und dem Vereinigten Königreich zusammen, um die Umsetzung der UN-BRK in diesen Ländern kritisch zu bewerten. Die zentrale Fragestellung der Klausurwoche lautet: Wie kann die UN-BRK im Kontext der Gesundheitsversorgung so umgesetzt werden, dass die Autonomie von Personen mit psychischen Störungen gefördert und ihre Gleichbehandlung gewährleistet wird?

Die Klausurwoche hat zum Ziel,

  • grundlegende Konzepte und den ethischen und rechtlichen Rahmen zu bestimmen,
  • zu überprüfen, ob Regelungen für Zwangsaufnahme und Zwangsbehandlung in den jeweiligen Rechtsordnungen eine Diskriminierung auf Grundlage einer Behinderung darstellen,
  • die Chancen und Risiken von Entscheidungsassistenz zu identifizieren, und
  • Empfehlungen für die Umsetzung der UN-BRK im Bereich der Psychiatrie zu formulieren.

 

Beteiligte Wissenschaftler*innen:

 

 

Ergebnisse der Klausurwoche sind erschienen im Themenheft Human Rights and Mental Health in Frontiers in Psychiatry.



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SALUS (BMBF-Forschungsgruppe)

The ethics of coercion: Striking a balance between autonomy, well-being and security in psychiatric practice

 

Förderung:

SALUS wird als selbstständige Forschungsgruppe auf dem Gebiet der ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekte der modernen Lebenswissenschaften durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Das Projekt wird gemeinsam mit der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin, LWL-Universitätsklinikum, Ruhr-Universität Bochum durchgeführt.

Förderkennzeichen: 01GP1792

Laufzeit: 2018-2024

 

Projektbeschreibung:

Die Anwendung von Zwang in der Behandlung psychisch kranker Menschen wird in der Psychiatrie besonders kontrovers diskutiert. Das Bochumer SALUS-Projekt untersucht, ob und wann Zwang in der Psychiatrie moralisch gerechtfertigt ist und wie die Werte „gesundheitliches Wohl“ und „Sicherheit“ im Vorausplanungsprozess besser berücksichtigt werden können. Im Einzelnen werden

  • die Implikationen der gesetzlichen Veränderungen, die das Selbstbestimmungsrecht gestärkt haben, für das gesundheitliche Wohl von Betroffenen und die Sicherheit Dritter analysiert,
  • die Einstellungen von Professionellen, Betroffenen und der Bevölkerung zu Zwang in der Psychiatrie untersucht,
  • die Bedingungen, unter denen Zwang moralisch gerechtfertigt sein kann, bestimmt,
  • Patientenverfügungen durch Einbezug der Werte „gesundheitliches Wohl“ und „Sicherheit“ in den Vorausplanungsprozess verbessert und
  • Chancen und Risiken von Odysseus-Verfügungen und ihrer Implementierung in Deutschland beurteilt.

Das SALUS-Projekt bedient sich hierzu eines innovativen methodischen „bottom-up“-Ansatzes, in dem konzeptionelle und normative Analysen eng mit qualitativen und quantitativen empirischen Untersuchungen verknüpft sind und durch diese informiert werden.

 

Beteiligte Wissenschaftler:

Projekthomepage:

https://bochum-salus-project.com


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Projekte in Kooperation

 

 

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Abgeschlossene Projekte


ENSURE: Förderung und Beurteilung der Selbstbestimmungsfähigkeit von Menschen mit Demenz im Zusammenhang mit der Einwilligung in klinische Studien


Förderung:

ENSURE wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Förderkennzeichen: 01GP1623B

Laufzeit: 2016-2019

 

Projektbeschreibung:

Als Folge des demographischen Wandels wir die ohnehin bereits hohe Zahl an Menschen mit Demenz in den folgenden Jahrzehnten in Europa weiter deutlich steigen. Aus diesem Grund gibt es einen hohen Bedarf an medizinischer Forschung im Bereich der Demenz. Menschen mit Demenz haben das Recht, im Rahmen einer informierten Einwilligung oder Ablehnung selbst zu entscheiden, ob sie an Forschung teilnehmen möchten oder nicht. Hohe Standards für den Prozess der informierten Einwilligung oder Ablehnung bzw. für die Beurteilung von Selbstbestimmungsfähigkeit sind erforderlich, um potentielle Forschungsteilnehmer vor negativen Konsequenzen zu schützen.

ENSURE ist ein internationales und interdisziplinäres Projekt mit den folgenden Projektpartnern:

Das Projekt umfasst Forscher aus der Gerontologie, der Psychologie, der Psychiatrie, den Rechtswissenschaften, und Medizinethik. Das Projekt zielt darauf ab, praktische Empfehlungen für klinische Forscher zu erarbeiten, die sie bei der Beurteilung der Selbstbestimmungsfähigkeit unterstützen, diejenigen schützen, die krankheitsbedingt nicht selbstbestimmungsfähig sind und sicherstellen, dass die Teilnahme von Menschen mit Demenz an medizinischer Forschung ethisch gerechtfertigt ist. Das Bochumer Teilprojekt fokussiert dabei auf konzeptionelle Fragen zur informierten Einwilligung bzw. Ablehnung sowie zur Selbstbestimmungsfähigkeit.

Im thematischen Kontext des ENSURE-Projekts waren Jochen Vollmann und Jakov Gather Mandatsträger der Akademie für Ethik in der Medizin und Matthé Scholten und Astrid Gieselmann Mitglieder der Experten-Gruppe für das AMWF S2k-Leitlinienprojekt „Einwilligung von Menschen mit Demenz in medizinische Maßnahmen.“

Beteiligte Wissenschaftler:

 

 

Vorausverfügungen in der Psychiatrie

Projektbeschreibung:

Eine Vorausverfügung ist ein Dokument, in dem ein Patient für den Fall seiner späteren Einwilligungsunfähigkeit seinen Willen für zukünftige konkrete gesundheitliche Situationen festlegen kann. In der Psychiatrie sind Vorausverfügungen insbesondere für Patienten mit Erkrankungen relevant, bei denen es im Krankheitsverlauf zu Phasen der Einwilligungsunfähigkeit kommen kann, wie beispielsweise bei bipolaren Störungen, rezidivierenden depressiven Störungen oder Erkrankungen des schizophrenen Formenkreises. Vorausverfügungen können die Selbstbestimmung von Patienten und ihre Mitsprachemöglichkeiten stärken sowie zu einer Reduktion von Zwangsbehandlungen und Zwangsmaßnahmen beitragen.

Bei der Implementierung von Vorausverfügungen stellen sich grundsätzliche ethische Fragen: Wie sollte mit Vorausverfügungen umgegangen werden, in denen jegliche psychiatrische Behandlung abgelehnt wird? Sollten Vorausverfügungen jederzeit widerrufbar sein oder sollten Patient das Recht haben, einen Widerruf im Zustand der Einwilligungsunfähigkeit auszuschließen?

Neben der konzeptionellen Analyse der ethischen Fragen, die sich im Zusammenhang mit Vorausverfügungen stellen, ergeben sich auch empirische Fragen bezüglich ihrer Implementierung in der klinischen Praxis. Trotz des großen Interesses an Vorausverfügungen aufseiten von Patienten mit psychischen Störungen, werden nämlich nur wenige Vorausverfügungen tatsächlich abgeschlossen. Die Ursache dafür wird in verschiedenen praktischen Implementierungshindernissen vermutet, wie z.B. in einem Zeitmangel im klinischen Alltag oder einer mangelnden Zugänglichkeit von Vorausverfügungen.

In einem Promotionsprojekt sollen institutionelle Hürden und Schwierigkeiten in der praktischen Umsetzung von Vorausverfügungen identifiziert werden. Im Rahmen einer bundesweiten quantitativen Fragebogenerhebung werden die Einschätzungen, der Kenntnisstand und die bisherigen Erfahrungen von Psychiatern zu verschiedenen Formen von Vorausverfügungen ermittelt. Die gesammelten Daten werden deskriptiv statistisch ausgewertet.

 

Beteiligte Wissenschaftler:

 

 

Ethische Expertise in der klinischen Praxis – Eine empirisch-ethische Untersuchung zur normativen Kompetenz bei Wertekonflikten in der Psychiatrie

FoRUM, Ruhr-Universität Bochum

Wissenschaftler: Joschka Haltaufderheide und Jochen Vollmann

2017-2018

 

Klausurwoche: Fürsorglicher Zwang in der Medizin? Grundlagen, Konfliktfelder, Präventionsmöglichkeiten

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Förderprogramm ethische, rechtliche und soziale Aspekte der modernen Lebenswissenschaften

Wissenschaftler: Jakov Gather, Tanja Henking, Alexa Nossek und Jochen Vollmann

2016-2017


Einführung und Evaluation von Patientenverfügungen im Krankenhaus

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Förderkennzeichen: 1711701

Prof. Vollmann

2001-2003

 

Ethicists and Practitioners in Collaboration on Capacity (EPICC)

European Commission

European Fifth Framework

Förderkennzeichen: QLG6-CT-2001-00037

Prof. Vollmann

2002-2003

 

Empirische Untersuchungen zur Einwilligungsfähigkeit und zum Prozeß des Informed Consent bei psychisch Kranken

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Sachbeihilfe

Förderkennzeichen: Az. Vo 625/2-1

Prof. Vollmann

1998-2001

 

Ethical, legal, and social aspects of brain research

European Commission

Biotechnology Program (BIOTECH II)

Förderkennzeichen: BIOTECH 2B104 CT97 2264

Prof. Vollmann

1997-1999

 

Ethische Probleme der Aufklärung und Einwilligung (Informed Consent) in der Medizin am Beispiel von dementen Patienten

Deutsche Forschungsgemeinschaft Habilitandenstipendium

Förderkennzeichen: Az. Vo 625/1-3

Prof. Vollmann

1994-1996

 

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Abgeschlossene Projekte in Kooperation

Task-Force „Psychiatrie und Palliativmedizin"

Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP), Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)

Prof. Vollmann

2017-2019

 

AMWF-Leitlinienprojekt „Einwilligung von Menschen mit Demenz in medizinische Maßnahmen"

Jakov Gather und Jochen Vollmann: Mandatsträger der Akademie für Ethik in der Medizin und Mitglieder der Experten- und Autorengruppe

Astrid Gieselmann und Matthé Scholten: Mitglieder der Experten- und Autorengruppe

2015-2019

 

DGPPN-S3-Leitlinienprojekt Verhinderung von Zwang: Prävention und Therapie aggressiven Verhaltens bei Erwachsenen"

Mitglied für Ethik und Recht

Prof. Vollmann

2015-2018

  

Ex-In

LWL-Inklusionsprojekt: Einsatz von ausgebildeten GenesungsbegleiterInnen in psychiatrischen Akutkrankenhäusern – Implementierung und klinisch-ethische Evaluation

Das Projekt wurde am LWL-Forschungsinstitut für Seelische Gesundheit durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) finanziell gefördert. Das Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der RUB hat als Kooperationspartner mitgewirkt.

WissenschaftlerInnen: Jakov Gather, Alexa Nossek, Inna Otte und Jochen Vollmann

2015-2017

 

Offene Psychiatrie

Auswirkungen des Konzepts der offenen Türen auf die Anwendung und das Erleben von Zwang in der Akutpsychiatrie – klinische und ethische Aspekte

Das Projekt wurde an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin am LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum durch die Forschungsförderung der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum (FoRUM) finanziell gefördert (Empfänger: Jakov Gather / Georg Juckel). Das Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der RUB hat als Kooperationspartner im qualitativ-empirischen Teilprojekt mitgewirkt.

WissenschaftlerInnen: Jakov Gather und Ina Otte

2016-2017

 

Reduktion von Zwang

Qualitative Interviews mit Polizeibeamten als Teil einer NRW-weiten Erhebung aller an der psychiatrischen Versorgung beteiligten Akteure.

Dieses qualitativ-empirische Projekt war Teil des durch das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten ZWARED Projekts an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin am LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. Das Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der RUB hat als Kooperationspartner mitgewirkt.

WissenschaftlerInnen: Jakov Gather und Ina Otte

2016-2017

 

VolkswagenStiftungs-Forschungsprojekts „Förderung der Einwilligungsfähigkeit in medizinische Maßnahmen bei Demenz durch ressourcenorientierte Kommunikation (EmMa)"

Advisory Board

Prof. Vollmann

2011-2017

 

Task Force Ethik in Psychiatrie und Psychotherapie" der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

Vorsitzender

Prof. Vollmann

2013-2014

 

Achtung der Selbstbestimmung und Anwendung von Zwang bei der Behandlung psychisch erkrankter Menschen. Eine ethische Stellungnahme der DGPPN

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

Jochen Vollmann: Vorsitzender der Task Force  „Ethik in Psychiatrie und Psychotherapie“ und federführender Autor

Jakov Gather: Mitglied der Task Force  „Ethik in Psychiatrie und Psychotherapie“ und Autor

2012-2014

 

Dementia Ethics Steering Committee

Alzheimer Europe

Prof. Vollmann

2010-2014

 

Medical Ethics Committee der World Federation of Societies of Biological Psychiatry

Secretary

Prof. Vollmann

2001-2005